NIEMALSALLEIN

Trotz MS zum Wettkampf nach Saarbrücken

Franziska steht mit beiden Beinen fest auf dem Hallenboden. Das war nicht immer so, denn sie hat MS. MS, also Multiple Sklerose, ist eine Krankheit, die in Schüben auftritt und bei schlechten Verläufen den Menschen den Boden unter den Füßen wegzieht.

Nationale Special Olympics 2026 in Saarbrücken
In der rechten Hand hält Franziska Sieber den Schläger so, wie es sich gehört, und mit den Augen fixiert sie sicher den kleinen gelben Ball. Der Ball kommt über die grüne Platte geflitzt und Franziska versucht, ihn mit einem Ausfallschritt nach links zu erreichen. Das gelingt nur halb: Der Rückschlag verpasst die gegnerische Plattenseite um wenige Zentimeter. „Das werden wir noch üben“, ruft der Übungsleiter Handicap-Tischtennis Norman Lindner, und versichert: „Das kriegen wir hin!“. Ein gutes Stück haben sie inzwischen geschafft. Beim Ausscheidungsturnier in Wolfenbüttel im September hat sie die Freigabe bekommen für die nationalen Spiele der Special Olympics 2026 im Saarland. Sie freut sich bereits riesig auf die Wettkämpfe vom 15. bis 20. Juni in Saarbrücken. Und wenn sie sich dort unter den ersten drei befinde, könne sie sich sogar für die Special Olympics im nächsten Jahr in Chile qualifizieren, sagt Lindner. „Ist aber in jeder Hinsicht ein weiter Weg“, fügt er hinzu. Träumen sei aber nicht verboten!

Norman Lindner und Franzsika Sieber aus der Abteilung Handicapsport von Hannover 96 in Trikots und mit Tischtennis-Schlägern
Norman Lindner (rechts) unterstützt Franziska Sieber (links) beim Training für die Special Olympics (Foto: Holger Apitius)

Tischtennis trotz MS
Tischtennis ist ein Sport für Leute mit gutem Auge und schnellen Bewegungen. Gerade darin besteht jedoch das Handicap von Menschen mit Multipler Sklerose. Die Fähigkeit, Bewegungsabläufe sicher durchzuführen, kann aufgrund von MS nachlassen. Doch Franzi, wie die meisten sie nennen, ist überzeugt, dass sie durch das Tischtennis-Training in der 96-Abteilung Handicapsport viel stabiler geworden sei. Sie steht sicherer an der Platte und vor allem: Sie fühlt sich lockerer. Die Verkrampfungen an den Händen haben sich gemildert. Das kommt nicht von allein. Dazu gehören Training und ein wenig technische Hilfe. Zusammen mit Tobias Holl vom Mühlenberger SV hat er Franzis Schläger mit einigen Tapes ergonomisch verbessert. Damit könne sie ihn deutlich leichter halten, sagt sie.

Franzsika Lindner spielt Tischtennis
Franzsika ist überzeugt, dass das Tischtennis-Training ihr beim Umgang mit ihrer Krankheit hilft (Foto: Holger Apitius)

Fleißig weiter Trainieren
In den kommenden Wochen und Monaten wird also heftig geübt. Dazu dient auch die Teilnahme an weiteren Turnieren, etwa in Neuss Ende März. Technisch müssten vor allem die Haltung zum Ball und die Abstände zur Platte trainiert werden, sagen Norman und Franzi, die auch privat ein Paar sind. Sie werde die Sidesteps üben, damit sie den Ball fokussiert annehmen und zurückspielen könne, sagt er. Man müsse dabei leicht in die Knie gehen, aber eben nicht zu viel, ergänzt sie und lacht: Alles Übungssache für die Feinmotorik, die Technik und die Geschwindigkeit. Vor allem ist sie überzeugt: Es macht Spaß und hilft ihr, einer möglichen Verschlimmerung ihrer Krankheit vorzubeugen.

NEWSCENTER
RSS Feed
Fanartikel
Business
Arena
Datenschutz
Kontakt
Medien
Sitemap
Tickets
Navigation
Schließen