NIEMALSALLEIN

"Das war einfach brutal - im positiven Sinn"

Benedikt Pichler gab im Anschluss an das Heimspiel gegen die SV Elversberg (Endstand 1:1) ein Interview über die Gefühlslage der Mannschaft, seinen persönlichen Spielstil und etwas, das seine Mutter "gar nicht hätte glauben können".

/ Profis
Benedikt Pichler im roten 96-Trikot.
Benedikt Pichler hatte in der Partie gegen Elversberg einen großen Aktionsradius. (Foto: 96/Redaktion)

Pichi, ein 1:1 ist es am Ende geworden. Ich habe den Eindruck, dass es uns schwerer fällt, mit dem Unentschieden zu leben, als dem Gegner.
Benedikt Pichler (28): Ja, das glaube ich auch. Wenn man unseren Jungs ins Gesicht schaut, dann merkt man schon, dass nach dem Spiel viel Enttäuschung dabei ist. Es war einfach unglücklich.

Ihr habt eine sehr starke erste Halbzeit gespielt. In der zweiten hat sich das Spiel speziell nach dem Gegentor ein bisschen verändert.
Pichler: Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit war es schwieriger. Und trotzdem muss man sagen: Ich bin keiner, der grundsätzlich über den Schiedsrichter redet, aber es waren ein paar Entscheidungen dabei, die für uns schwierig waren. Das soll aber keine Ausrede sein, weil wir selbst noch genügend Möglichkeiten gehabt hätten, das Spiel zu entscheiden.

Wie schwer ist es, in so einem Moment eine differenzierte Sicht zu behalten?
Pichler: Es dauert einfach ein bisschen länger. Es waren ein, zwei Szenen dabei, die wir anders wahrgenommen haben, und das macht es dann schwer, das sofort zu akzeptieren – gerade, wenn es um so viel geht.

Trotzdem: Was nehmt ihr Positives mit?
Pichler: Wir können viel Positives mitnehmen. Wir haben zum Beispiel sehr gut gegen den Ball gearbeitet und hatten in der ersten Halbzeit viel Tempo drin. Das müssen wir rausziehen. Und wir müssen diese Wut jetzt einfach in Energie umwandeln. Ich bin sicher, dass uns das gelingt.

Wir befinden uns jetzt in der heißen Phase der Saison.
Pichler: Genau. Wir sind mittendrin. Wir haben es geschafft, diese Phase zu erreichen und oben dranzubleiben. Dafür brauchst du genau solche Leistungen. Die erste Halbzeit war sehr gut, die zweite war ein anderes Spiel, aber wir haben viel investiert.

Wie viel Mut gibt euch diese erste Halbzeit?
Pichler: Auf jeden Fall viel. Man sieht, dass die Mannschaft brutal lebt – da war richtig Feuer drin. Wir haben gezeigt, dass wir zusammenarbeiten, dass wir Tempo reinbringen können und dass wir gegen den Ball richtig gut waren. Das hat mir gefallen.

Eine persönliche Frage: Du hast einen riesigen Aktionsradius. Wie siehst du deine Rolle?
Pichler: Ich glaube, das sieht jeder: Ich habe einen großen Radius, ich ackere viel, hole auch mal Bälle zurück und verteile sie. Das gehört zu meinem Spiel. Ich bin nicht der, der nur vorne drinsteht.

In der Partie hat man gesehen, wie viel du für die Mannschaft gearbeitet hast.
Pichler: Ich versuche einfach, meinen Teil zu machen. Natürlich wünscht man sich als Stürmer, jede Woche einen Doppelpack zu schießen – logisch. Aber es gibt eben auch andere Dinge, mit denen man der Mannschaft helfen muss. Und man hat ja gesehen: Auch nach einer Phase, in der es für einen selbst schwieriger war, kann sich das Blatt schnell wenden, wie zuletzt auf Schalke. Ich habe große Zuversicht, dass das wieder so kommt.

Eine Sache wollen wir noch ansprechen: die Unterstützung in der Arena.
Pichler: Wir hatten richtig viele Zuschauer im Stadion – an einem Ostersonntag. Das finde ich außergewöhnlich, ich kenne das aus Österreich auch eher anders. Das war schon ein sehr gutes Level. Und es zeigt, was wir uns erarbeitet haben und wie die Stimmung hier gerade ist.

Du hast gesagt, in Österreich wäre das untypisch.
Pichler: Total. Meine Mom hat mir geschrieben, dass sie gelesen hat, wie viele Zuschauer kommen. Sie hätte das gar nicht glauben können. In Österreich kennt man das an so einem Tag nicht. Das war das einfach brutal – im positiven Sinn.

Am Ende hat nur der Sieg gefehlt.
Pichler: Ja, schade, dass wir nicht drei Punkte geholt haben. Aber trotzdem: Diese Unterstützung kann ein extrem wichtiger Faktor werden auf der Zielgeraden. Und darauf sind wir stolz.

Vielen Dank, Pichi

NEWSCENTER
RSS Feed
Fanartikel
Business
Arena
Datenschutz
Kontakt
Medien
Sitemap
Tickets
Navigation
Schließen