NIEMALSALLEIN

"Das zeugt von sehr viel Mentalität"

Ein Kopfball in der 98. Minute, ein Auswärtsblock im Ausnahmezustand und ein Stürmer, der von "sehr viel Mentalität" spricht: Joker Benedikt Pichler köpft Hannover 96 auf Schalke tief in der Nachspielzeit zum Punktgewinn - und liefert ein starkes Signal für die Derbywoche.

/ Profis
Pichler feiert ein Tor mit ausgebreiteten Armen.
Benedikt Pichler erzielte gegen Schalke sein drittes Saisontor. (IMAGO / osnapix)

Ausgleich tief in der Nachspielzeit
Es lief die 98. Spielminute, als Mustapha Bundu auf der rechten Seite zu einer letzten Flanke ansetzte und das Stadion den Atem anhielt. Mit viel Gefühl hob der Offensivmann den Ball an den zweiten Pfosten. Schalke‑Keeper Loris Karius unterlief die Hereingabe – und Benedikt Pichler stand genau dort, wo ein Stürmer stehen muss. Der Österreicher köpfte zum 2:2-Ausgleich ein.

Ein Moment, in dem die 6.150 mitgereisten Auswärtsfans den Gästeblock in ein Tollhaus verwandelten. Der Treffer fiel in allerletzter Sekunde, Schiedsrichter Robin Braun pfiff die Partie nicht mehr an. Für Pichler hatte der Ausgleich auch eine persönliche Bedeutung: "Natürlich macht es mich stolz, dass ich der Mannschaft mit einem Tor helfen konnte."

Ein Wechsel, der das Spiel verändert
Der Angreifer war erst in der 77. Minute beim Stand von 0:2 ins Spiel gekommen. Doch schon wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung setzte der 28‑Jährige das erste Ausrufezeichen. Nach einer Ecke von rechts verlängerte er den Ball am ersten Pfosten mit dem Hinterkopf, der Versuch klatschte an die Latte – Maik Nawrocki reagierte blitzschnell und nickte den Abpraller zum Anschlusstreffer ein.

Ein Tor, das dem Spiel neue Energie gab und 96 endgültig zurück in die Partie brachte. Für Pichler war dieser Moment ein klarer Hinweis darauf, dass noch etwas möglich war: "Wenn man 0:2 auf Schalke hinten ist, zeugt es von sehr viel Mentalität, dass wir den Punkt noch mitnehmen."

Schalke kompakt, 96 unnachgiebig
Trotz der Roten Karte gegen Edin Dzeko blieb die Aufgabe für 96 lange schwierig. Schalke zog sich tief zurück, verteidigte im eigenen Strafraum mit großer Kompaktheit und ließ nur wenig zu. Pichler wusste, dass der Platzverweis die Sache nicht automatisch einfacher machte: "Die Rote Karte spielt uns natürlich in die Karten, hat aber in der defensiven Kompaktheit Schalkes nicht viel verändert. Es war also zu erwarten, dass es auch in Überzahl schwer wird."

Als er den Ball schließlich in der 98. Minute über die Linie drückte, war es für den Angreifer nicht nur sein drittes Saisontor – es war das Sinnbild einer Mannschaft, die an sich glaubte und bis zur letzten Sekunde kämpfte. Pichler betonte nach dem Abpfiff: "Gerade hinten raus in einer Saison wird der Kopf immer wichtiger. Wenn du in so einem Spiel Moral beweist, in dem jeder gegen dich ist – bis auf unsere wirklich starken Auswärtsfans – dann ist das ein Mutmacher, der jedem von uns Kraft gibt."

Mit Rückenwind ins Derby
Mit diesem emotionalen Finish im Rücken startet Hannover 96 nun in die Derbywoche. Am Freitag empfängt das Team Eintracht Braunschweig – ein Spiel, in dem neben spielerischer Qualität erneut Mentalität gefragt sein wird. Und eines, in dem ein selbstbewusster Benedikt Pichler wieder zum Faktor werden kann.
lk

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