Triathlon

Jubiläum: 25 Jahre Triathlon bei Hannover 96

Nun war es so weit, der Hannoversche Sportverein von 1896 e.V. durfte sich am 01.10.2020 glücklich schätzen, einer unserer stärksten Abteilungen zum Jubiläum gratulieren zu können. Wer hätte das seinerzeit von den Gründern gedacht, die 1995 noch ganz klein und mit einer als etwas ganz besonders betrachteten und in Deutschland als neu anmutenden Sportart angefangen hatten.

Gründer und Trainer Rolf Zemlin

Erste Erfolge am Maschsee
Die Triathlon-Begeisterung hatte sich in den 80ern in den USA entwickelt und begann dann erst in den 90ern über den Teich nach Europa  zu schwappen.
So kam es, dass unter der Führung unseres damaligen Präsidenten Klaus-Dieter Müller ganze acht Leute die Abteilung gründeten: Arnd Schomburg, Rolf Zemlin, Kai Andresen (vorm. Girschikofsky), Tim Schulz-Koffka, Florian Böhme, Jürgen Willmann, Jens Rohracker sowie  der heutige Landestrainer Thomas Weis. „Es war dann nach der Gründung der Abteilung gelungen, dem Triathlonsport unter sportlichen Erfolgen und unserem Wettkampf rund um den Maschsee eine solide und gute Plattform in Hannover zu bieten“, erinnert sich Gründer Jürgen Willmann an die ersten Jahre.

Beim Hannover Triathlon fand am Maschsee seinerzeit auch die Club-Europameisterschaft statt: „Hier konnten wir gleich zu Beginn mit Hannover 96 als Team den 4. Platz holen, das mit Jan Raphael, Ralf Eggert, Frank Kirschke ... und wir mussten unseren Mirko dabei noch gemeinsam vereint über die Ziellinie schleppen, das war unglaublich“, schwärmt Gründungsmitglied Arnd Schomburg, Vater des heutigen Weltspitze-Triathleten und Olympioniken Jonas Schomburg, heute noch mit leuchtenden Augen. Arnd Schomburg war 1995 zuvor sogar zusammen mit sportlichen Weltgrößen, u. a. IRONMAN-Champion Lothar Leder und dem ersten Silbermedaillen-Gewinner im olympischen Triathlon, Stefan Vuckovic, in der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft in Mexico/Cancun Weltmeister geworden.

Freiwassertraining der ersten Jahre

Starke Platzierungen in den Folgejahren
Hannover 96 Triathlon schlug und schlägt sich in der sportlichen Spitze seit der Gründung somit immer schon mehr als gut und erfolgreich. Sei es nun mit Teamleistungen, auch in der Bundesliga, oder mit Einzelerfolgen und insbesondere im IRONMAN, dort mit (Vize-)Europatiteln oder weltmeisterlichen Platzierungen bei der WM auf Hawaii. Die Abteilung hat sich allerdings nicht nur im Leistungssport, sondern immer weiter auch im ambitionierten Freizeit- und Fitnesssport nach vorne entwickelt, ist mittlerweile im Teamsport mit insgesamt neun Mannschaften in fast allen Ligen etabliert.

Laufgruppe in den Gründerjahren, in der Mitte Sandra Wallenhorst
1. Herrenteam mit Rolf Zemlin (links) und Radtrainer Jörn Führing (rechts)

Von der Verbandsliga im Mixed-Team bis hoch in die Bundesliga. Über die Jahre ist in der Gesellschaft auch erkannt worden, dass es sich eben nicht etwa  ausschließlich um eine reine Trend-Sportart mit Extremleistungen für Leistungssportler handelt, sondern auch um einen, den ganzen Körper trainierenden, Gesundheitssport. Von kurz bis lang, von jung bis alt, von Einzel- bis Teamsport, von Fitness über ambitionierten Freizeitsport bis hoch in den Leistungssport: Triathlon bei Hannover 96 steht für viele sportliche Ziele und Möglichkeiten, auch für Quereinsteiger. So zeigte und zeigt sich die Abteilung auch seit Anbeginn offen für eine Schulung seiner Mitglieder, auch im Einstiegsbereich.

Heutiger Abteilungsleiter erinnert sich
„Ich kam aus einer ganz anderen Sportart und kann mich noch genau erinnern, wie ich nach meinem Eintritt vor über 20 Jahren nach einem knappen Jahr Training dann aufgeregt vorm Start meines ersten Triathlons war. Nur ein ´Volkstriathlon´, wie man damals zum Sprintwettkampf noch sagte. Ich wusste als sich vormalig rein mit Brustschwimmen gerade so über Wasser haltender ´Planscher´ auch nicht, wie ich da bei dieser noch recht neuen und wie viele sagten ´Sportart für Verrückte´ ins Ziel kommen sollte“, erinnert sich Abteilungsleiter Markus Werner an die eigenen Anfänge. „In fünf Jahren zum IRONMAN-Finisher, das ist ungefähr die Vorbereitungszeit für Einsteiger, sagte man mir seinerzeit...dafür haben unsere damaligen Trainer Rolf Zemlin, Kai Andresen und Manfred König dann auch erfolgreich bei mir sorgen können!", so Werner weiter. „Heute wollen die Leute ja ihr erstes IRONMAN-Finish schnell innerhalb eines Jahres nach ihrem Einstieggeschafft haben. Aber auch das bekommen wir bei Hannover 96 aufgrund unseres gewachsenen und engagierten Trainerstabs gut hin, wenn Zeit, Wille und Kraft bei den Leuten da ist."

1. Damenmannschaft in den Gründerjahren unter anderem Rebekka Raphael, Sandra Wallenhorst und Lena Brunckhorst

Gemeint sind damit natürlich AthletInnen mit bereits entsprechend gut stehender Grundkondition und vielleicht zu dem WechslerInnen mit gebrachter (Ausdauer-)Erfahrung aus Laufen, Schwimmen und/oder Radfahren. Aber wie gesagt: Die Langdistanz allein ist es nicht, erst recht nicht im Verein. Bei Hannover 96 Triathlon zählt mehr und mehr auch die gemeinschaftliche Ausübung, auch und insbesondere auf kurzen Strecken, in der Liga und im (Fitness-)Training. Erst recht dieser Tage. Das alles dürfte auch für die weitere Zukunft der Abteilung mehr und mehr feststehen.

Werner leitet die Abteilung, mit Unterbrechung, schon seit über zehn Jahren. Zur Historie fasst er anlässlich des Jubiläums und insgesamt mit Blick in die Zukunft wie folgt zusammen: „Hannover 96 ist einer der besten und größten Triathlon-Vereine Deutschlands! Wir bekommen viele unterschiedliche Interessen, Wettkampfformate und -umfänge für alle möglichen Leistungs- und Altersklassen unter einen Hut, wollen künftig nur noch mehr Nachwuchsarbeit leisten.“

Zu den besonderen Aufgaben dieses Jubiläumsjahres in der Abteilungsarbeit weiß er mit der Philosophie seines Abteilungsvorstandes festzustellen: „Bei uns verfolgen doch alle Mitglieder immer auch ihre eigenen Ziele und Wettkampfambitionen, finden dabei vom Verein nur Unterstützung im dafür förderlichen, gesundheitlich gebotenen und erlaubten Rahmen. Daher ist das Jubiläumsjahr 2020 mit all seinen Neuerungen und der vielfältigen Arbeit für unsere Abteilung teilweise inhaltlich auch gar keine so besondere Herausforderung gewesen. Es brachte halt nur das Doppelte an Arbeit und Aufgaben mit als ohnehin schon. Ich darf mich insbesondere in diesem Jahr und im Krisenmanagement glücklich schätzen, ein so hervorragendes Team um mich herum zu haben. Diese Art der Abteilungsarbeit bringt Triathlon nun mal schon als Ausdauersport für Individualsportler mit sich. Aufgeben ist eben des Triathleten Sache nicht, weiterkämpfen und zielstrebig nach vorne denken für SportlerInnen von Hannover 96 dann auch eine Selbstverständlichkeit. Verein hat für mich immer schon Zusammenhalt bedeutet, dieses Jahr und für die Zukunft erst recht“, so Werners Resumee zum 25-jährigen.