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Besondere Rasenpflege in der HDI Arena: Arbeit, die sich auszahlt

Zwei Mal im Jahr wird das Grün in der HDI Arena normalerweise ausgetauscht. Normal ist in diesem Jahr bisher jedoch wenig – und deswegen hat uns unser Technischer Leiter Christian Martin einmal erklärt, wie sich die Rasenpflege in Zeiten von Corona geändert hat.

Der Verti Drain ist ein Spezialgerät zur Rasenpflege.

Rasen kann regenerieren
Die Sommerpause ist eigentlich Konzertzeit in der HDI Arena – doch in diesem Jahr war und ist vieles grundlegend anders. Die Coronapandemie führt nicht nur bei den 96-Heimspielen zu (fast) leeren Rängen, auch der einzige Deutschland-Auftritt des Ex-Beatles Paul McCartney musste abgesagt werden. Damit einhergehend änderte sich auch die Grünpflege in unserem Wohnzimmer, wie uns unser Technischer Leiter Christian Martin verrät: "Sonst war es immer so, dass der Rasen nach den Konzerten getauscht werden musste, weil er speziell im Bühnenbereich so abgedeckt wurde, dass er darunter gar nicht mehr wächst." Durch die Pause hatte man nun "die Möglichkeit, dass der Rasen regenerieren kann."  

"Man braucht dafür Zeit"
Wie das genau aussah, erklärt uns Martin ebenfalls: "Der Rasen, den wir aktuell haben, wurde seit Ende Januar bespielt und durch die Coronapause auch sehr lange Zeit im Training genutzt." Durch die intensive Belastung passierten mehrere Dinge: Zum einen kam es zu Abnutzungserscheinungen, außerdem verdichtete der Rasen sehr stark. Dazu kam ein gewisses Maß an Unkraut und altes Schnittgut, welches mit der Zeit eine Moosschicht auf dem Rasen bildete, sodass das Wasser nicht mehr optimal ablief. "All diese Dinge mussten irgendwann bearbeitet werden", führt Martin weiter aus und er benennt auch gleichzeitig das Problem: "Man braucht dafür Zeit." Zeit, die nun vorhanden war.

Vier Tage Vollgas
Der erste Schritt war das Vertikutieren des Rasens, im Anschluss fuhr ein sogenannter Verti Drain über das Grün. "Das ist ein Spezialgerät für die Rasenpflege, die den Rasen bzw. das Erdreich auflockert", so Martin. In diese entstandenen Löcher wurde Sand eingekehrt, um Kanäle zu schaffen, durch die das Wasser wieder besser ablaufen kann. Vier bis fünf LKW-Ladungen an Sand wurden dafür aufgefahren. "Der Platz war gefühlt ein Sandkasten", vergleicht Martin und fügt an: "Zusätzlich wurde zum vorhandenen Rasen neuer angesät und bewässert." Vier Tage dauerte der komplette Prozess in der HDI Arena, das gesamte Greenkeeping-Team aus der Akademie und von den Profis war dabei im Einsatz. Bis das Grün in der Arena wieder vollständig blüht, vergehen vier bis sechs Wochen.

"Dann müssen wir was tun"
Arbeit, die sich laut Martin auszahlt: "Dadurch, dass der Rasen hier vor Ort angesät wurde, ist er viel besser verwurzelt." Einen Tausch verhindern werde die Pflege allerdings trotzdem nicht. "Irgendwann im Winter wird eine Zeit kommen, in der kein Wachstum mehr stattfindet", so Martin. Ab dann gehe es nur noch darum, den Rasen für den Spielbetrieb herzurichten. Wann das Grün schlussendlich gewechselt wird, hänge von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt aber: "Wenn wir  das Gefühl haben, dass die Qualität des Rasens das Spiel unserer Profis beeinflusst, dann müssen wir was tun." Denn: "Am Ende geht es darum, dass die Jungs die bestmögliche Leistung auf den Platz bringen können."
nj