Blick nach vorn

Eine Niederlage als Mutmacher? Hannover 96 hat in der zweiten Halbzeit gegen RB Leipzig gezeigt, was möglich ist, wenn die Mannschaft an ihre Stärken glaubt. Daran gilt es von Beginn an anzuknüpfen, wenn Freitag Werder Bremen zum Nordderby in die HDI-Arena kommt.

Fokus auf das nächste Heimspiel
Alle bei 96 waren noch voller Emotionen nach der packenden Partie gegen starke Leipziger, als Trainer André Breitenreiter seine Spieler sowie das Trainer- und Betreuerteam wie immer zu einem Kreis versammelte. "Ich habe der Mannschaft noch im Kreis gesagt, dass die letzte halbe Stunde gezeigt hat, wie stark wir sind, welche Qualität wir haben können", sagte Breitenreiter. "Darauf gilt es aufzubauen, und zwar von der ersten Minute an." Obwohl der Trainer noch vieles im Kopf hatte von der 2:3-Niederlage gegen den deutschen Vizemeister - das nicht anerkannte 3:3 von Niclas Füllkrug, die Abseitsstellung vor einem Leipziger Treffer -, lenkte Breitenreiter schon den Fokus auf das nächste Heimspiel.

"Wir haben gesehen, was möglich ist. Diesen Glauben an die eigene Stärke werden wir bis zum Spiel gegen Werder Bremen vermitteln."

Bakalorz: "Muss uns wieder bewusst sein"
Bei den Spielern, auch das ist zu spüren, hat die zweite Halbzeit gegen Leipzig etwas verändert beim Selbstvertrauen, beim Glauben an sich selbst. "Wenn man sieht, was wir zweite Halbzeit für einen Fußball spielen...", sagte Marvin Bakalorz und hätte den Satz gar nicht vollenden müssen. Jeder wusste, was er meinte. "Wenn man sieht, wie wir Leipzig unter Druck gesetzt haben, wie stark wir sind, das muss uns wieder bewusst sein", sagte der Mittelfeldspieler.

Gegen Bremen? Mit Biss, Motivation und Glauben!
Gegen Bremen weitermachen, wo man gegen Leipzig aufgehört hat. Das ist leichter gesagt als getan, denn der SV Werder spielt eine starke Rückrunde. "Werder wird genauso schwer wie Leipzig", sagt Bakalorz. "Aber wenn wir bei der zweiten Halbzeit, die wir gespielt haben, nicht wissen, was zu tun ist...". Keine Frage, Bakalorz und Co. wissen, was zu tun ist. "Mit dem Biss, mit der Motivation, mit dem Glauben von Anfang an", sagt Bakalorz und hofft dabei im Nordderby auf die Unterstützung der Zuschauer, "auch wenn es mal nicht so läuft".

Das große Ziel bleibt in Sicht, auch fünf Niederlagen in Folge ändern nichts daran, dass 96 als Aufsteiger eine gute Saison spielt. Was fehlten, waren zuletzt die Punkte, aber auch in der Hinsicht herrscht kein Grund, unruhig zu werden. "Wenn wir so weitermachen wie gegen Leipzig, werden wir punkten und den Klassenerhalt schaffen", sagt Breitenreiter.
hr