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0:0 in 120 Minuten gegen Twente

Keine Tore trotz Extrazeit: In 120 Minuten gegen Twente Enschede fallen keine Tore. 96-Trainer André Breitenreiter zeigt sich mit dem Test zufrieden, in dem Trainingsinhalte im Spiel gegen den Ball gut umgesetzt werden.

Konditioneller Härtetest
Schon vor dem Anpfiff ist klar, dass es ein besonderer Test wird: erstens, weil mit Twente Enschede aus der niederländischen Eredivisie ein Erstligist der Kontrahent ist, zweitens, weil es ein Benefizspiel ist, bei dem der Erlös ans Klinikum Wahrendorff geht, und drittens, weil nicht über 90, sondern über 120 Minuten gespielt wird. Kurz vor der trainingsfreien Woche also ein konditioneller Härtetest für die Profis in der mit 1.996 Zuschauern gut gefüllten Wahre-Dorff-Arena in Ilten.

Chancenplus für Harnik & Co.
Die Anfangsphase gehört klar den Roten: Bereits nach rund 90 Sekunden zirkelt Edgar Prib einen Freistoß nicht ganz so genau wie zuletzt in Havelse und Ramlingen, als er nach ruhendem Ball traf (2.). Zehn Minuten später luchst Martin Harnik Twente-Keeper Joel Drommel um ein Haar den Ball ab (11.).

Die erste halbe Stunde (Memo: also die Hälfte des ersten Durchgangs) ist rum, als 96-Keeper Michael Esser erstmals eingreifen muss: Nach einer Ecke reagiert er blitzschnell gegen den aus kürzester Distanz köpfenden Ex-96er und Twente-Kapitän Stefan Thesker (31.). Auf der anderen Seite verpassen die Roten kurz darauf die Führung. Erst klärt Drommel erneut gegen Harnik, dann nach einer Ecke gegen Felipe (beides 33.).

Nach einer guten ersten halben Stunde der Elf von André Breitenreiter übernehmen die Niederländer vorübergehend die optische Spielhoheit, bleiben aber ohne nennenswerte Torgelegenheit. Zum Ende dreht 96 noch einmal auf: Nach einer Ecke veranstalten die Roten noch einmal eine Art Scheibenschießen im Twente-Strafraum, immer ist aber noch ein Bein dazwischen (57.), ehe kurz vor der Pause Drommel einen Schuss von Miiko Albornoz nur klatschen lassen kann, dann aber den Nachschuss des heraneilenden Harnik stark hält (60.).

96 starten Schlussoffensive
Zum zweiten Durchgang wechselt Breitenreiter komplett durch, Twente ebenfalls auf vielen Positionen. Kurz nach Wiederanpfiff setzt Kenan Karaman eine erste Duftmarke nur knapp am gegnerischen Kasten vorbei (62.). In der Folgezeit spielt sich das Geschehen überwiegend in der Twente-Hälfte ab – ohne dass fürs erste allerdings große Chancen daraus resultieren. Mit zunehmender Spieldauer gewinnen die Roten immer mehr Anteile und kommen spät noch einmal zu guten Gelegenheiten: Erst bringen Mike Steven Bähre und Geburtstagskind Iver Fossum Julian Korb nach einem schnellen, stringent vorgetragenen Angriff im Twente-Strafraum in Einschussposition – im letzten Moment rettet ein Verteidigerbein (108.). Den Schlusspunkt setzt Karaman, der – nach einer tollen Diagonalverlagerung von Korb – Jorn Brondeel zuläuft, der nun das Twente-Tor hütet und den Ball Zentimeter neben den Pfosten lenken kann (118.).

"Trainingsinhalte gut umgesetzt"
So bleibt es beim torlosen Unentschieden. Es ist ein 0:0 der besseren Sorte, das in 96 unterm Strich einen verdienten Sieger gehabt hätte. André Breitenreiter zeigt sich dementsprechend nach dem Schlusspfiff durchaus "zufrieden mit dem Test. Obwohl keine Tore gefallen sind, haben wir ein tolles Spiel gegen einen spielstarken Gegner gesehen mit vielen jungen Burschen in der Mannschaft." Der Fokus der letzten Trainingstage lag auf dem Spiel gegen den Ball: "Wir wollten heute zu Null spielen", erklärt der 96-Coach. Das ist gelungen – Twente ist über 120 Minuten nur durch eine Standardsituation gefährlich. So lautet das Fazit: "Die Jungs haben die Trainingsinhalte der letzten Tage – kompaktes Stehen und die defensive Stabilität – gut umgesetzt. Wir hatten auch drei, vier gute Chancen, leider haben wir keinen Treffer daraus gemacht." Die nächste Chance auf Testspieltore gibt es im Trainingslager in Velden vom 22. bis 31. Juli. Zuvor gehen die Roten in eine fünftägige Trainingsbreak, um frisch nach Österreich starten zu können.
hec

STATISTIK

Hannover 96, 1. Hälfte: Esser - Sorg, Sané, Felipe, Albornoz - Schmiedebach, Schwegler - Klaus, Prib - Harnik, Füllkrug

Hannover 96, 2. Hälfte: Tschauner - Korb, Hübers, Hübner, Ostrzolek - Bakalorz, Fossum - Bähre, Maier, Karaman - Benschop

Twente Enschede (Startelf): Drommel - Ter Avest, Bijen, Thesker, Trajkovski - Holla, Vuckcic - Gjorgjev, Jensen, George - Boere

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 1996