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Neu gegründeter Frauen-Fanclub über mehr Akzeptanz, "Das Ufer" und die eigene Motivation

Hannover 96 hat fast 200 Fanclubs. Mit "Kurvenrausch" ist jüngst ein neuer dazugekommen, der nur weibliche Mitglieder hat. Passend zum heutigen Weltfrauentag haben wir mit einer der Gründerinnen gesprochen.

/ Fans
Sechs Frauen in 96-Klamotten stehen vor einem großen 96-Logo.
Jenny Heinze (4.v.l.) mit einem Großteil des Fanclubs "Kurvenrausch" (Foto: 96/Redaktion)

Viele männliche dominierte Fanclubs liefern Anstoß
"Wir haben uns immer wieder ein bisschen darüber geärgert, dass es so viele Fanclubs mit ausschließlich männlichen Mitgliedern gibt", erzählt Jenny Heinze. "Dann haben wir zu dritt zusammengesessen und uns überlegt, dass wir dem etwas entgegensetzen wollen." So entstand die Idee eines rein weiblichen Fanclubs. Offiziell gegründet wurde die Gruppe mit dem Namen "Kurvenrausch" am Freitag, den 27. Februar. Aktuell gehören dem Fanclub acht Frauen an - wichtig ist es Heinze, dass neue Mitglieder bereits bei ihnen bekannt sind. Von der Altersstruktur ist die Gruppe, die bereits länger gemeinsam zu 96-Heimspielen geht und auch immer wieder auswärts dabei ist, bunt gemischt - zwischen Anfang 30 und Anfang 50 ist alles dabei. 

Akzeptanz für Frauen im Fußball größer
Heinze selbst besuchte vor über 30 Jahren das erste 96-Spiel. Mit 13 feierte die heute 46-Jährige ihre Premiere im damaligen Niedersachenstadion - seitdem ist die Unterstützung für 96 ungebrochen. Durch diese Erfahrung hat sie auch einen guten Blick darauf, wie sich die Situation für weibliche Fußballfans im Laufe der Jahre verändert hat. "Ich finde es schön, dass die Akzeptanz heute höher ist, wenn du als Frau sagst: Ich gehe zum Fußball", sagt Heinze. "Früher hast du da manchmal komische Sprüche bekommen. Das ist heute nur noch ganz selten so." Und klar ist: Auch wenn männliche Stadionbesucher nach wie vor in der Überzahl sind, "sehe ich deutlich mehr Frauen im Stadion und in der Kurve als noch vor 30 Jahren."

"Ziemlich geil, dass es das jetzt gibt"
Hannover 96 hat in dieser Saison die Anlaufstelle "Das Ufer" geschaffen, die sich im Rahmen der Heimspieltage an alle Personen im und um das Stadion, die aufgrund von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, traumatisierender Erlebnisse oder anderweitigen Gründen wie z.B. einer Erkrankung oder Hypersensibilität Unterstützung benötigen, richtet. "Ich finde es ziemlich geil, dass es das jetzt gibt", sagt Heinze. "Das ist richtig und wichtig." Gerade für Frauen, die im Stadion Unterstützung benötigen, bietet "Das Ufer" seit September 2025 Hilfe. Aber: "Es geht dabei ja auch nicht nur um Frauen, die sich unwohl fühlen", berichtet Heinze von ihren eigenen Beobachtungen. "Es gibt ja auch viele jüngere Fußballfans, die sich beispielsweise unwohl fühlen, wenn betrunkene Leute um sie rum sind. Ich denke, es ist wichtig, dass alle 96-Fans wissen, dass sie das Awareness-Team ansprechen können."

Wenn Hannover 96 heute (Anpfiff: 13.30 Uhr) die SpVgg Greuther Fürth empfängt, werden auch Heinze und ihre Fanclub-Kolleginnen aus der Nordkurve der Heinz von Heiden Arena mitfiebern. Was sie sich dafür wünscht? "Ein spielerisch vernünftiges Spiel bei gutem Wetter und mit toller Stimmung - und natürlich drei Punkte."  

Und wir sagen: Schön, dass Ihr und alle anderen weiblichen 96-Fans immer dabei seid - nicht nur am heutigen Weltfrauentag!  

Wenn auch Ihr Interesse habt, einen Fanclub zu gründen - ob weiblich, männlich, divers oder gemischt - findet Ihr alle Infos dazu auf dieser Seite.
jb 

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