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Frauenfußballerinnen möchten mittelfristig in der 2. Bundesliga spielen

„Unser Verein ist nach wie vor ein Breitensportverein, und das wird er auch zukünftig bleiben. Allerdings ist uns auch bewusst, dass wir den Wunsch einzelner Abteilungen, professioneller zu werden, unterstützen wollen und auch müssen. Darunter dürfen aber die übrigen Abteilungen nicht leiden – schon gar nicht finanziell.“ Das sagt Sebastian Kramer, Vorsitzender des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V., zu dem Wunsch der Frauenfußballerinnen, mittelfristig im Profifußball aktiv zu werden – zumindest teilweise.

Drei Frauen stehen vor dem 96-Logo.
V.l.n.r. Lea Bungeroth, Lea Bey und Lena Rathmann (Foto: Hannoverscher Sportverein von 1896 e.V.)

Klare Rahmenbedingungen für den nächsten Schritt
Ein entsprechender Wunsch, mit dem Ziel 2. Bundesliga zu spielen, wurde an den Vorstand des e.V. herangetragen und entsprechend positiv bewertet. In mehreren Zusammenkünften mit Vorstandsmitgliedern, Vereinsverantwortlichen und der Frauenfußball-Abteilungsspitze wurden erste Wünsche und Ziele formuliert. Ohne Wenn und Aber festgehalten wurde dabei: Die Finanzierung einer möglichen 2. Bundesliga muss allein durch die Abteilung gestemmt werden. „Sponsorengelder, Investitionen sowie andere finanzielle und materielle Zuwenden dürfen nur aus der Akquise der Abteilung herauskommen. Deren Verantwortliche müssen sich selbst um Gelder zur Finanzierung kümmern. Wir können dabei lediglich beratend und organisatorisch unterstützen und helfen“, stellt Kramer fest. Als federführend für die Planung zu mehr Professionalität im Frauenfußball bei Hannover 96 steht künftig Lea Bey an der Spitze der Bewegung. Bei der aktiven Spielerin und Trainerin der 3. Frauenmannschaft sollen künftig alle Fäden der Koordination zusammenlaufen. Sie wird dabei unter anderem von Leah Bungeroth und Lena Rathmann unterstützt.

Aufstieg in die 3. Liga als erstes Ziel
Dass Hannover 96 als größter Verein in Niedersachsen im Frauenfußball mehr Aufmerksamkeit erzielen möchte, steht außer Frage. Da sind sich alle Beteiligten einig. Aktuell gehören mit Ausnahme von Hannover 96 nahezu alle großen norddeutschen Vereine mindestens zur 2. Liga. Vorrangiges Ziel ist der Aufstieg in die 3. Liga, die ab der Saison 2027/28 neu vom DFB mit drei Staffeln (Nord, Mitte, Süd) ins Leben gerufen wird. In die 3. Ligen steigen jeweils die besten sieben der aktuellen fünf Regionalligen auf. „Dieses Ziel sollte machbar sein“, sagt Lea Bey. Aktuell hat Hannover 96 nach dieser Spielzeit Platz fünf erreicht, mit deutlichem Vorsprung vor dem Achten. In der Saison 2026/27 soll das Ziel mindestens Platz fünf sein – wenn nicht besser.

Sportlicher Erfolg soll neue Spielerinnen anziehen
Dass neben den finanziellen Voraussetzungen auch die sportlichen Voraussetzungen passen müssen, ist den Verantwortlichen bewusst. „Mit dem Erfolg steigt auch das Interesse der Fußballerinnen aus den aktuell größeren Vereinen, wie zum Beispiel dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV, sich mit uns zu beschäftigen und vielleicht den Verein zu wechseln“, ist sich Lea Bey sicher. Aber auch die Talente und Leistungsträgerinnen aus der näheren Umgebung würden dann natürlich auch mal „…ein Auge auf Hannover 96…“ werfen. 

Erfolge im NFV- und DFB-Pokal
Große Erfolge kann der Hannoversche Sportverein bereits im NFV-Pokal vorweisen. Im Pokal haben die Frauen bereits für Furore gesorgt, als in der vergangenen Spielzeit der Bundesligafünfte SC Freiburg seine Visitenkarte in Hannover abgeben musste, nachdem die 96erinnen zuvor den NFV-Pokal gewonnen und so in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals eingezogen waren. „Das war ein tolles Highlight, auch wenn wir mit 0:4 verloren haben“, erinnert sich Leah Bungeroth. Auch in diesem Jahr strebte das Team die Teilnahme am DFB-Pokal an. Dazu waren zwei Hürden zu nehmen. Die erste absolvierten die Frauen mit Bravour. 5:0 gewannen sie im NFV-Pokal-Finale und zogen damit zum zweiten Mal in Folge in die DFB-Pokal-Play-offs ein. Hier warteten die Frauen des FC Schalke 04, denen man sich jedoch mit 0:7 geschlagen geben musste. 

Fokus auf Liga und Pokal
So liegt der Fokus nun auf der Liga und dem NFV-Pokal mit dem Ziel den Aufstieg in die 3. Liga zu erreichen und zusätzlich den Pokal ein drittes Mal in Folge in die Höhe zu stemmen, vielleicht ist die drei ja eine Glückszahl.
Wir wünschen den Frauen viel Erfolg für die kommende Spielzeit.

 

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