96 bangt schon wieder um Schlaudraff

Sah doch fit aus, der Jan Schlaudraff. Im ersten Trainingsspielchen bereitete er gestern für Mike Hanke ein Tor vor. 300 Zaungäste klatschten beim Trainingsauftakt. Im ersten Applaus der neuen Saison schwang wohl die Spannung mit vor dem angekündigten Systemwechsel. Trainer Dieter Hecking will offensiver spielen lassen und zwei Stürmer aufstellen: Hanke, Forssell oder Stajner – auf jeden Fall Schlaudraff, oder?

Eher nicht, zumindest nicht sofort. Schlaudraff ist nämlich nach zwei Leistenoperationen im vergangenen halben Jahr noch immer nicht fit. "Geht so", sagt er. Geht so? "Es gibt noch Probleme", erklärt er und zeigt auf die Leistengegend. "Ich kann nicht das ganze Training mitmachen." Wie vor der Rückrunde verpasst Schlaudraff einen wichtigen Teil der Vorbereitung: die ersten Trainingstage und die ersten Testspiele.

Den wesentlichen Teil, das Trainingslager vom 11. bis zum 21. Juli in Kärnten, will er nicht versäumen. Aber schafft er es bis dahin? "Ich hoffe, dass ich bis zum Trainingslager aufgeholt und keine Probleme mehr habe", fährt er fort. Er kehrt zunächst zurück in die Lauftrainingsgruppe mit Hanno Balitsch, Christian Schulz und Leon Andreasen. Schlaudraff wirkt wegen der Probleme schlecht gelaunt, aber dennoch überzeugt, dass es klappt mit ihm und 96 in dieser Saison.

Im neuen 4-4-2-System wäre er Stürmer. Spielmacher sicher nicht – hier hat Hecking sich auf Arnold Bruggink festgelegt. "Wichtig ist nicht das System, sondern dass wir besser Fußball spielen", sagt er. "Ich werde mit dem Trainer reden, was ich dabei für eine Rolle spiele." Bevor er Argumente sammelt, muss er aber endlich fit werden.

DIRK TIETENBERG