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Fußball für die Ohren: Blindenfußball bei Hannover 96

Ein rasselnder Ball, klare Rufe und volles Vertrauen: Seit Anfang 2025 gibt es in Hannover eine Blindenfußballgruppe, die in Kooperation von Hannover 96 und Werder Bremen ins Leben gerufen wurde. Das Angebot zeigt eindrucksvoll, wie Inklusion im Sport gelebt wird – und wie Jugendliche durch den Ballsport neues Selbstvertrauen tanken.

Hören statt Sehen: So funktioniert Blindenfußball
Wer an Fußball denkt, hat meist jubelnde Fanblöcke und laute Gesänge im Kopf. Beim Blindenfußball hingegen herrscht auf dem Platz Ruhe, denn die SpielerInnen orientieren sich komplett über ihr Gehör. Der Ball ist mit kleinen Rasseln gefüllt, damit seine Position jederzeit hörbar ist. Ein zentrales Element auf dem Feld ist das spanische Wort „Voy“ (auf Deutsch: „Ich komme“). Es wird von heranlaufenden FeldspielerInnen gerufen, um Zusammenstöße zu vermeiden und die eigene Position anzuzeigen. Damit alle SpielerInnen dieselben Voraussetzungen haben, unabhängig von ihrem individuellen Sehvermögen, tragen alle FeldspielerInnen spezielle Dunkelbrillen.

Blindenfußballer von Hannover 96
(Foto: Holger Apitius)

Training mit Worten, Berührung und Geduld
Im Gegensatz zum sehenden Fußball lässt sich im Blindenfußball kaum etwas visuell vorführen. Für Trainerin Meta Kuhlmann bedeutet das eine besondere Form der Vermittlung: Jede Übung, jede Bewegung und jedes Ziel müssen im Detail verbal beschrieben werden. Reicht die Sprache nicht aus, greift sie zu taktilen Hilfsmitteln – wie dem Zeichnen des Spielfeldes auf die Handflächen der SpielerInnen. Auch der 96-Inklusionsbeauftragte Holger Apitius hebt diese Leistung hervor: „Das Training erfordere enorme Präzision, da jeder einzelne Schritt für die Teilnehmenden greifbar gemacht werden muss.“

Blindenfußballspielerin von Hannover 96 im Dribbling
(Foto: Clara Fehse)

Mehr als nur Sport: Vertrauen und Barrieren überwinden
Für die aktiven Jugendlichen steht beim wöchentlichen Training weit mehr als der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Es geht um Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und das Erleben einer starken Gemeinschaft. Im Alltag stoßen Menschen mit Sehbeeinträchtigung oft auf Barrieren; auf dem Fußballplatz treten diese in den Hintergrund. Besonders beeindruckend ist das gegenseitige Vertrauen, das die SpielerInnen aufbauen, wenn sie trotz ihrer Beeinträchtigung mutig über das Spielfeld laufen.

Teamfoto der BlindenfußballerInnen von Hannover 96
(Foto: Clara Fehse)

Miteinander statt Gegeneinander: Der Inklusionsgedanke
Ein weiterer Unterschied zum Profifußball liegt im Umgang der Vereine untereinander. Im Inklusionssport steht das Miteinander im Vordergrund: Vereine wie Hannover 96, Werder Bremen oder die Lebenshilfe Braunschweig tauschen Erfahrungen aus, unterstützen sich gegenseitig und helfen beim Aufbau neuer Angebote. Das junge Angebot in Hannover wächst stetig weiter und schafft für sehbeeinträchtigte und blinde Jugendliche einen Ort, an dem Sport und Begeisterung ohne Hürden erlebbar sind. Habt Ihr Interesse am Blindenfußball oder möchtet das Training kennenlernen? Meldet Euch gerne bei unseren Ansprechpartnern der Abteilung Handicapsport.


Abteilungsleiter Handicapsport

Holger Apitius

Übungsleiterin Blindenfußball

Meta Kuhlmann

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