NIEMALSALLEIN

"Heute sind wir dem nicht gerecht geworden"

Nach der Niederlage im Derby sprechen Stefan Teitur Thordarson und Leo Weinkauf über die 90 Minuten am frühen Sonntagnachmittag. Außerdem ziehen die beiden Cheftrainer Sandro Wagner und Lars Kornetka sowie 96-Geschäftsführer JOnas Boldt ihr Fazit.

96-Cheftrainer Sandro Wagner: Wir wollten das Spiel natürlich positiv gestalten - für uns, aber auch für all die Leute, die vom ersten Tag an klargemacht haben, dass es ein sehr wichtiges Spiel ist. Von daher ist die Enttäuschung ist natürlich groß. In der ersten Halbzeit haben wir keine gute Struktur gehabt und haben schon vor der Pause einige Dinge umgestellt. Wir haben keinen guten Zugriff bekommen - gerade wenn es darum ging, die zweiten Bälle zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit war unser Zugriff besser, und wir sind etwas dominanter aufgetreten. Wir hatten Chancen, die reingehen können. Man muss es sich erarbeiten, dass das Ding dann reingeht, aber das haben wir im Moment nicht. Wir sind nicht die erste Mannschaft, die in so einer Situation ist, und werden auch die letzte Mannschaft sein. Für uns geht es jetzt darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen, und das werden wir machen in den nächsten Tagen. Ich glaube an unsere Jungs, ich glaube an den Kader. Es bringt aber jetzt nichts, zu viel zu erzählen, sondern wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten.

BTSV-Coach Lars Kornetka: Für uns war es ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Ich denke, das hat man gemerkt. Wir wollten die Fehler aus dem letzten Spiel wiedergutmachen. Es ist uns gut gelungen, uns für unsere Arbeit zu belohnen. In der ersten Halbzeit wollten wir unsere Stärken zur Geltung bringen, auch mit einer Umstellung im System. Wir wollten die Schwächen aufdecken, die Hannover haben kann. Es war klar, dass uns in der zweiten Halbzeit ein Feuerwerk erwarten würde und Hannover das nicht auf sich sitzen lassen würde. Dann hatten wir eine schwächere Phase, in der wir zu viel zugelassen haben. Das ärgert mich auch dann, wenn wir gewonnen haben. Am Ende haben wir wieder Druck auf den Gegner ausgeübt, konnten das Spiel offen gestalten und uns in der Nachspielzeit mit dem 2:0 belohnen.

96-Geschätsführer Jonas Boldt: Diese Szenen braucht man nicht im Fußballstadion. Das ist völlig unnötig. Dass man enttäuscht ist, wenn man ein Derby verliert, auch so verliert, das ist völlig legitim, aber wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass wir solche Szenen nicht brauchen. Die braucht man nicht hier, und die braucht man auch in keinem anderen Stadion. Wenn wir aufs Spiel gehen: Wir reden über ein Derby. Dass wir in der ersten Halbzeit gar nicht präsent gewesen sind, ist klar. Wir haben uns zu viel versteckt, keine Zweikämpfe angenommen: eine erste Halbzeit, die du generell bei einem Fußballspiel und erst recht nicht bei einem Derby an den Tag legen darfst. Ich glaube, man sieht, dass wir sehr viel Bedarf haben, zu arbeiten, insbesondere an unserem Selbstvertrauen zu arbeiten, damit wir da rauskommen. Dass das jetzt noch mal ein Schlag ist für den kompletten Klub, für alle Fans, für alle Spieler, das ist klar. Aber jetzt wird sich zeigen, wer bereit ist, sich da herauszuarbeiten. Das kann eine große Chance sein für einen Klub, aber das ist eben auch nicht einfach und mit genauem Auge zu beobachten.

96-Kapitän Stefan Teitur Thodarson: Als Kapitän übernehme ich Verantwortung. Unsere erste Halbzeit war nicht gut. Braunschweig hat viele zweite Bälle gewonnen. Wir hatten nicht die Energie, die wir gegen St. Pauli gezeigt haben. Die Eintracht hatte zwar nicht viele Chancen, aber in der ersten Halbzeit wirkte es, als wären wir nicht bereit. Das ist in einem Derby nicht akzeptabel. Jeder wusste, was dieses Spiel bedeutet. Heute sind wir dem nicht gerecht geworden. Ich bin sehr froh, dass wir am Mittwoch wieder spielen. Das ist eine Gelegenheit, es ein Stück besser zu machen. Dieses Spiel hat uns alles bedeutet. Aber es zählt nicht, was wir sagen, sondern was wir auf dem Platz zeigen.

Leo Weinkauf: Wir haben uns das Derby natürlich anders vorgestellt. In der ersten Halbzeit haben wir nicht ins Spiel gefunden, kriegen dann das Gegentor. Im zweiten Durchgang wollten wir eine Reaktion auf die nicht gute erste Halbzeit zeigen, aber haben unsere Chancen dann nicht genutzt. Zum Schluss kriegen dann noch das 2:0 und es ist insgesamt ein beschissener Moment.

Stefan Teitur Thordarson im roten Heimtrikot im Derby am Ball.
Stefan Teitur Thordarson im Derby am Sonntag (Foto: 96/Redaktion)
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