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Bastian Schulz' Vertrag hat sich bei 96 verlängert, doch seine Zukunft ist ungewiss

 

Hanno Balitsch ein möglicher Abgänger im Sommer, Ersatzmann Leon Andreasen ist schon eingearbeitet, und ein weiterer könnte folgen, außerdem steht 96-Routinier Altin Lala vor der Vertragsverlängerung: Bei den „Sechsern“, den Positionen im defensiven Mittelfeld, beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 kommt einiges in Bewegung. Auch Bastian Schulz, 23-jähriger Kandidat aus der klubeigenen Nachwuchsschmiede, dürfte das derzeit sehr aufmerksam verfolgen. Und wahrscheinlich mit gemischten Gefühlen. Bisher durfte er häufig ran. Aber bleibt das auch so?

Wie 96-Trainer Dieter Hecking kürzlich selbst öffentlich machte, hat sich der Vertrag von Schulz über eine eingebaute Klausel bis zum Jahr 2010 verlängert. Zehn Einsätze pro Spieljahr waren dafür nötig. Zu Beginn dieser Saison hätte man diese Zahl sicher für sehr ambitioniert gehalten. Inzwischen ist sie mit 16 Bundesliga-Auftritten im „roten“ Trikot locker übererfüllt. Sagt nicht eine Volksweisheit, dass es der Prophet im eigenen Land besonders schwer habe? Von wegen: Christian Schulz (zumeist in der Innenverteidigung), Balitsch, Andreasen, Lala und Chavdar Yankov sind nahe liegende und namhafte Konkurrenten, wer genau guckt, findet noch weitere. Und trotzdem kam Hecking sehr oft nicht an dem Talent vorbei. Das Tor zum 1:0 beim 3:0-Sieg gegen den Hamburger SV sowie insgesamt 907 Einsatzminuten in der Meisterschaft stehen in dieser Spielzeit für Schulz zu Buche. Das ist Rang 15 im Kader.

Der Klub kann sich doppelt glücklich schätzen, neben Aufsteiger Konstantin Rausch noch ein weiteres Talent wie Schulz in seinen Reihen zu haben. Denn komfortabler könnte es für 96 kaum sein. Schulz gibt Gas wie ein Großer, kostet aber so wenig wie ein ganz Kleiner. Sein Kontrakt hat sich nämlich zu unveränderten Konditionen verlängert. Während Schulz Kommentare zu seiner aktuellen Situation und seiner Zukunft verweigert, sprechen andere Zeichen eine deutliche Sprache: Dass er täglich vorm Training seinen abwrackfähigen VW-Polo inmitten der Armada von Luxuskarossen auf dem Hof der Arena abstellt, ist wohl nicht allein demonstrative Bescheidenheit, sondern schlicht: angemessen.

Dahinter steckt eine Ungeschicklichkeit des früheren Schulz-Managers Gerd vom Bruch (vertritt auch die Nationalspieler Marcell Jansen und Patrick Helmes). Der hat bereits zum zweiten Mal – ganz branchenunüblich! – das Potenzial seines Klienten krass unterschätzt und dessen Zukunft vor allem bei der Regionalliga-Reserve von 96 gesehen. Da war Schulz in der vorigen Saison noch Kapitän. In dieser Spielzeit war er aber noch immer mit dem Bundesliga-Kader unterwegs, wenn er fit war.

Dass Schulz auf den Geschmack von Fußball oberhalb der 4. Liga gekommen ist, darf vorausgesetzt werden. Aber was kommt nun? Zurück zur Reserve? Vielleicht eine Ausleihe in die 2. Liga? Oder ein „Weiter so!“ bei den 96-Profis – vielleicht sogar mit einer freiwilligen Gehaltsanpassung wie sie seinerzeit Per Mertesacker versprochen, aber nie gewährt worden war? Schulz bleibt nur zu warten – und mit Leistungen bei Trainer Hecking für sich zu werben.

VON VOLKER WIEDERSHEIM

 

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