Benji, drei wichtige Punkte bleiben in Hannover. Wie erleichtert und glücklich bist Du nach dem 2:1 gegen Dresden?
Benjamin Källman (28): Wir haben lange auf diesen Sieg gewartet. Wir haben schon vorher gute Dinge gezeigt und das Gefühl gehabt, dass wir einiges richtig machen. Deshalb war es sehr wichtig, jetzt zu gewinnen. Ich hoffe, dass uns dieser Erfolg viel geben kann. Wenn wir darauf aufbauen, können wir den nächsten Schritt machen.
In der ersten Halbzeit haben wir noch nicht den Zugriff bekommen, den wir uns gewünscht haben. Nach der Pause war dann eine andere Mannschaft auf dem Platz. Was ist in der Kabine passiert?
Källman: Als wir in die Halbzeit gegangen sind, war uns allen klar, dass das bisher nicht genug war. Grundlegend haben wir gar nicht so viel verändert. Es ging vielmehr darum: Wir wissen, was wir können und wie gut wir sein können. Das müssen wir auf dem Platz besser zeigen. Ich denke, das hat sehr gut funktioniert. Wir sind aus einer schwierigen Situation heraus in die zweite Halbzeit gekommen und waren da. Das zählt, und das nehmen wir mit.
Zur Pause gab es Pfiffe, am Ende konntet Ihr gemeinsam mit den Fans über drei verdiente Punkte jubeln. Wie wertvoll ist es, als Mannschaft so zurückzukommen?
Källman: Das ist sehr wertvoll. Die Situation ist für alle schwierig. Noch schwieriger wird es, wenn man das Gefühl hat, eigentlich schon gute Schritte gemacht zu haben. Dann geraten wir wieder mit 0:1 in Rückstand und haben eine schwierige erste Halbzeit. Mental ist das für uns Spieler hart. Sich daraus zu befreien, gehört zu den schwierigsten Dingen. Dass uns das gelungen ist, zeigt Charakter und auch, was wir leisten können. Es wird nicht in jedem Spiel in der ersten Halbzeit so schwer für uns laufen. Dass wir auch dann so zurückkommen können, wenn es nicht gut für uns aussieht, ist deshalb sehr positiv.
Du selbst durftest ebenfalls jubeln, Dein Treffer zum vermeintlichen 3:1 wurde nach dem Eingriff des VAR allerdings zurückgenommen. Was nimmst Du aus dieser Szene mit?
Källman: Mein letztes Tor ist schon eine Weile her. Deshalb kann ich persönlich trotzdem etwas Positives aus der Szene mitnehmen. Für mich war es kein ganz klares Foul. Ich verstehe aber, worauf die Schiedsrichter schauen, und akzeptiere die Entscheidung. Als Stürmer musst du die positiven Dinge mitnehmen, die sich dir bieten. Für mich bleibt, dass ich den Ball ins Tor gebracht habe. Auch wenn der Treffer offiziell nicht zählt, nehme ich dieses Gefühl mit. Hoffentlich hilft es mir dabei, weitere Tore zu schießen.
Du hast viele Wege gemacht, Dich in Zweikämpfe geworfen und Bälle behauptet. Wie wohl fühlst Du Dich mit Deinen Aufgaben auf dem Platz?
Källman: Ich fühle mich sehr wohl und spüre eine Freiheit auf dem Platz, die mir guttut. Es gibt für mich viele Aufgaben, und das gefällt mir. Diese Art zu spielen passt gut zu mir. Ich gehe gerne in Zweikämpfe und behaupte den Ball. Das sind vielleicht nicht immer die spektakulärsten Aktionen, aber sie tun mir gut. Vor allem bin ich natürlich sehr glücklich über den Sieg. Das ist das Wichtigste. Wenn du all diese Arbeit machst und am Ende nicht gewinnst, kann das frustrierend sein. Diesmal hat sich der Aufwand ausgezahlt.
Dein Tor gegen Dresden wurde zurückgenommen. Dann machst Du gegen Heidenheim einfach zwei?
Källman: Das wäre großartig (lacht).