Erhöhte Spielzeiten
Wie bereits beim Test gegen den SC Paderborn wird auch die Partie gegen den VfL Osnabrück über zweimal 60 beziehungsweise viermal 30 Minuten ausgetragen. Im fünften Test der Sommervorbereitung verändert Cheftrainer Christian Titz dabei erstmals die Herangehensweise. Anders als in den bisherigen Testspielen kommen nicht zwei komplett unterschiedliche Mannschaften zum Einsatz. Stattdessen erhalten mehrere Profis deutlich längere Einsatzzeiten.
Torlose erste 30 Minuten
Hannover 96 bestimmt in den ersten 30 Minuten weite Strecken der Partie, die erste Torchance gehört jedoch dem VfL Osnabrück. Nach einem Ballverlust in Strafraumnähe taucht Pascal Loretz gegen Robin Meißner stark in die rechte Ecke ab und verhindert den Rückstand (15.). Die beste Gelegenheit der Roten hat Stefan Thordarson: Nach einer kurz ausgeführten Ecke bringt Matsuda den Ball scharf vor das Tor, doch der Isländer kann den Ball aus kurzer Distanz unter Bedrängnis nicht entscheidend aufs Tor bringen (20.). Hannover sammelt im ersten Viertel zahlreiche Aktionen im letzten Drittel und erarbeitet sich fünf Eckbälle, ein Treffer will allerdings noch nicht fallen.
Källman eröffnet
Das ändert sich wenig später. Thordarson verlagert das Spiel mit einem präzisen Diagonalball auf Mustapha Bundu, dessen Hereingabe vom rechten Flügel Benjamin Källman am Elfmeterpunkt erreicht. Der Finne nimmt den Ball direkt und trifft zur verdienten 1:0-Führung (35.). Auch danach bleibt Hannover die aktivere Mannschaft. Kolja Oudenne trifft nach einem feinen Steckpass von Lars Gindorf nur die Latte (39.), ehe Thordarson mit einem Distanzschuss an VfL-Keeper Jonas Krumrey scheitert (50.). Dennoch gelingt den Gästen wenig später der Ausgleich: Bryan Henning zieht nach einer Finte mit rechts ab und setzt den Ball flach und präzise ins rechte Eck. Loretz ist trotz voller Streckung chancenlos (53.). Weitere Höhepunkte bleiben bis zur Pause aus, sodass es nach 60 Minuten mit einem 1:1 in die Halbzeit geht.
Roggow stellt die Führung wieder her
Osnabrück kommt zunächst besser aus der Pause. Leon Opitz läuft nach einem Steilpass frei auf Pascal Loretz zu, verzieht seinen Abschluss jedoch knapp am Tor vorbei (63.). Praktisch im direkten Gegenzug schlagen die Roten zurück: Erneut sorgt eine kurz ausgeführte Ecke für Gefahr. Diesmal bringt Matsuda den Ball scharf vor das Tor, wo der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Franz Roggow am zweiten Pfosten lauert und zum 2:1 einköpft (68.). In der Folge übernimmt Hannover wieder die Kontrolle über das Spiel. Auch der geplante Komplettwechsel nach 77 Minuten ändert nichts am Spielverlauf. Lediglich Torschütze Roggow bleibt nach seiner Einwechslung für Boris Tomiak auf dem Platz. Die Roten drängen bis zum Ende des dritten Viertels auf den dritten Treffer, scheitern jedoch mehrfach am aufmerksamen Jonas Krumrey. So bleibt es nach 90 von insgesamt 120 Minuten beim 2:1 für Hannover 96.
Engagierte Leistung im letzten Viertel
Auch im Schlussviertel bleibt Hannover 96 das spielbestimmende Team. Mwisho Mhango zieht mit viel Dynamik von der rechten Seite ins Zentrum, sein wuchtiger Flachschuss rauscht jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (99.). Trotz der zahlreichen Wechsel und vieler junger Spieler – darunter mehrere Akteure aus der 96-Akademie – bleiben die Roten mutig, schalten immer wieder schnell um und suchen konsequent den Weg nach vorne. Der Altersdurchschnitt der Mannschaft auf dem Platz beträgt im letzten Viertel gerade einmal 19,91 Jahre. Für einen weiteren Treffer belohnt sich das junge 96-Team trotz einer engagierten Vorstellung nicht mehr. So bleibt es beim 2:1-Erfolg gegen den VfL Osnabrück im fünften Testspiel der Sommervorbereitung.
"Da haben es die jungen Wilden wirklich gut gemacht"
"Wir haben im Spiel eine gute Kontrolle gehabt, dennoch war das Chancenverhältnis bis Minute 75 recht ausgeglichen", sagt 96-Coach Titz nach der Partie "Nach unseren Wechseln hatten wir eine Phase, in der wir das Spiel hätten entscheiden können. Da haben es die jungen Wilden wirklich gut gemacht – im Anlaufen, im Spielmachen und im Kreieren von Torchancen. Trotzdem haben wir gesehen, auch weil der Gegner eine gute Qualität hat, dass das Spiel, wenn du das 3:1 nicht machst, in gewisser Weise offen bleibt."
lk
STATISTIK
Hannover 96: Loretz (77. Schwanke) - Allgeier (77. Engelbreth), Tomiak (66. Roggow), Hugonet (77. Siewert) - Matsuda (77. Ünal), Thordarson (77. Reinhold), Taibi (77. Vogel), Oudenne (77. Kokolo) - Bundu (77. Mhango), Källman (77. Hobrecht), Gindorf (77. Etcibasi)
VfL Osnabrück (Startelf): Krumrey - Fabinski, Janotta, Wiemann - Lesueur, Jacobsen, Münst, Kammerbauer - Henning, Badjie, Meißner
Tore: 1:0 Källman (35.), 1:1 Henning (53.), 2:1 Roggow (68.)
Schiedsrichter: Felix Weller