Fehler klar angesprochen
Zu wenig Zugriff, zu wenig Durchsetzungskraft und ein früher Rückstand: Die Gründe für die Niederlage in Magdeburg suchten die 96-Profis nach dem Spiel bei sich selbst. "Es war von uns zu wenig in den Zweikämpfen", sagte Jean Hugonet. Auch Bastian Allgeier sah die Mannschaft gegen den Ball nicht dort, wo sie hinwollte: "Wir waren im Pressing nicht griffig genug." Den vorgesehenen Matchplan konnte die Mannschaft von 96-Cheftrainer Sandro Wagner an diesem Nachmittag nicht umsetzen.
Der frühe Gegentreffer fiel nach einem Fehler im Spielaufbau: Franz Roggows Klärungsversuch wurde von Moritz-Broni Kwarteng geblockt, von dessen Fuß der Ball ins 96-Tor prallte. Weinkauf zeigte sich nach der Partie selbstkritisch und nahm einen Teil der Verantwortung für das frühe Gegentor auf sich. Noch vor der Pause erhöhte Magdeburg auf 2:0. Für 96 blieb es ein Nachmittag, an dem zu vieles nicht zusammenpasste.
Mut behalten, Abläufe verbessern
Dabei gab es durchaus Situationen, in denen die Wagner-Elf gefährlich wurde. Nach dem frühen Rückstand hatten Stefan Teitur Thordarson und Hugonet den Ausgleich auf dem Fuß beziehungsweise Kopf. Später traf Marcel Hartel beim Stand von 0:2 den Pfosten. Über längere Phasen gelang es 96 jedoch nicht, Magdeburg ausreichend unter Druck zu setzen und dessen Angriffe zu kontrollieren.
Für 96-Coach Wagner gehört zur Aufarbeitung deshalb auch, dass seine Spieler sich weiterhin etwas zutrauen. "Wir müssen eine Kultur haben, wo man sich was traut", erklärte der Cheftrainer nach der Partie. Die Fehler sollen besprochen und die Entscheidungen auf dem Platz verbessert werden. Den Mut im eigenen Spiel will Wagner dabei erhalten.
Nach seinem ersten Pflichtspiel will Wagner nicht alles über den Haufen werfen. Der 96-Coach setzt weiter auf Vertrauen und die Entwicklung seiner Mannschaft. Dabei betonte er, bei Siegen nicht überzureagieren und nach Niederlagen nicht alles schlechtzureden.
Gleichzeitig fordert der 38-Jährige Leistung ein: "Es gibt für keinen Spieler einen Freifahrtschein", stellte er klar. Wer spielen will, muss sich mit Leistungen auf dem Platz empfehlen. Lediglich auf der Torwartposition gilt die bereits getroffene Festlegung bis zum Winter: Weinkauf spielt in der Liga, Pascal Loretz im Pokal.
Die nächste Chance vor eigenen Fans
"Wir lassen uns aber davon nicht unterkriegen", betonte Weinkauf im Anschluss an die Niederlage und verwies auf die nächste Gelegenheit in der Partie gegen St. Pauli. Die Hamburger kommen nach einem 2:0 gegen den Karlsruher SC mit Rückenwind nach Hannover. Entsprechend wird auch am Samstag eine gute Leistung gefordert sein.
Am 17. Oktober (Anpiff 20.30 Uhr) empfängt 96 die Kiezkicker zum Tospiel des 8. Spieltages in der Heinz von Heiden Arena. Für Wagner ist es das erste Liga-Heimspiel als 96-Cheftrainer. Vor eigenen Fans will die Mannschaft die angesprochenen Verbesserungen auf den Platz bringen und wieder punkten. Hier gibt es noch wenige Resttickets.
lk