Durchwachsener Saisonstart
Nach dem 1:3 bei Energie Cottbus und der 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg steht Hannover 96 nach zwei Spieltagen noch ohne Punkt da. Eine Bilanz, die den eigenen Ansprüchen nicht genügt. Die Auftritte der 96-Profis liefern allerdings ein differenzierteres Bild.
In Cottbus gab 96 insgesamt 26 Torschüsse ab, gegen den Bundesliga-Absteiger aus Wolfsburg hatte die Mannschaft vor 49.000 Zuschauenden mehrfach die Führung auf dem Fuß. Insgesamt stehen nach zwei Partien 39 Abschlüsse und ein aufsummierter xGoals-Wert von 4,61 zu Buche. Herausgesprungen ist daraus bislang lediglich ein Treffer.
"Klar ist der Spielverlauf ärgerlich, aber ich werde ihn für mich auch schnell wieder abhaken“, sagt Cheftrainer Christian Titz mit Blick auf das Wolfsburg-Spiel. "Wenn man spielerisch so stabil wie wir in eine Saison geht, ist es eine Frage der Zeit, bis wir die Spiele auch für uns entscheiden."
Hohe Bereitschaft als Grundlage
Neben der Anzahl der herausgespielten Möglichkeiten hebt der 96-Coach die Einstellung seiner Mannschaft hervor. Auch nach dem späten Rückstand gegen Wolfsburg versuchte seine Mannschaft bis zum Schlusspfiff noch zum Ausgleich zu kommen.
"Was ich sagen kann, ist, dass die Jungs sich wirklich nicht aufgegeben und immer weitergemacht haben. Bis auf die Tatsache, dass wir unsere Möglichkeiten nicht genutzt haben, kann ich ihnen wenig Vorwürfe machen", erklärt Titz. Der Trainer sieht die positiven Ansätze dabei nicht nur in der Chancen-Kreation, sondern auch in der Arbeit gegen den Ball: "Wir spielen uns nicht nur viele Chancen heraus, auch die Art, wie wir verteidigen, ist wirklich gut. Mit welcher Disziplin wir sprinten, antreten und abbremsen – da haben wir eine ganz hohe Bereitschaft drin."
In den entscheidenden Momenten nachschärfen
Eine Bereitschaft, die die Grundlage bilden, eine kritische Analyse jedoch nicht ersetzen soll. Wie gegen Cottbus, ließ auch in der Partie gegen Wolfsburg eine Elfmeterentscheidung das Spiel in Richtung des Gegners kippen. "Natürlich werden wir darüber sprechen, was bei der Entstehung des Gegentreffers besser laufen muss", kündigt Titz an.
Die größte Aufgabe bleibt jedoch die Chancenverwertung. Sowohl in Cottbus als auch gegen Wolfsburg waren ausreichend Gelegenheiten vorhanden, um die Partien in eine andere Richtung zu lenken. Gegen den VfL scheiterten unter anderem Maurice Neubauer und Benedikt Pichler in aussichtsreichen Positionen.
Titz ist überzeugt, dass sich mit den ersten Erfolgserlebnissen auch die Selbstverständlichkeit vor dem gegnerischen Tor einstellen wird: "Ich glaube, dass das mit den Spielen kommen wird. Wenn wir unsere Gelegenheiten im nächsten Spiel nutzen, ist dieses Selbstverständnis wieder da."
Nächste Chance im DFB-Pokal
Die nächste Gelegenheit bietet sich am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr). In der ersten Runde des DFB-Pokals trifft Hannover 96 im Bremer Weserstadion auf den Fünftligisten und Bremer Landespokalsieger SV Hemelingen. Acht Tage später geht es in der 2. Bundesliga mit dem Auswärtsspiel beim SV Darmstadt 98 weiter.
Der Ansatz für die kommenden Aufgaben dürfte klar sein: die spielerische Stabilität bewahren und sich für den betriebenen Aufwand belohnen.
lk