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„Inklusion ist meine Leidenschaft“ – Kevin Struß über Inklusion und Sport in Hannover im Interview mit Special Olympics

Der 28-jährige Kevin Struß setzt sich mit viel Herz für Inklusion ein: Er ist festes Mitglied der Steuerungsgruppe des ISMIV-Netzwerks in Hannover. Seit einem halben Jahr ist der leidenschaftliche Fußballer ehrenamtlicher Athletensprecher von Special Olympics Niedersachsen. Auch beruflich dreht sich bei ihm alles um Sport und Teilhabe: Kevin arbeitet seit 2023 als erster Mitarbeitender mit Beeinträchtigung beim Hannoverschen Sportverein von 1896 e.V. Im Interview hat uns Kevin erzählt, warum er sich für Inklusion im Sport engagiert und wie wir alle ein Stück weit dazu beitragen können, mehr Teilhabe zu ermöglichen:

Porträt von Kevin Struß
Kevin Struß ist Athletensprecher von Special Olympics Niedersachsen (Foto: Special Olympics Niedersachsen)

Kevin, was bedeutet Inklusion für dich persönlich?

Inklusion bedeutet für mich: Alle können mitmachen. Es gibt Sportangebote für alle Menschen. Alle können an allen Sportangeboten teilnehmen. Niemand wird ausgegrenzt. Das ist für mich Teilhabe im Sport.

Seit ein paar Monaten hast du ein neues Ehrenamt: Du bist Athletensprecher von Special Olympics Niedersachsen, einer Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung. Was genau machst du als Athletensprecher?

Ich bin seit Oktober Athletensprecher von Special Olympics Niedersachsen. Ich bin Vorsitzender vom Athletenrat. Das ist eine Gruppe, die sich für die Interessen der AthletInnen von Special Olympics Niedersachsen einsetzt. Wir arbeiten eng als Team zusammen. Als Athletensprecher vertrete ich die AthletInnen in den Gremien. Ich bin Teil des Präsidiums und arbeite viel mit der Geschäftsstelle von Special Olympics Niedersachsen zusammen. Das macht mir sehr viel Spaß. Und ich freue mich auf alles, was noch kommt!

Warum engagierst du dich eigentlich für Inklusion im Sport?

Ich engagiere mich für Inklusion im Sport, weil ich selbst gerne Sport mache und bei Hannover 96 Fußball spiele. Inklusion im Sport betrifft mich also persönlich. Ich möchte etwas bewegen. Inklusion ist einfach zu meiner Leidenschaft geworden.

Wo gelingt Inklusion im Sport in Hannover deiner Meinung nach schon gut?

Ganz klar bei Hannover 96, für mich ein Vorreiter für Inklusion im Sport. Unser Handicap-Fußballteam war im Dezember gerade bei einem Turnier in Japan. Das war die bisher weiteste Reise für das Team. Hannover 96 hat zwei Mitarbeitende mit geistiger Beeinträchtigung eingestellt. Wir werden super im Team mitgenommen. Hannover 96 möchte alle Abteilungen inklusiv machen. Alle SportlerInnen sollen überall mitmachen können. Das finde ich klasse. Auch Hannover 78 ist für mich ein gutes Beispiel. Zusammen mit Special Olympics Niedersachsen hat der Verein ein inklusives Hockeyteam aufgebaut. Die Menschen dort sind sehr offen und setzen sich für Inklusion ein.

Was kann das ISMIV-Netzwerk tun, damit Inklusion im Sport in Hannover gelebt wird?

Das ISMIV-Netzwerk kann zeigen, was im inklusiven Sport alles möglich ist. Wir können alle inklusiven Sportangebote in Hannover sammeln und online übersichtlich darstellen. Das kann dann eine Informationsplattform für Menschen mit Beeinträchtigung sein. Das Netzwerk kann Gemeinschaft stiften, es kann Menschen zusammenbringen und den Austausch ermöglichen. Wir können neue Kontakte knüpfen und zusammen Barrieren abbauen. Und wir können dafür sorgen, dass mehr über Inklusion im Sport gesprochen wird.

Hast du Tipps für uns, wie wir alle Inklusion im Sport ein Stück weit fördern können?

Nicht zu lange nachdenken – einfach machen. Wichtig ist: Mit den AthletInnen sprechen und offen sein für ihre Wünsche. Ich finde: Nichts ist unmöglich. Toll wäre es, wenn Vereine Sportarten ausbauen, in denen es wenige inklusive Angebote gibt. Wir können gemeinsam überlegen, wie das gelingen kann.

Du hast ja auch einen eigenen Nachrichten-Kanal. Worum geht es da?

Ja, ich habe eine eigene Rubrik auf dem Instagram-Kanal des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V.: „Kevins Kurznachrichten“. Dort berichte ich über den Verein und über Neuigkeiten, was so passiert und welche Aktionen anstehen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das?

Ich wünsche mir, dass jeder Verein mindestens ein oder zwei Sportangebote für Menschen mit Beeinträchtigung hat – oder dass das sogar gesetzlich festgelegt wird. Toll wäre auch, wenn alle Vereine Inklusionsbeauftragte hätten, die sich für Inklusion einsetzen und sich nur darum kümmern.

Vielen Dank, lieber Kevin, für das offene Gespräch und dein starkes Engagement. Danke, dass du dich mit so viel Herz für Inklusion im Sport einsetzt!

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