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Jannik Dehm spricht über das Fürth-Spiel, seine 96-Verbindung und die Muroya-Beziehung

Nach vier Jahren im 96-Trikot hat sich Jannik Dehm im vergangenen Sommer der SpVgg Greuther Fürth angeschlossen. Vor dem Heimspiel gegen das "Kleeblatt" am Sonntag (Anpfiff: 13.30 Uhr) haben wir mit unserem ehemaligen Defensivmann gesprochen. Was der 29-Jährige unter anderem über das kommende Duell, seine besondere Beziehung zu Hannover und seinem Ex-Kollegen Sei Muroya zu sagen hat, lest Ihr hier im Interview.

/ Profis
Jannik Dehm führt im Fürth-Trikot einen Einwurf aus.
Jannik Dehm ist seit Sommer 2025 für die SpVgg Greuther Fürth im Einsatz. (Foto: IMAGO/Team 2)

Hallo Jannik, schön, dass wir mal wieder miteinander sprechen und danke, Dass Du Dir Zeit nimmst! Jetzt wollen wir erstmal wissen: Wie geht es Dir aktuell und wie bist Du in Fürth angekommen?

Jannik Dehm (29): "Mir geht es wirklich ganz gut. Ich bin nun auch schon seit über einem halben Jahr in Fürth, ich fühle mich hier wohl. Es ist hier echt schön, die Sonne scheint oft und ich bin auch wieder näher an der Familie dran. Außersportlich hat alles von Anfang an gepasst."

Damit spielst Du wahrscheinlich auf die Tatsache an, dass Ihr Euch mitten im Kampf um den Klassenerhalt befindet, oder?

Dehm: "Die sportliche Situation bei uns könnte natürlich besser sein, aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Wir haben die letzten beiden Spiele vier Punkte geholt und gegen Schalke (1:1; Anm. d. Red.) war vergangene Woche vielleicht sogar mehr drin. Die Tendenz zeigt definitiv nach oben!"

Du sagst es, die letzten Spiele liefen deutlich positiver für Euch. Wie würdest Du Eure Mannschaft und Eure Saison denn beschreiben?

Dehm: "Von Anfang an war es das Ziel, mit vielen jungen Spielern in die Saison zu gehen. Leider sind dann die Ergebnisse öfter nicht so eingetreten, wie wir es uns erhofft haben. Aber im Winter haben wir uns nochmal verstärkt, so dass wir nun wirklich einen guten Mix aus jungen und älteren Spielern haben. Mit dem neuen und aktuellen Trainer (Heiko Vogel; Anm. d. Red.) und der veränderten Spielweise kam auch nochmal neuer Schwung rein. Wir merken: Wir müssen uns nicht verstecken."

Du gehörst in diesem Team ja schon zu den erfahreneren Spielern, außerdem stehst Du viel auf dem Feld und sammelst Einsätze. Wie würdest Du Deine Rolle in der Mannschaft charakterisieren?

Dehm: "Mit meinem Wechsel nach Fürth verbunden war von Beginn an auch der Plan, dass ich meine Erfahrung von fast 200 Zweitliga-Spielen an die vielen jüngeren Kollegen auch weitergebe. Das ist auch weiterhin Teil meines Aufgabenbereiches. Aber auch aufgrund der sportlichen Situation, in der wir eben um den Klassenerhalt kämpfen, ist es außerdem wichtig für mich und die anderen erfahrenen, etablierten Spieler, auf die eigene Leistung zu schauen und mit dieser voranzugehen."

Jannik Dehm im 96-Trikot mit dem Ball am Fuß.
Von 2021 bis 2025 war Dehm für 96 im Einsatz. (Foto: Martin Ewert)

Du wirkst doch aber sicherlich auch in der Kabine auf Deine Mitspieler ein, oder? Du bist ja eigentlich auch regelmäßig für einen Spaß zu haben.

Dehm: "Ich glaube, man kennt mich absolut als recht lebensfrohen, lustigen Typen. (lacht) Das will ich natürlich auch in die Mannschaft bringen. Im Abstiegskampf dabei zu sein ist keine einfache Situation. Da ist es wichtig, auch immer ein bisschen Lockerheit reinzugeben. Klar, suche ich zudem mal das Gespräch oder gebe ab und zu Tipps, aber am Ende zählt auch für mich, erstmal selbst an die Leistungsgrenze zu gehen und damit meinen Teil zu leisten."

Am Sonntag geht es in Deine alte Heimat Hannover, es ist Deine erste Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Sicherlich ein besonderes Duell für Dich, oder?

Dehm: "Ja, auf jeden Fall! An alte Wirkungsstätten zurückzukehren ist immer besonders. Gerade in Hannover ist es jetzt nochmal ein bisschen spezieller, weil es die erste Rückkehr ist. In der Heinz von Heiden Arena war ich jetzt vier Jahre daheim, habe viel erlebt auf und neben dem Platz. Ich freue mich, zurückzukehren und viele bekannte Gesichter zu sehen, auch wenn gar nicht mehr so viele da sind. (lacht) Es ist es schön, in bekannte Gefilde zurückzukommen."

Mit wem hast Du denn noch so Kontakt aus Deiner 96-Zeit?

Dehm: "Am meisten tausche ich mich eigentlich mit Enzo (Leopold; Anm. d. Red.) aus, wir sind wirklich gut befreundet. Aber auch mit einigen Personen aus dem Staff habe ich hin und wieder Kontakt. Das sind Gesichter, auf die man sich freut. Aber auch mit Leuten außerhalb des Fußballs habe ich Freundschaften geschlossen. Da ist es ebenso toll, sie im Stadion mal wieder zu sehen."

Mit den Teamkollegen in die Markthalle gehen, in Massimo’s Eiscafé sitzen oder ein ganz anderer Ort – was vermisst Du denn am Ehesten an Hannover?

Dehm: "Der eine konkrete Ort ist es gar nicht. Es ist eher generell die Zeit. Wenn man zu einem neuen Klub wechselt, ändern sich ja auch die Routinen und Gewohnheiten. Die neuen Mitspieler musste man erstmal kennenlernen und herausfinden, wer beispielsweise gerne Kaffee mag oder wer welchen Sport neben dem Fußball cool findet. Gerade am Anfang war es dann so, dass ich die Abläufe ein wenig vermisst habe. Aber ich habe mich schnell integriert und es haben sich neue Routinen gefunden."

Sei Muroya (links) im Zweikampf mit Dehm.
Konkurrenten, aber auch gute Teamkollegen: Sei Muroya und Jannik Dehm. (Foto: 96/Kaletta)

Wie ist denn Deine Beziehung zur Stadt Hannover noch, wie oft warst Du seit Deinem Wechsel vielleicht nochmal da? Du sagtest ja gerade, dass Du mit Enzo noch einen sehr guten Kontakt hast…

Dehm: "Ich werde auf jeden Fall zurückkommen. Einmal habe ich ja auch ein Spiel schon im Stadion besucht (Heimspiel gegen Darmstadt; Anm. d. Red.). Ich verbinde nach wie vor viel mit Hannover. Auch die Freundschaften außerhalb des Fußballs sorgen weiterhin dafür. Ich habe zum Beispiel den Anzug für meine bevorstehende Hochzeit in Hannover gekauft, allein dafür komme ich demnächst nochmal in die Stadt. (lacht)"

Das freut uns natürlich zu hören. Hast Du denn eine besonders prägende Erinnerung an Deine vier Jahre bei 96?

Dehm: "Diesen einen Moment gibt es da gar nicht. Die gesamte Zeit war eigentlich sehr prägend für mich. Nach meiner Jugendzeit in Karlsruhe und der Station Kiel war ich als gestandener Profi nach meinem Wechsel zu 96 das erste Mal bei einem echt großen Traditionsklub. Bei einem solchen Verein zu spielen ist es nochmal was anderes als bei manch anderem Klub. Gerade was Themen wie Druck und Aufmerksamkeit angeht. Aber auch die Fans und die Größe des Stadions sind eine andere Hausnummer."

Würdest Du sagen, da hast Du schon viel für Deine Karriere und Dich von mitgenommen?

Dehm: "Schon, ja. Für mich persönlich war es natürlich auch ein Auf und Ab. Es gab Zeiten, in denen ich viel gespielt habe, aber auch Zeiten, in denen ich weniger zum Einsatz kam. Es war immer ein gesunder Konkurrenzkampf zu Sei (Muroya; Anm. d. Red.)..."

Jannik Dehm (Rechts) umarmt Felix Klaus.
Zwei mit 96-Vergangenheit: Jannik Dehm herzt Felix Klaus. (Foto: DFL/Getty Images/Widmann)

Stimmt, Ihr wart über vier Jahre Konkurrenten auf der Position des Rechtsverteidigers…

Dehm: "Egal unter welchem Trainer wir gespielt haben - es hat nie Neid oder Missgunst geherrscht. Das muss man ihm auch hoch anrechnen. Wir haben uns immer gut verstanden und unterstützt. Das hat mir wirklich gefallen. Konkurrenzkampf ist immer wichtig, es verbessert die Leistungen. Aber es sollte nie in eine persönliche Ebene gehen. Deswegen: Die vier Jahre insgesamt waren einfach schön, es gab es jetzt nie so den einen Moment. Obwohl…"

Ja?

Dehm: "Der Derbysieg im November 2023 war schon ein Highlight!"

Mit Felix Klaus kommt noch ein zweiter Fürth-Spieler zurück, der bei 96 seine Fußspuren hinterlassen hat. Habt Ihr beide zusammen auch nochmal über den Klub und Eure jeweilige Rückkehr gesprochen?

Dehm: "Wir haben gerade am Anfang, als ich frisch aus Hannover kam, darüber gesprochen. Da haben wir unsere Zeiten bei 96 so ein bisschen verglichen. Mit André Breitenreiter hatten wir ja beide auch einen Trainer, der uns jeweils in Hannover mal trainiert hat. Solche Dinge teilt man natürlich miteinander und tauscht sich darüber aus. Außerdem hat Felix ja auch eine andere Zeit in Hannover miterlebt, das ist dann schon spannend zu hören."

Danke für das Interview, Jannik, und bis Sonntag!

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