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Großer Abschied für 96-Urgestein Edward Kowalczuk

32 Jahre Hannover 96: Edward Kowalczuk wird Erinnerungen aus jedem Jahr davon mitnehmen, und wenn es ihm als "Rentner" zu langweilig werden sollte, dann wird er sie alle abrufen, die besonderen Momente – zum Beispiel den großartigen Abschied am Samstag in der HDI Arena.

Eine kleine Anmerkung zu Beginn: Auch Salif Sané, Felix Klaus und Charlie Benschop, die zum Hertha-Heimspiel ebenfalls verabschiedet wurden, werden an dieser Stelle natürlich noch gewürdigt - wir beginnen heute mit dem Dienstältesten und arbeiten uns dann absteigend nach den Jahren weiter vor!

Ein 96-Urgestein verabschiedet sich: Reha- und Athletiktrainer Edward Kowalczuk

Beifall von 49.000
Erst traute er sich nicht, denn eigentlich ist er dafür viel zu bescheiden. Aber dann verneigte sich Edward Kowalczuk doch, zumindest ein bisschen, gerührt vom warmherzigen Applaus von den Tribünen. Vor zwei Jahren hatte der Reha- und Athletiktrainer sein 30-jähriges Dienstjubiläum gefeiert, mit 72 Jahren soll jetzt endgültig Schluss sein. Die offizielle Verabschiedung vor dem Spiel gegen Hertha BSC, der emotionale Teil nach dem Abpfiff: Der gebürtige Pole genoss die Anerkennung von 49.000 Zuschauern, selbst Hertha-Fans klatschten Beifall. Wenn schon ein Abschied, dann ein solcher wie für Edward!

Der Maschseeexperte
Unzählige Male ist er mit den Spielern um den Maschsee gelaufen, unzählige Kilometer hat er auf der Mehrkampfanlage zurückgelegt – für Hunderte von Profis hatte er ein offenes Ohr. Was kaum einer weiß: "Eddy" war einer der Pioniere in Sachen Athletik und Motorik in der Bundesliga, als einer der ersten hat er ein modernes Kraft- und Koordinationstraining eingeführt.

Einstand als Honorarkraft
Sein erster Trainer, unter dem er als Honorarkraft angefangen hatte, war Jörg Berger. Der Coach war schnell verschwunden, "Eddy" blieb. Es folgten viele weitere Trainer, (fast) alle hatten eines gemeinsam: die Wertschätzung für Kowalczuk und dessen Arbeit im Reha- und Athletikbereich. "Den Edward", sagte einst der frühere 96-Profi Hanno Balitsch, "kannst du nachts wecken. Der kommt sofort und macht ein Extra-Programm mit Dir. Ich glaube, der war noch nie im Urlaub." Das stimmt zwar nicht ganz, aber mehr als zwei Wochen gönnte sich Kowalczuk eigentlich nie.

Gefragter Mann - nicht nur vorm Spiel gegen Hertha BSC: Edward Kowlaczuk

Disput mit Egon Coordes
Kowalczuk könnte viele Geschichten erzählen, aber dafür ist er natürlich viel zu diskret. Die eine oder andere Anekdote ist trotzdem drin, zum Beispiel die vom damaligen Trainer Egon Coordes, der die Spieler nicht mit Turnschuhen, sondern in Fußballschuhen um den Maschsee schicken wollte. Aber nicht mit Edward!

Angebot von Rangnick
Ralf Rangnick hätte Kowalczuk gerne nach Schalke gelockt, aber er blieb Hannover und 96 treu und bereute es nicht. Jetzt macht der "fitteste Rentner der Liga" Schluss – auf seine Maschseerunden wird er trotzdem nicht verzichten. Dankeschön, Edward. Dziekuje!
hr

Zu seinem Abschied richten noch einige Weggefährten persönliche Worte an Edward - schaut Euch hier im Video an, was sie sagen: