Verein, Triathlon

Erfolge für 96 und ein besonderer Abschied - das war der Maschsee-Triathlon

Vier starke Frauen, ein Haupt(darsteller) und ein Abschied mit Applaus - beim Maschseetriathlon schrieben von den insgesamt 2152 Startern die Athleten von Hannover 96 die schönsten Geschichten.

Haupt mit neuem Streckenrekord
Ein Zweitligarennen zum Warmmachen? Das klingt unglaublich, aber mit Angelegenheiten, die man auf den ersten Blick kaum glauben kann, kennt sich ein Amateur-Weltmeister im Ironman (3,8 Kilometer schwimmen/180 Kilometer Rad fahren/42,195 Kilometer laufen) natürlich aus. Also bestritt 96-Triathlet Christian Haupt erst einmal mit den Teamkollegen schnell sein Zweitligarennen-Sprintrennen mit 750 Meter schwimmen, 19,2 Kilomter Rad fahren und fünf Kilometer laufen, ehe er eine Stunde später (kein Tippfehler, liebe Leser) am Maschsee den doppelt so langen Wettkampf auf der Olympischen Distanz bestritt und sein Heimspiel zu einer Galavorstellung machte. Denn Haupt lief nach 1:54:39 Stunden nicht nur mehr als zwei Minuten vor dem Zweiten Marc Günther (VfL Wolfsburg) ins Ziel, sondern stellte auch noch einen neuen Steckenrekord auf. Am 7. Oktober in Taiwan wartet auf Haupt die nächste große Herausforderung mit dem nächsten Ironman.

96-Frauen beenden Saison auf Platz drei
Für ein sportliches Highlight sorgten auch die 96-Frauen, die ihr Zweitliga-Rennen dank dreier Top-Ten-Ränge – Tabea Fricke wurde Dritte, Dörte Zimmermann Fünfte und Lena Brunkhorst Achte - und einer starken Platzierung auch von Dorothee Polte (33.) gewannen und vor allem am Strandbad von den Zuschauern lautstark angefeuert wurden. Die 96-Frauen kletterten dank des Tageserfolges auf den dritten Platz in der Abschlusstabelle - nur drei Punkte hinter dem Meister aus Bonn. Die 96-Männer hatten in ihrem Zweitligarennen als Sechste viel Pech, obwohl Silas Bergmann (Vierter) und Sven Kiene (Achter) weit vorn mitmischten. Doch Hauke Horstmann kam wegen Achillessehnenbeschwerden während des Laufens nicht ins Ziel, so komplettierten Nils Reckemeier (42.) und Haupt (59.) das Team. In der Abschlusstabelle wurden die 96-Männer Vierter - Meister wurde Berlin.

Dank an viele ehrenamtliche Helfer
Den dritten 96-Sieg steuerte Philipp Fahrenholz im Volkstriathlon bei. Erwähnenswert ist auch die Leistung von Abteilungsleiter Markus G. Werner. Im Vorfeld hatte er mit vielen ehrenamtlichen Helfern alles für eine tolle Veranstaltung getan, die zum Schaufenster für die Leistungsstärke und -breite der 96-Triathlonabteilung wurde. Werner selbst überzeugte als Vierter seiner Altersklasse auf der Olympischen Distanz mit 2:11:34 Stunden.

Gänsehaut beim Abschied
Auch Tränen gab es für einen 96-Ausnahmesportler - Tränen der Rührung und der Freude. Jan Raphael beendete mit dem Heimrennen seine großartige Karriere und sorgte für ein perfektes Schlussbild, als er zusammen mit seiner Frau Rebekka und Sohn Leo (3) ins Ziel lief und dort von der großen Triathlon-Familie mit 96-Klubkollegen sowie Weggefährten mit riesigem Applaus gefeiert wurde. Es war der Gänsehautmoment des Maschseetriathlons.

Der 38-Jährige wurde zweimal Ironman-Vizeeuropameister und ist deutscher Meister auf der Langdistanz. Vor 23 Jahren hatte er am Maschsee seinen ersten Jugendtriathlon bestritten - jetzt schloss sich für Raphael der Kreis.
hr