Ein Spiel zweier Teams, die etwas brauchen
Für Titz ist die Erwartung an die Partie eindeutig: "Ein Spiel, in das beide Mannschaften Aktivität reinbringen werden, denn beide Teams wollen unbedingt punkten." Düsseldorf werde versuchen, den Abstand nach unten zu vergrößern, "und wir wollen wieder drei Punkte holen, um in das richtige Fahrwasser zu gelangen".
Die Rollen in der Offensive könnten auf den ersten Blick dabei kaum unterschiedlicher sein: Während 96 mit 31 Saisontoren zu den torgefährlichsten Teams der Liga gehört, stellt die Fortuna mit 16 Treffern die schwächste Offensive. Dennoch sieht Titz in der Entwicklung des Gegners klare Muster nach vorne. Nach drei Niederlagen in Folge, in denen das Team von Cheftrainer Markus Anfang nur einen Treffer erzielte, ist eine Trendwende zu erkennen: Zuletzt konnte die Fortuna eine kleine Serie von zwei Heimerfolgen starten und zeigte sich offensiv deutlich aktiver.
Dass Düsseldorfs zuletzt erzielte Treffer dennoch nach Ecken fielen, ist in der Vorbereitung auf den Gegner nicht unbemerkt geblieben. "Das Verteidigen bei gegnerischen Ecken ist jede Woche Thema", stellte Titz zunächst klar. So auch in der Vorbereitung auf Düsseldorf. Cedric Itten sei dabei ein besonders gefährlicher Zielspieler, "der sich gut nach hinten absetzt und selbst langsame, fast stehende Bälle noch super drücken kann". Die Mannschaft habe besprochen, "wie wir diese Situationen lösen, denn sie werden im Spiel vorkommen".
Eigene Spielweise bleibt unverändert – mit einem klaren Zusatzauftrag
Titz betonte, dass 96 trotz der jüngsten Ergebnisse nicht vom eigenen Ansatz abrücken werde. Die Mannschaft habe in der Vorbereitung "sehr stabil gespielt", und die Art und Weise, wie Chancen herausgespielt und Führungen erzielt worden seien, stimme ihn positiv. Gegen Düsseldorf wolle man "in einer ähnlichen Art und Weise auftreten – nur, dass wir es in der Defensive besser gestalten wollen".
Er beschrieb sein Team als eine Einheit, die zwar "viel Ballbesitz hat und sich viele Torchancen herausspielt", sich jedoch nicht hierauf reduzieren lässt. Ebenso gehöre ein "permanent hohes Pressing", in dem der Gegner in Zweikämpfe verwickelt und zu Ballverlusten gezwungen wird, zur Identität des Spiels. Doch genau diese mutige Spielweise fordere präzises Verteidigen in den wenigen Momenten, in denen der Gegner gefährlich werde. "Uns sind in den letzten Spielen Situationen passiert, in denen wir uns nicht belohnt, sondern bestraft haben, weil wir einzelne Situationen nicht so gut verteidigt haben", räumte der Coach ein. Es seien nicht viele gewesen, "aber die müssen wir besser wegverteidigen".
Der Blick auf Samstag: Volles Vertrauen in den Plan
Die Stimmung im Team rund um Enzo Leopold & co. ist weiterhin gut. Nach der Niederlage in Kaiserslautern wurde zwar "einen Tick weniger gelacht", wie Titz einräumte – was nach einem nicht erfolgreichen Spieltag allerdings völlig normal sei. Entscheidend sei jedoch, "dass wir unsere Klarheit behalten, sodass uns eine Niederlage nicht zu lange beschäftigt". In der Vorbereitung auf Düsseldorf konnte der 54-Jährige mit nahezu komplettem Personal arbeiten. Lediglich Hayate Matsuda und Husseyn Chakroun absolvierten ein individuelles Programm auf dem Rasen.
Für den Fußballlehrer wird entscheidend sein, dass seine Mannschaft "im Spiel drin bleibt". Konkret bedeutet das: Nicht zu tief zu fallen, denn je höher 96 verteidigt, desto größer die eigenen Chancen. "Wenn wir nicht zu tief gehen, haben wir weniger Verteidigungsaktionen und mehr offensive Möglichkeiten." Von der eigenen Identität abrücken sieht er daher nicht: "Wir werden nicht das verändern, was uns stark macht." Vorallem geht es ihm um die Art, wie seine Mannschaft den Gegner hinten reindrängt und so Torchancen kreiert. "Daran sollten wir nicht rütteln", macht der Coach klar.
Gegen Düsseldorf erwartet die Roten ein Gegner mit neuer Stabilität, zwei Siegen im Rücken und aufkeimender, offensiver Qualität über unter anderem Itten und Muslija. Für die Roten geht es um drei Punkte, aber auch um ein klares Signal: "Zurück ins richtige Fahrwasser".
lk