Mehr als zwei Monate hatten 96 und Stuttgart um den brasilianischen Spielmacher gerungen. Am späten Freitagabend einigten sich Schmadtke und VfB-Manager Jochen Schneider. "Das waren schwierige Verhandlungen. Ich denke, wir haben einen fairen Kompromiss gefunden", sagte 96-Chef Martin Kind. Bei 600.000 Euro sollen sich die Parteien geeinigt haben.
Der bisherige Leihspieler bekommt einen Zweijahresvertrag, in den nächsten Tagen will er unterschreiben. Elson selbst hatte nie Zweifel an seinem Wechsel zu 96. "Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass ich weiter für Hannover spiele", hatte er der NP letzte Woche noch gesagt, "es wäre das Beste für mich, für den VfB, für 96." Er freut sich schon auf seine Rückkehr mit seiner Frau Aline (29) und Töchterchen Maria Louisa (4).
"Wir wollen zweimal die Woche noch mehr Deutsch lernen", kündigt Elson an. Der Wille zur Integration ist groß, an der schnellen Wiedereingewöhnung zweifelt niemand bei 96. "Er ist Profi durch und durch", lobt 96-Chef Kind den Brasilianer. "Er hat das Sieger-Gen und die Erfahrung, um diese junge Mannschaft zu führen", so der 66-Jährige. "Er kann ein Spiel lesen und lenken und mehr Struktur reinbringen", erhofft sich Schmadtke. Bis Elson sein Können unter Beweis stellen kann, muss er sich allerdings noch ein bisschen gedulden.
Knapp dreieinhalb Monate ist sein Innenbandriss gegen Schalke nun her. Geplante Bundesliga-Rückkehr: "Ich denke, im Laufe des Septembers", sagt Schmadtke. Am vierten Spieltag (17. bis 19. September) könnte er in Wolfsburg schon zurück sein. So lange müssen gegen Frankfurt, Schalke und Leverkusen andere als Regisseur einspringen, Jan Schlaudraff etwa. Oder 96-Trainer Mirko Slomka setzt auf ein System ohne Regisseur. Zurzeit quält sich Elson noch in der Reha in Stuttgart, wo er sein Programm erst einmal fortsetzt. "Es könnte Sinn machen, dass er dort bleibt und hin und wieder zu uns kommt", sagt Schmadtke. Die letzte Entscheidung treffen die Ärzte.
Ins Mannschaftstraining will Elson Ende August einsteigen. Ins 96-Trainingslager nach Bad Radkersburg reist er nicht nach. Auch durch das vorgeschädigte Knie war der Wechsel lange wackelig gewesen. "Die OP ist gut verlaufen. Das Restrisiko ist deutlich geringer als im Januar", sagt Kind – da habe es bei zehn Prozent gelegen. Schmadtke weiß: "Einen Transfer ohne Risiko gibt es nicht." Schließlich gilt auch für 96: No risk, no fun.