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Wie es zum Treffen von Mustapha Bundu und Antonio Rüdiger kam

So normal ein Trikottausch im Alltag eines Fußballprofis ist, so besonders war doch der, den 96-Offensivmann Mustapha Bundu während seines Heimatbesuches über die Weihnachtsfeiertage erlebt hat: Der 28-Jährige hat in Sierra Leone den deutschen Nationalspieler und zweifachen Champions-League-Sieger Antonio Rüdiger getroffen. Eine Geschichte über die Kultur des Trikottausches bei Bundu und die Bedeutung des Aufeinandertreffens.

/ Profis
Antonio Rüdiger (links) und Mustapha Bundu grinsen in die Kamera, beide halten Bundus 96-Trikot.
Antonio Rüdiger hat von Mustapha Bundu dessen 96-Trikot geschenkt bekommen. (Foto: Privat)

Trikottausch als Tradition
Ein Trikottausch gehört zum Profifußball dazu wie das Amen in der Kirche. Befreundete Spieler schenken sich gegenseitig ihr Jersey, ein Ausnahmespieler, den man zum ersten Mal trifft, wird nach seiner Klamotte gefragt oder man bittet nach einem Spiel um das gegnerische Trikot als Erinnerung - es gibt viele Gründe für einen Tausch. Auch 96-Offensivmann Mustapha Bundu pflegt diese Tradition. So besitzt er zum Beispiel ein Trikot seines Kumpels Jens Stage aus Bremen. "Er ist mein bester Freund", begründet unsere Nummer 7 in diesem Fall und bestätigt die These.

Besonderer Trikottausch in der Heimat
Neben dem Trikot des dänischen Mittelfeldmannes präsentierte "Mus" nun in seinem Urlaub, den er in seinem Heimatland Sierra Leone verbrachte, ein ganz anderes: Das Real-Madrid-Jersey von Antonio Rüdiger - samt Widmung. Und niemand Geringeres als der deutsche Nationalverteidiger selbst hat es dem 96-Angreifer geschenkt.

Bundu hält das Trikot von Rüdiger straff, das dieser gerade unterschreibt.
Rüdiger gab Bundu auch ein Trikot von sich. (Foto: Privat)
Bundu, Rüdiger und ein gemeinsamer Freund halten einen Sierra-Leone-Schal hoch.
Bundu, Rüdiger und ein gemeinsamer Freund halten einen Sierra-Leone-Schal hoch. (Foto: Privat)

Rüdiger besucht seine Wurzeln
Der Defensivmann von den "Königlichen", der in Berlin geboren und aufgewachsen ist, hatte die Zeit "zwischen den Jahren" ebenfalls für eine Reise in den westafrikanischen Staat genutzt - immerhin hat er dort seine Wurzeln, denn seine Mutter stammt aus Sierra Leone. "Er hat in der spielfreien Zeit auf einen klassischen Urlaub verzichtet und ist hergekommen, um vor Ort in Sierra Leone Gutes zu tun, das finde ich toll", zollt Bundu Respekt. "Er hat auch eine Foundation im Norden des Landes", erklärt er.

Gemeinsamer Freund ermöglicht Treffen
Aber wie kam es nun zum Treffen mit Rüdiger? Die Antwort: Durch einen gemeinsamen Freund. "Mein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Kei Kamara hat eine Fußballakademie. Er hat mich eines Abends angerufen und eingeladen, seine Akademie zu besuchen. Er wollte sie mir und anderen Leuten zeigen", verrät Bundu. Unter anderem dem deutschen, zweifachen Champions-League-Sieger Rüdiger. "Ich war dann Teil des Konvois, der ihn abgeholt und zum Hotel gebracht hat", sagt der 28-Jährige.

Bundu wird von Rüdiger eingeladen
Zur leichten, aber positiven Verwunderung Bundus wusste Rüdiger direkt beim ersten Aufeinandertreffen, wer da vor ihm steht. "Er hat mich sofort mit 'Mein deutscher Freund' begrüßt. Ihm war klar, wo ich spiele, das war wirklich schön zu hören", zeigt sich unser Außenbahnspieler auch im Rückblick erfreut. Nach einer Führung über das Akademiegelände wurde Bundu schließlich von Rüdiger zum Dinner am Abend eingeladen. "Wir haben viel und gut gesprochen, unsere Erfahrungen über den Fußball in Deutschland ausgetauscht und er hat von Real Madrid erzählt", erinnert sich "Mus" zurück.

Bundu, Jumah Bah von Nizza und Rüdiger posieren mit ihren Trikots gemeinsam.
Bundu und Rüdiger trafen auch Juma Bah, der bei OGC Nizza spielt. (Foto: Privat)

Offensivmann schenkt Rüdiger 96-Trikot
Um ein gemeinsames Andenken an diesen Tag zu schaffen, entschied der 96-Profi, Rüdiger eines seiner aus Hannover mit in die Heimat gebrachten Trikots zu schenken und zu signieren. "Er wollte mir dann auch eines von sich geben, hatte aber an dem Abend keins dabei", gibt Bundu einen Einblick. Halb so wild - keine 24 Stunden später machte sich unser Sommer-Neuzugang auf den Weg zum Hotel des 81-fachen deutschen Nationalspielers. "Da hat er mir ein signiertes von ihm gegeben und wir haben Fotos gemacht."

"Wollte bewusst kommen und Gutes tun"
Bei Bundu hat das Treffen für nachhaltig positive Gefühle gesorgt. "Es war eine coole Erfahrung", berichtet er. Noch mehr als für sich selbst, sieht er aber vor allem die Wichtigkeit in Rüdigers Besuch für sein Land. "Er wollte bewusst nach Afrika kommen und Gutes tun, das freut mich sehr", so Bundu. Vor allem schaffe es auch Sichtbarkeit. "Auch wenn die Leute manchmal sagen, dass Antonio verrückt auf dem Fußballfeld ist - ich kann sagen, dass er abseits des Rasens eine unfassbar höfliche und bodenständige Person ist", unterstreicht er.

"Kommt an einen besonderen Platz"
Es war eben ein Trikottausch der besonderen Art - und fällt sicherlich in die Kategorie: Ein Ausnahmespieler, der sich in diesem Fall mehr als nahhbar zeigt, wird nach seiner Klamotte gefragt. Als Erinnerung natürlich. An einen wichtigen Tag. "Das Trikot kommt an einen besonderen Platz", schließt "Mus" ab. Das 96-Trikot wird sicherlich ebenso einen Ehrenplatz bei Rüdiger erhalten.
nik

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