Das passiert bei der Mitgliederversammlung 2019

Hier findet Ihr alles zu Tagesordnung und Anträgen für die 96-Mitgliederversammlung 2019! Am 23. März um 14 Uhr geht es in der Swiss Life Hall los.


Tagesordnung

Dies ist die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung am Samstag, den 23. März, in der Swiss Life Hall:

  1. Begrüßung und Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung
  2. Genehmigung der Tagesordnung
  3. Bekanntmachung der Anträge
  4. Ehrung nach Paragraph 21 der Satzung
  5. Bericht des Vorstands
  6. Bericht des Aufsichtsrates
  7. Aussprache zu den Berichten
  8. Entlastung des Vorstands
  9. Entlastung des Aufsichtsrates
  10. Ehrung Sportler des Jahres
  11. Vorstellung, Aussprache und Abstimmung über vorliegende Anträge
  12. Wahl des Aufsichtsrats
  13. Verschiedenes


Anträge

Diese Anträge wurden fristgerecht für die Mitgliederversammlung eingereicht:

  • Antrag von Andreas Elvers

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats,
    liebe Vereinskameradinnen und Vereinskameraden,

    hiermit stelle ich nachfolgenden Antrag zur Jahreshauptversammlung am 23. März 2019

    Hannover 96 Management GmbH - Verkauf und Abtretung von Geschäftsanteilen, Schadenersatzansprüche des Vereins

    Die Mitgliederversammlung beschließt: Dem Vorstand des Hannoverscher Sportverein von 1896 e.V. wird die Vollziehung des Vorstandsbeschlusses vom 14.06.2017 untersagt und ihm verboten, 51% der Geschäftsanteile an der Hannover 96 Management GmbH zu einem Kaufpreis von 12.750 Euro zu verkaufen und abzutreten. Für den Fall, dass der Vorstandsbeschluss vom 14.06.2017 dennoch umgesetzt werden sollte oder bereits umgesetzt worden ist, wird die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gegenüber den Vorstandsmitgliedern beschlossen.

    Begründung:
    Das Oberlandesgericht in Celle hat, in einer aktuellen Entscheidung über den Antrag eines Mitglieds des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V., festgestellt, dass „die Mitgliederversammlung Rechte eines Vereins gegen den Vorstand oder den Aufsichtsrat wahrzunehmen (hat). Verletzt der Vorstand eines Vereins durch einen Beschluss seine gesetzlich oder satzungsmäßig begrenzte Geschäftsführungspflicht, hat der Verein vertreten durch die Mitgliederversammlung, nicht aber durch das einzelne Mitglied, einen Anspruch darauf, dass der Beschluss nicht ausgeführt wird (vgl. Münchner Kommentar/Arnold, BGB, 7. Auflage, § 32 Rn. 69). Für den Fall, dass seitens des Vorstands Vereinsgeschäfte nicht ordnungsgemäß geführt würden, hätte ein Verein gegen seinen Vorstand Ansprüche auf Durchführung oder Unterlassung bestimmter Geschäftsführungsmaßnahmen sowie auf Schadenersatz. Die Entscheidung darüber, ob ein Anspruch gegen den Vorstand durchgesetzt werden soll, liegt also bei der Mitgliederversammlung (…).“ (so wörtlich das Oberlandesgericht Celle, Beschluss vom12.12.2017, Az.: 20 W 20/17).
    Bekanntermaßen hat die weltweit agierende, renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly den Mindestwert der Anteile an der Hannover 96 Management GmbH mit über 10 Millionen Euro bewertet. Nach dem Vorstandsbeschluss sollen die Anteile aber zu einem Preis von nur 12.750 Euro, und damit für rund 0,1 Prozent des Mindestwerts veräußert werden.
    Gemäß unserer Satzung hat der Vorstand „die Sorgfaltspflicht einer ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleitung“ (§ 15 Ziffer 3 lit. e der Satzung). Eine Veräußerung eines Vermögensgegenstandes in Höhe von 0,1 Prozent des tatsächlichen Wertes und damit -mindestens - 10.000.00,00 Euro unter dem Marktwert entspricht nicht der von der Satzung vorgegebenen Sorgfaltspflicht.
    Damit hat die Mitgliederversammlung, gemäß der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Celle, nicht nur die Möglichkeit und das Recht, die Umsetzung des Beschlusses zu untersagen. Für den Fall, dass der Vorstand seinen Beschluss umsetzt oder bereits umgesetzt hat, haftet der Vorstand auch gegenüber dem Verein.

  • Antrag von Bernd F. Hettwer

    Sehr geehrte Damen und  Herren,

    unter Bezugnahme auf meinen Beschlussantrag reagiere ich hiermit auf die von Ihnen veröffentliche Kritik, in welcher Sie beanstandet haben, dass mein Ergänzungsantrag zu viele unbestimmte Rechtsbegriffe beinhalten würde. Hiermit nehme ich die entsprechende Kritik gern an und änderte deshalb meinen bisherigen Beschlussantrag wie folgt:

    Hiermit beantrage ich eine Ergänzung unserer Vereinssatzung. Die Ergänzung betrifft § 15 Abs. 3 (Aufgaben und Pflichten des Vorstandes).

    Der bisherige Passus unter Punkt a) "Der Vorstand entscheidet über alle ideellen, sportlichen, wirtschaftlichen und strategischen Belange. Ihm obliegt die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit" soll um folgenden Zusatz ergänzt werden:

    "Ausgenommen hiervon sind sämtliche Entscheidungen zu solchen Rechtsgeschäften, welche den An- und Verkauf von Immobilien und Beteiligungen zum Gegenstand haben. Der Vorstand hat in diesen Fällen die Pflicht, die betreffende Beschlussvorlage den Mitgliedern vorher bekannt zu machen, zudem den Beschlussantrag schlüssig und nachvollziehbar zu begründen und die Zustimmung der Mehrheit auf der nächstfolgenden Jahreshauptversammlung für die Beschlussvorlage zu beantragen. Sofern die Beschlussfassung eilbedürftig sein sollte, ist der Vorstand berechtigt, hierzu auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen."

    Weiter soll der bisherige Passus unter Punkt c) "Der Vorstand setzt Beschlüsse des Aufsichtsrates und der Mitgliederversammlung um" um den folgenden Zusatz ergänzt werden:

    "Der Vorstand ist nicht berechtigt, sich über die Entscheidungen dieser Gremien hinwegzusetzen. Sollten die jeweiligen Beschlüsse des Aufsichtsrates und der Mitgliederversammlung voneinander abweichen, so ist in dem Fall der Beschluss der Mitgliederversammlung als höchstes Organ des Vereins zu beachten und umzusetzen."

    Begründung:
    In der jüngeren Vergangenheit gab es erheblichen vereinsinternen Streit über die Auslegung der Vereinssatzung, insbesondere in Bezug auf die Entscheidungskompetenzen des Vorstandes und der Mitgliederversammlung. Der Vorstand reklamierte für sich das Recht, Beschlüsse der Mitgliederversammlung als höchstem Organ des Vereins lediglich als "Empfehlungen" zu werten und deren Umsetzung verweigern zu dürfen. Diese Rechtsauffassung des Vorstandes wurde durch ein Gerichtsurteil des Landgerichts Hannover bestätigt, welches die bisherigen, nahezu allumfassenden Kompetenzrechte des Vorstandes in der Vereinssatzung mit dem Begriff "Vorstandsdiktatur" beschrieb.
    Ziel meines Antrages ist deshalb, die Satzung insoweit zu ergänzen, dass künftig unmissverständlich klargestellt wird, dass die Entscheidungsrechte des Vorstandes bei Verfügungen über wichtige und wesentliche Teile des Vereinsvermögens begrenzt sind.

    Konkret bedeutet dies, dass der Vorstand und Aufsichtsrat künftig ohne die ausdrückliche  Zustimmung der Mitgliederversammlung in diesen bedeutenden Angelegenheiten nicht mehr allein handlungs- und entscheidungsfähig sind.

    Darüber hinaus soll über die weitere Ergänzung eindeutig klargestellt werden, dass die Mitgliederversammlung als höchstes beschließendes Organ des Vereins gegenüber dem Vorstand weisungsberechtigt ist und der Vorstand somit zukünftig die Entscheidungen der Mitgliederversammlung nicht mehr ignorieren darf.

  • Antrag von Tina Voß, Sandra Wallenhorst, Andreas Kuhnt, Karsten Surmann, Matthias Herter und Michael Dette

    Der im Nachgang der Mitgliederversammlung vom 23.03.2019 aufgestellte Vorstand wird gebeten, für seine Amtsperiode ein Arbeitsprogramm zu entwickeln, über dessen Fortentwicklung er laufend den Gremien berichtet.

    Dieses Arbeitsprogramm soll möglichst folgende Punkte beinhalten:

    • Sicherstellung des Zwei-Säulen-Modells zwischen Hannover 96 e.V. und KGaA sowie einer tragfähigen Verbindung durch Anteile und Mitbestimmungsrechte über Aufsichtsratsmandate.
    • Konzeptionelle Weiterentwicklung von Hannover 96 e.V. im Bereich des Breitensports aller Abteilungen mit der Orientierung auf Nachwuchsarbeit von Kindern und Jugendlichen.
    • Konzeption für „Fußball als Breitensport“ innerhalb des e.V..
    • Die Trainingsmöglichkeiten den steigenden Mitgliederzahlen und Anforderungen des Spitzensports anzupassen.
    • Konzeption über Inklusion bei Hannover 96 e.V. (inklusive Fußballmannschaft).
    • Entwicklung einer Marketingkonzeption für das neu geschaffene Breitensportzentrum vor dem Hintergrund neuer Mitgliedergewinnung.
    • Konzeption und Durchführung einer Mitgliederbefragung.
    • Konzeption über eine mögliche Abteilungsgründung für Fördermitglieder.
    • Entwicklung eines strategischen Kommunikationskonzeptes – in Kooperation mit Hannover 96 KGaA für den Austausch mit den verschiedensten Fangruppierungen.

    Begründung:
    Am 23.3.2019 wird im Verein Hannover 96 e.V. eine neue Ära eingeleitet. Martin Kind als Vorstandsvorsitzender und Teile des Aufsichtsrates stehen nicht mehr zur Verfügung bzw. zur Wiederwahl.

    Der Hannoversche Sportverein von 1896 e.V. hat sich insbesondere in den letzten 20 Jahren zu einem der führenden Sportvereine in Niedersachsen entwickelt und bietet mit seinen 17 Sportabteilungen und dem ausgegliederten Fußballunternehmen eine sportliche Heimat für breite Schichten der Stadtgesellschaft.

    Bekannt ist Hannover 96 vor allem durch seine Fußballer, die mit Ihren sportlichen Erfolgen 1938 und 1954 und der überwiegenden Zugehörigkeit der höchsten deutschen Spielklassen sozusagen die DNA von Hannover 96 ausmacht.

    Bedingt durch die Entwicklung des Profisports Fußball in Deutschland wurde eine Trennung zwischen gemeinnützigen Verein (Sportverein e.V.) und Wirtschaftsbetrieb unausweichlich.

    Mit der vollzogenen Ausgliederung des Profifußballs wurde ein strategisches Zwei-Säulen-Modell umgesetzt, welches langfristig finanzielle Stabilität im Profifußball und im e.V. lieferte sowie den Verein vor der drohenden Insolvenz bewahrte.

    Heute präsentiert sich Hannover 96 unter dem Slogan „Bundesliga und viel mehr“. Wechselseitig profitieren Verein und Profisport voneinander. Beste sportliche Infrastruktur wurde für beide Säulen aufgebaut und lässt Hannover 96 strukturell auf stabilen Füßen stehen.

    Der unbestritten erfolgreiche Weg von Hannover 96 steht nun vor einer Neuausrichtung, den die gut 20.000 Mitglieder des Vereins sehr ernst nehmen.

    Der Profifußball braucht klare Rahmenbedingungen im juristischen Kontext, um Verwerfungen entgegenzutreten und fairen Wettbewerb im Profifußball zu ermöglichen.

    Vor dem Hintergrund der noch herrschenden und für 96 geltenden 50+1 Regel und der möglichen Akquise weiterer Kapitalgeber, sind die bestehenden und zukünftigen Aktionäre vor wirtschaftlichen Eingriffen in die KGaA zu schützen, d.h. die Geschäftsführung nicht gegen den Willen der KGaA zu übernehmen oder gar zu bestimmen.

    Darüber hinaus bedarf es der Partizipation des e.V. am Fußballunternehmen. Nur so können die beiden Säulen nachhaltig und langfristig Synergien erzeugen. Dies wird und soll durch die Sicherstellung von stimmberechtigten Aufsichtsratsplätzen in der KGaA gewährleistet werden. Der Verein sollte zwei Mandate erhalten und durch den Vorstandsvorsitzenden des e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden vertreten sein.

    Die Kommunikation und der Austausch zwischen den aktiven Sportlern und Sportlerinnen sowie den Fans, sind ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft von Hannover 96.