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"The way to be humble" als Perspektivwechsel in der 96-Akademie

Ein Basketballspiel im Rollstuhl. Fußball ohne sehen zu können. Gespräche über Religion, mentale Gesundheit und Diskriminierung. Ein Besuch hinter den Mauern einer Justizvollzugsanstalt und Begegnungen mit Kindern, für die Fußball weit mehr als nur ein Hobby ist. Was all diese Erlebnisse verbindet, ist die Idee hinter "The way to be humble", einem Projekt der 96-Akademie, das den Blick über den Fußball hinaus richtet. Den Perspektivwechsel könnt Ihr Euch hier im Video ansehen.

/ Profis, Akademie

Acht Projekte für acht Mannschaften
Über die vergangenen Monate haben alle acht Mannschaften der 96-Akademie ihre gewohnte Umgebung für einen Tag verlassen. Sie haben Menschen kennengelernt, deren Alltag sich grundlegend von ihrem eigenen unterscheidet, haben Fragen gestellt, zugehört, diskutiert und erlebt. Es ging darum, Erfahrungen zu sammeln, den eigenen Horizont zu erweitern und mit neuen Perspektiven zurückzukehren.

"Der Perspektivwechsel hat uns gut getan"
Den Anfang machte die U12 beim Rollstuhlbasketball. Was zunächst ungewohnt wirkte, entwickelte sich schnell zu einer intensiven Erfahrung über Bewegung, Teamwork und die Herausforderungen, mit denen Menschen im Rollstuhl tagtäglich umgehen. Die U13 erlebte beim Blindenfußball, wie wichtig Kommunikation, Vertrauen und Orientierung sind, wenn der Sehsinn plötzlich wegfällt. Eine Erfahrung, die den Blick auf den eigenen Sport nachhaltig verändert hat. Joshua Pohl, Trainer der U13: "Für unsere Jungs war das eine super coole Veranstaltung. Es war sehr beeindruckend, wie hilfreich unsere Spieler vor Ort waren und wie viel Verantwortung sie übernommen haben. Der Respekt war enorm und der Perspektivwechsel hat uns auf jeden Fall gut getan."

"Etwas entwickelt, was wir so in der Form noch nicht hatten"
Für die U14 führte der Weg ins Neue Rathaus. Im Austausch mit Oberbürgermeister Belit Onay ging es um Demokratie, gesellschaftliche Verantwortung und die Frage, welchen Beitrag jeder Einzelne für das Miteinander leisten kann. Julian Battmer, Direktor der 96-Akademie: "Wir haben etwas entwickelt, was wir so in der Form noch nicht in der Akademie hatten. Es wurde aber nicht nur für die Jungs gemacht, sondern auch für alle Trainer und Mitarbeiter, alle Staff-Mitglieder haben auch selber etwas daraus mitnehmen können. Für den Team-Zusammenhalt war es über die Saison hinweg ein sehr, sehr positives Erlebnis."

Spieler der U17 von Hannover 96.
Die U17 bei "IMPRESSION DEPRESSION – Eine Virtual Reality-Erfahrung der Robert-Enke-Stiftung". (Foto: 96/Redaktion)

"Viel gelernt, was ich so schnell auch nicht vergessen werde"
Die U15 besuchte eine Moschee und kam mit den Verantwortlichen ins Gespräch. Offenheit, gegenseitiger Respekt und der Abbau von Vorurteilen standen dabei im Mittelpunkt. Lenn Kloster, damaliger Spieler der U15: "Das Projekt war nochmal was anderes zu dem, was wir sonst in der Schule machen. Man war direkt viel näher dabei und hat so mehr mitbekommen. Ich habe in den Stunden viel gelernt, was ich so schnell auch nicht vergessen werde. Meine Eltern fanden es auch richtig gut, dass wir in eine Synagoge gegangen sind und wir als Spieler von Hannover 96 solche Möglichkeiten bekommen."

"Ihre Identitäten als Menschen erweitern"
Die U16 setzte sich in einem Workshop intensiv mit Antidiskriminierung auseinander. Gemeinsam wurde diskutiert, reflektiert und darüber gesprochen, wie wichtig Haltung und Zivilcourage im Alltag und im Sport sind. Mit der Robert-Enke-Stiftung beschäftigte sich die U17 im Workshop "Impression Depression" mit einem Thema, das im Leistungssport lange tabuisiert wurde: der mentalen Gesundheit. Der offene Austausch machte deutlich, wie wichtig es ist, über psychische Belastungen zu sprechen und füreinander da zu sein. Peter Wellbrock, Sportpsychologe der 96-Akademie: "Wir wollen unseren Spielern auch außerhalb des Sports Erlebnisse verschaffen. Es ist ein großer Mehrwert, dass sie hier für ihre Persönlichkeiten auch andere Situationen kennenlernen dürfen und ihre Identitäten als Menschen erweitern."

"Dankbar für die eigene Lebenssituation"
Für die U19 wurde der Besuch der JVA Hameln zu einer der eindrucksvollsten Stationen des Projekts. Die Begegnungen vor Ort und die Gespräche über Verantwortung und Konsequenzen eigener Entscheidungen hinterließen bleibenden Eindruck. Pepe Lorenz, damaliger Kapitän der U19: "Zu Beginn war es ein komisches und furchteinflößendes Gefühl und es gab auf jeden Fall auch Berührungsängste. Mit der Zeit hat man jedoch einen Einblick in das Leben der Inhaftierten bekommen. Den Perspektivwechsel nehme ich als sehr, sehr wichtig wahr. Man merkt dadurch, wie dankbar man für die eigene Lebenssituation sein kann."

Spieler der 96-Akademie beim CleanUp-Day.
Alle Spieler, Trainer und Mitarbeiter beim CleanUp-Day in der 96-Akademie. (Foto: 96/Redaktion)

"Die Jungs aus ihrem Alltag rausholen"
Die U23 verbrachte einen gemeinsamen Trainingstag mit Kindern der Caritas. Im Mittelpunkt standen nicht Leistung oder Ergebnisse, sondern Freude an der Bewegung, gemeinsames Erleben und die verbindende Kraft des Fußballs. Juri Sladkov, Leiter CSR/Nachhaltigkeit bei Hannover 96: "Es ist uns wichtig, dass wir die Jungs - auch wenn es nur für einen kurzen Moment ist - aus ihrem Alltag rausholen, ihnen einen Perspektivwechsel ermöglichen, neue Impulse geben und auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleiten."

CleanUp-Day als gemeinsames Finale
Zum Abschluss kamen noch einmal alle zusammen. Beim gemeinsamen CleanUp-Day rund um die Akademie befreiten Spieler, Trainer und Mitarbeitende das Gelände und die umliegenden Wege von Müll. Ein bewusst gewählter Schlusspunkt, der das widerspiegelt, worum es bei "The way to be humble" geht: Verantwortung übernehmen. Und zwar nicht nur auf dem Platz, sondern auch für das eigene Umfeld und die Gesellschaft.

Projekt läuft auch in der nächsten Saison weiter
Die Reise ist damit jedoch nicht beendet. Im Gegenteil: "The way to be humble" soll auch in der kommenden Saison fortgeführt werden. Denn die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Persönlichkeitsentwicklung nicht nur im Training stattfindet, sondern überall dort, wo Menschen bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen, anderen zuzuhören und ihren Blick auf die Welt zu erweitern.
mi

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