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Kind: "Hatte gedacht, er wäre besonders motiviert"

 

Jiri Stajner, der personifizierte Angstgegner des HSV. Stajner, Garant für 96-Erfolge in Hamburg mit bislang vier Toren gegen seinen Lieblingsgegner – fünfmal in Folge hatte Hannover dort nicht verloren. Gestern war alles anders. Da stand der 32-Jährige stellvertretend für eine Mannschaft, der fast nichts Furchteinflößendes gelang. Und das ausgerechnet zwei Tage nach seiner Unterschrift unter einen neuen Zweijahresvertrag – geniale Momente hat der Vertrauensbeweis von 96-Chef Martin Kind jedenfalls nicht ausgelöst.

In der ersten Halbzeit machte 96 aus viel Ballbesitz so gut wie nichts. Spielzüge endeten mit Fehlern, wenn sie überhaupt mal in Gang kamen. Nicht nur Stajner war stark im Kaputtmachen von Offensivansätzen, bei ihm fiel es aber besonders auf. Einmal sprang ihm der Ball vom Kinn meterweit weg. Und kurz vor der Pause jagte er einen Pass nach vielen Verdribblern ins Nirgendwo. Dann stand er direkt an der Seitenlinie neben Trainer Dieter Hecking, winkte mit beiden Händen ab, als wolle er sagen: „Trainer, heute geht nichts mehr.“

Fast wäre doch noch was gegangen. Sein energischer Flachschuss mit links in der 74. Minute hätte der glückliche 2:2-Ausgleich für 96 sein können, hätte Hamburgs Torwart Frank Rost ihn nicht so glücklich gehalten. Das wars aber auch von Stajner. Mit hängendem Kopf schlich er in die Kabine. Sagen wollte er nichts mehr, nicht mal mehr abwinken.

Ein leuchtender Stajner-Tag wie beim 1:1 im Februar 2008 wurde es also nicht, damals war er durch einen Lichtkegel gelaufen und war dabei herrlich fotografiert worden. Diesmal war er anders erleuchtet, in einem hellen Kreis, er lag dabei bäuchlings auf dem Rasen (siehe Foto oben).

Auch 96-Chef Martin Kind war enttäuscht, natürlich nicht allein von Stajner – er hatte allerdings erwartet, dass der neue Vertrag seinen kultigsten Angestellten beflügeln würde. „Ich hatte gedacht, er wäre besonders motiviert“, sagte Kind und lächelte kurz. Stajner wird wieder andere Tage haben, da kann sich der Chef ja sicher sein.

VON DIRK TIETENBERG

 

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