Die Fankultur in Deutschland ist einzigartig und sucht weltweit ihresgleichen. Kreative Aktionen, beeindruckende Choreografien und laute Fangesänge gehören seit vielen Jahren zum Alltag in Deutschlands gut gefüllten Stadien. Besonders die große Anzahl an reisefreudigen Auswärtsfans ist im weltweiten Vergleich als außergewöhnlich zu bezeichnen. Die Fußballspiele in Deutschlands Stadien sind Woche für Woche ein Highlight für Fans und Familien.
Hannovers Fußballfans, viele davon Vereinsmitglieder in der Fanabteilung des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V., bilden dabei keine Ausnahme und brauchen sich im nationalen und internationalen Vergleich nicht zu verstecken. Woche für Woche reisen sie in hoher Zahl durch die Republik oder sorgen sowohl auswärts als auch im heimischen Stadion für großartige Atmosphäre, und das in großem Maße friedlich.
Wir hoffen daher, dass Fans in Hannover und ganz Deutschland ihre Freiheiten auch in Zukunft mindestens in der bisherigen Form kreativ ausleben können. Bei der Fandemo in Leipzig am vergangenen Wochenende, bei der auch mehrere Hundert Fans von Hannover 96 teilgenommen haben, blieb es trotz aller Rivalitäten unter den fast 20.000 teilnehmenden Fans aus ganz Deutschland ausnahmslos friedlich. In anderen Ländern wäre es undenkbar gewesen, dass sich sowohl freundschaftlich verbundene als auch rivalisierende Fans überhaupt in so einer Größenordnung zusammenfinden, erst recht ohne Zwischenfälle.
Nicht nur dies zeigt eindrucksvoll zum wiederholten Male, dass es keiner zusätzlich einschränkenden Regelungen oder Vorgaben für Fußballfans bedarf. Auch die Polizeistatistiken der letzten Jahre zeigen, dass ein eindeutiger Trend in Bezug auf einen Rückgang von Straftaten in deutschen Fußballstadien verzeichnet werden kann. Die Kennzahlen hierfür beliefen sich auch davor bereits auf einem konstant niedrigen Niveau. Der Besuch eines Fußballspiels in Deutschland ist statistisch gesehen sicherer als der Besuch eines Volksfestes. Dies ist äußerst erfreulich und beruhigend zugleich.
Im Sinne unserer Mitglieder der Fanabteilung fordern wir daher, dass die Innenministerinnen und Innenminister der Länder die eigenen Statistiken aus diesem Blickwinkel heraus bewerten und den Fußballfans in Hannover und ganz Deutschland keine direkten oder indirekten zusätzlichen Einschränkungen auferlegen. Die Zuschauerzahlen, besonders auch in Bezug auf Familien, steigen von Jahr zu Jahr bei zugleich sinkenden Verletztenzahlen und eingeleiteten Ermittlungsverfahren in den Stadien – nicht trotz, sondern wegen der bisherigen kreativen Freiheiten für Fußballfans.
Der Vorstand des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V.