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96-Fan läuft 6.500 Kilometer vom Senegal bis in den Harz

Vom Senegal bis in den Harz: Ein 96-Fan läuft 6.500 Kilometer, um Kindern Hoffnung und Bildung zu schenken - und trägt dabei ein Trikot von Hannover 96.

/ Klub
Anthony Horyna und Dominik Singer stehen in einem Dorf im Senegal.
Dominik Singer (rechts) ist der Initiator des Projekts. (Foto: Dietrich Kühne)

Ein Projekt, das so noch niemand gewagt hat
Am 3. April werden am Flughafen Hannover vier Menschen in ein Flugzeug Richtung Senegal steigen. Es ist der Anfang eines Projekts, das selbst in der Welt des Extremsports einzigartig ist: einen 6.500 Kilometer langen Lauf durch zwei Kontinente – von Kaolack im Senegal bis in den Harz. Rund 100 Kilometer pro Tag, 65 Tage am Stück, größtenteils in Selbstversorgung und unter extremen klimatischen Bedingungen. Im Gepäck: ein Trikot von Hannover 96.

Diese Distanz bleibt selbst dann kaum greifbar, wenn man sie mehrfach ausspricht. Doch für Initiator Dominik Singer geht es dabei um weit mehr als eine sportliche Grenzerfahrung. Es ist eine Herzensangelegenheit. "Ich bin eigentlich gar nicht der Extremsportler", sagt der 43‑Jährige. "Ich habe den extremen Kopf." Und genau in diesem extremen Kopf ist das Vorhaben gereift.

Dominik Singer steht auf einem Berg.
Dominik Singer knüpft seine extremen Projekte stets an einen guten Zweck. (Foto: privat)

Seit seiner Jugend spielt Sport eine zentrale Rolle in Singers Leben. Zunächst Fußball, später extreme Ausdauerprojekte auf der ganzen Welt. Doch der sportliche Ehrgeiz war nie der alleinige Antrieb. "Ich unterstütze soziale Projekte seit fast 18 Jahren", sagt er. Besonders Kinder liegen ihm am Herzen. Das Kinderhospiz in Göttingen begleitet er seit vielen Jahren; zusätzlich engagiert er sich für Bildungsprojekte im Senegal. "Ein Kind, das einen Stift in der Hand hält, hat mehr als eines, das keinen halten darf", betont er. "Bildung ist kein Luxus. Frieden beginnt dort, wo Kinder lernen dürfen zu träumen."

Von der Hitze der Sahara bis zum Schnee im Atlasgebirge
Die geplante Strecke liest sich wie eine Abfolge extremer Naturbedingungen: über 40 Grad Hitze im Senegal, kalte Nächte in der Sahara, windgepeitschte Ebenen in Mauretanien und schließlich Schnee und dünne Luft auf 3.700 Metern Höhe im Atlasgebirge. Danach führt die Route weiter über die Straße von Gibraltar nach Spanien, quer durch Frankreich und schließlich zurück nach Deutschland bis in den Harz.

Gemeinsam mit drei anderen Läufern und Läuferinnen wird die Gruppe täglich etwa 100 Kilometer zurücklegen – abwechselnd, aber dennoch in einer Intensität, die nur schwer vorstellbar ist. Für jede und jeden von ihnen bedeutet das am Ende zwischen 60 und 70 gelaufene Kilometer pro Tag. "Die Tage werden 18 bis 20 Stunden lang sein", sagt Singer. "Wir laufen, wir kochen, wir bauen Zelte auf. Es wird ein richtiger Survival‑Modus." Ein gesichertes Begleitfahrzeug gibt es bislang nicht. "Vielleicht wird es ein Auto, vielleicht ein Fahrrad, vielleicht ein Pferd oder ein Esel", sagt Singer und lächelt. "Wir wissen es noch nicht. Aber genau das ist ja das Abenteuer."

Ein starkes Team
Wie erwähnt, läuft Singer die Strecke nicht allein. Mit ihm starten die Göttinger Polizistin Jutta Riediger, der in Zürich lebende Ultraläufer Tim Effenberger und Anthony Horyna aus Frankfurt, der sich seit Jahren mit großem Engagement für mentale Gesundheit und die Prävention von Suizid einsetzt. Alle drei bringen Erfahrung aus extremen Projekten mit, doch entscheidend ist etwas anderes: der gemeinsame soziale Antrieb.

Jutta stieß durch eine spontane Begegnung im Harz zum Team. Tim kennt Singer aus früheren Fußballzeiten. Anthony sorgte für Aufmerksamkeit, als er 45 Marathons in 45 Tagen absolvierte, um auf die mentale Gesundheit von Männern aufmerksam zu machen. "Wir sind komplett unterschiedlich", sagt Singer. "Aber uns verbindet die gleiche Mission. Und wir wissen: So ein Projekt schafft niemand allein."

Rund 30 Helferinnen und Helfer unterstützen die Expedition. Zudem ist der Lauf bewusst offen gestaltet: Menschen aus aller Welt dürfen sich an den Etappen beteiligen. "Wir wollen offen laufen", sagt Singer. "Jeder darf mitlaufen, wie bei Forrest Gump."

Ein 96-Trikot mit dem Flock.
Dominik Singer wird das von 96 gestellte Trikot auf der Reise tragen. (Foto: privat)

Ein 96-Trikot und starke Unterstützung aus der Premier League
Ein besonderer Begleiter wird dabei ein Trikot von Hannover 96 sein. Für Singer, der seit Jugendtagen Fan des Vereins ist, gehört es zwingend dazu. "Rot ist die Liebe und dieses Projekt ist ein Herzensprojekt", sagt er. In seiner Jugend hat er selbst mal gegen 96 gespielt. Der 43-Jährige besteht daher darauf, dass das Team von Hannover aus in den Senegal fliegt. "Es verbindet alles", sagt er. "Die Region, der Verein, unseren Weg." Sein Plan ist es, das Trikot durch die Welt zu tragen und am Ende, wenn sie es geschafft haben, zurück ins Stadion zu bringen. Eine Art symbolischer Staffelstab, der jede Menge Spenden und Aufmerksamkeit mit sich tragen soll.

Auch weit über Deutschland hinaus stößt das Projekt auf Resonanz. Mittelfeldspieler Anton Stach, der den Sprung in die Premier League geschafft hat und zuletzt für den DFB‑Kader nominiert wurde, unterstützt Singer öffentlich und nutzt seine Reichweite, um das Projekt sichtbar zu machen. Auch sein Vater, Sportmoderator Matthias Stach, und seine Schwester Emma, Basketballerin, engagieren sich. "Viele denken, Profisportler seien unnahbar", sagt Singer. "Dabei sind unglaublich viele von ihnen sozial engagiert. Hier gibt es keine Konkurrenz, nur ein gemeinsames Ziel."

Ein Spendenposter.
Das Projekt freut sich über jede Menge Spenden und Aufmerksamkeit. (Foto: eigene Darstellung)

Wie man das Projekt unterstützen kann
Während des Laufs wollen die vier ein digitales Tagebuch führen, regelmäßig filmen und so viele Eindrücke wie möglich festhalten. Ein Live-Tracking wird die Reise zumindest zeitversetzt verfolgbar machen. Wer das Projekt unterstützen möchte, findet über den Instagram-Kanal "6500kmfuerdengutenzweck" alle Einblicke sowie die offiziellen Spendenlinks. Singer betont, dass 100 Prozent der Spenden direkt an die unterstützten Projekte - das Kinderhospiz Sternenlichter und die Bildungsinitiativen der Elhad Diouf Foundation im Senegal - fließen. Spendenbelege stellt die begleitende Stiftung aus. "Mir ist es extrem wichtig, dass jede Spende wirklich dort ankommt, wo sie gebraucht wird", betont der Initiator des Projekts.

Wenn das Team Anfang April im Senegal losläuft, beginnt ein extremer Lauf. Aber es beginnt auch eine Geschichte über Mut und Menschlichkeit. Und über ein Stück Hannover 96, das über zwei Kontinente getragen und mit viel Symbolkraft zurück in die Heimspielstätte gebracht wird.
lk

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