NIEMALSALLEIN

Auf dem Rasen waren es immer sportliche Highlights – die Niedersachsenduelle zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Doch den Status eines emotional aufgeladenes "Derbys" entwickelte dieses besondere Spiel erst später. Die 96-Legenden Rolf Gehrke (80), Jürgen Bandura (73) und Jörg "Colt" Sievers (48) erinnern sich.

 

Mannschaften trafen sich zum Essen
Große Rivalität beim niedersächsischen Traditionsduell gab es zu aktiven Zeiten Rolf Gehrkes nicht. "Alles war viel ruhiger", erzählt der Deutsche Meister von 1954, der ausgerechnet am Derbytag am Freitag seinen 81. Geburtstag begeht. "Die Spieler beider Vereine waren untereinander bekannt, man traf sich sogar vor dem Spiel zum Essen. Damit war der größte Dampf bereits raus." Auch Anfeindungen zwischen den Fans der verschiedenen Lager gab es nicht. Eher wurde ein wenig gestichelt und humorvoll geärgert: "Als wir 2:1 in Braunschweig gewonnen hatten, sprangen mein Vater und ein Bekannter auf der Tribüne auf. Denen wurde dann von Heimfans lachend der Hut über die Ohren gezogen." Allerdings waren Auswährtsfahrten der eigenen Anhänger zu jener Zeit insgesamt ohnehin noch kein Massenphänomen. "Uns hat maximal ein Bus mit eigenen Anhängern in fremde Stadien begleitet."

Derbys auf freundschaftlicher Basis
Ähnliche Erinnerungen hat auch Jürgen Bandura, der 1964 bis 1974 für die Roten aktiv war und in 298 Spielen 34 Tore erzielte: "Die Derbys liefen immer auf freundschaftlicher Basis ab. Da war keine Rede von Krawallen oder Ausschreitungen. Es gab überhaupt keine Gewalt, man respektierte sich gegenseitig." Dass die Ängste rund um die morgige Partie groß sind, bedauert er. "Ich kann nicht erklären, warum die Rivalität heute solche Ausmaße angenommen hat."


96-Urgestein: Jürgen Bandura

Sievers glaubt an 96-Sieg
92er-Pokalheld Jörg Sievers spielte erstmals im November `89 beim 3:0-Heimerfolg der Roten gegen den BTSV. "Damals gab es zwar schon eine große sportliche Rivalität", erinnert er sich. "Aber das heutige Gewaltpotenzial ist relativ neu. Ich hoffe sehr, dass ich das am Freitag nicht erleben muss." Das Duell soll rein sportlich auf dem Platz und keinesfalls abseits des Spielfelds entschieden werden – und der heutige Torwarttrainer ist sicher, wer am Ende die Nase vorne hat. "Wir haben ein Heimspiel, es ist DAS Derby und wir werden gewinnen."


96-Pokalheld von 1992: Jörg Sievers

 

 

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