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"Danach drücke ich wieder 96 die Daumen"

Im Interview mit hannover96.de spricht unser ehemaliger und derzeitiger VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler über die Rückkehr in die Bundesliga, seine Zeit bei den Roten sowie über die beiden Traditionsclubs Stuttgart und Hannover 96.

Was war ausschlaggebend für Deine Rückkehr in die Bundesliga und wie ist es zum Engagement beim VfB Stuttgart gekommen?

Zieler: Ich habe ein wahnsinnig spannendes Jahr in Leicester gehabt und hatte auch in allen Wettbewerben meine Einsätze. Aber trotzdem habe ich nicht so regelmäßig gespielt wie erhofft - auch, weil Kasper Schmeichel super gehalten hat. Das muss man einfach anerkennen. Aber ich bin enorm ehrgeizig und will regelmäßig auf dem Platz stehen. Als dann der VfB auf mich zukam, sich sehr um mich bemüht und mir erklärt hat, was sich hier entwickeln soll, habe ich nicht lange gezögert. Darauf habe ich richtig Lust. Und schon jetzt kann ich sagen: Das war eine gute Entscheidung.

Seit dem 29. Januar trainiert Tayfun Korkut den VfB, unter dem Du auch schon in Hannover gespielt hast. Beschreibe ihn doch mal als Trainertypen: Was macht seine Arbeit aus?

Zieler: Tayfun Korkut ist ein absoluter Fachmann mit viel Erfahrung, der auch in schwierigen Situationen Ruhe ausstrahlt - und der ein gutes Gespür für die Mannschaft hat.

Gibt es Unterschiede zwischen Hannover 96 und dem VfB Stuttgart und wenn ja, welche?

Zieler: Ich denke, dass es generell durchaus Ähnlichkeiten gibt. Beides sind große Traditionsclubs, die zur gleichen Zeit ab- und dann auch wieder aufgestiegen sind. Beide Clubs spielen für die Region auch eine wichtige Rolle. Wie es aktuell jedoch bei 96 im Detail aussieht, kann ich aus der Ferne nicht beantworten.

Bestritt 221 Pflichtspiele im 96-Trikot und feierte einen Weltmeistertitel: Ron-Robert Zieler

An welchen Moment im 96-Dress erinnerst Du Dich besonders gerne zurück?

Zieler:
In erster Linie natürlich an unsere Auftritte in der Europa League. Das war eine überragende Zeit.

Was vermisst Du an Hannover?

Zieler:
Wir fühlen uns auch in Stuttgart richtig, richtig wohl. Aber auch Hannover und 96 werden für mich immer etwas Besonderes bleiben. Sportlich habe ich dort die Chance bekommen, Bundesliga-Torwart und Nationalspieler zu werden. Wir haben tolle Zeiten erlebt - auch wenn der Abstieg extrem bitter war. Und menschlich haben sich Freundschaften entwickelt, die noch immer Bestand haben.

Zu welchen Mitspielern aus Deiner Hannover-Zeit hast Du noch Kontakt?

Zieler: Vor allem mit Philipp Tschauner und Edgar Prib, der zuletzt leider unglaubliches Verletzungspech hatte. Aber er ist ein Kämpfer und wird so stark wie zuvor zurückkommen.

Du bist der erste Weltmeister in der Historie unserer Roten. Sieht man Ron-Robert Zieler nochmal im Trikot der Nationalmannschaft?


Zieler (lacht): Da bin ich wahrscheinlich der falsche Ansprechpartner. Ich kann nur versuchen, weiter meine Leistung zu bringen - der Rest liegt nicht in meiner Hand.

Wo siehst Du Dich in fünf Jahren?

Zieler: Puh, eine schwere Frage, die ich ehrlich gesagt gar nicht beantworten kann. Fünf Jahre sind im Fußball eine unglaublich lange Zeit. Aktuell konzentriere ich mich nur darauf, mit dem VfB eine gute Runde zu spielen.

Der Klassenerhalt ist für beide Teams in Reichweite. Was traust Du den aktuellen Aufsteigern in der nächsten Saison zu?

Zieler: Ich glaube, das lässt sich jetzt noch nicht seriös prophezeien - weil ja auch noch nicht klar ist, mit welchem Kader die Teams in die neue Saison gehen werden. Aktuell geht es für beide ja erst einmal darum, den letzten Schritt in Richtung Klassenverbleib zu gehen. Aber da bin ich sehr optimistisch. Für beide Teams.

Dein Tipp: Wie geht das Spiel am Samstag zwischen Deinem jetzigen und Deinem ehemaligen Klub aus?

Zieler: Ich bin kein großer Freund von Tipps. Aber natürlich hoffe ich, dass wir gewinnen. Danach drücke ich 96 wieder die Daumen.

Vielen Dank für das Interview!