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Zwei Jahre nach "Waldis" Profidebüt: "Ein unbeschreibliches Gefühl"

Er ist 96er durch und durch und hat auf den Tag genau vor zwei Jahren sein Profidebüt für unsere Roten gegeben: Waldemar Anton. Heute ist der 21-Jährige absoluter Stammspieler und Leistungsträger, der auf verschiedenen Defensivpositionen überzeugt. Wir haben mit "Waldi" die vergangenen zwei Jahre Revue passieren lassen und erinnern uns anhand von Fotos an besondere Momente!

Vor genau zwei Jahren, am 27. Februar 2016, hast Du beim 2:1-Sieg in Stuttgart Dein Profidebüt gegeben. Du wurdest in der Nachspielzeit eingewechselt - was ging Dir in dem Moment durch den Kopf?

Waldi: Es war ein unbeschreibliches Gefühl – und einfach auch eine Erleichterung, weil ich schon so lange dabei und im Kader gewesen war und mir immer gewünscht hatte, auch auf dem Platz zu stehen. Diese Gedanken gingen mir in dem Moment durch den Kopf.

Beim 2:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach am 15. April 2016 – als im Stadion auch das 120-jährige Vereinsjubiläum gefeiert wurde – hast Du Deinen ersten Bundesligatreffer erzielt. Wie denkst Du an dieses besondere Spiel zurück?

Waldi: Das war ein extrem besonderes Spiel. So eine Stimmung, so eine besondere Situation durch die 120 Jahre und ein Abendspiel unter Flutlicht – da hat einfach alles gepasst. Sowas wünscht man sich als kleiner Junge. Als ich dann das Tor gemacht habe, kamen die Emotionen einfach raus. Ich war überglücklich und habe mich einfach nur gefreut.

Es folgte bekanntlich der Gang in Liga zwei, wo Ihr mit dem 4:0 zum Auftakt in Kaiserslautern direkt durchgestartet seid. Es gab aber auch Rückschläge - wie das bittere 1:4 in Fürth. Wie gehst Du persönlich mit Rückschlägen um?

Waldi: Man denkt noch an dem Tag oder am Folgetag darüber nach, fühlt sich nicht so gut und überlegt, was man hätte besser machen können. Aber dann muss man auch wieder nach vorne schauen und sich auf das nächste Spiel konzentrieren. Und dann vergisst man das Spiel davor eigentlich auch schnell wieder.

Zu diesem Bild gibt es wohl nicht viel zu fragen…

Waldi: Das war ein unglaubliches Spiel. Wir haben am Saisonende eine kleine Aufholjagd hingelegt und mussten das Spiel gewinnen – es lastete ein extremer Druck auf uns. Wir haben das 1:0 gemacht und da waren so viele Emotionen dabei. Wir waren so erleichtert, dass wir das Tor gemacht haben. Ich glaube, so einen Derbysieg wünscht man sich als Fußballer immer. Das war einfach die pure Emotion!

In Sandhausen wurde der Aufstieg dann perfekt gemacht. Welche Erinnerungen hast Du persönlich an die Zweitligasaison?

Waldi: Die zweite Liga unterscheidet sich deutlich von der ersten Liga. Es geht sehr viel um Kampf, um Zweikämpfe. Man muss einfach spielen und in jedem Spiel 100 Prozent geben, sonst besteht man in der Liga nicht. Die Schlussphase war extrem schwer, es lag so viel Druck auf uns. Als der Schiedsrichter in Sandhausen dann abgepfiffen hat, fiel uns so ein unglaublich großer Stein vom Herzen. Dafür kann man keine Worte finden.

An die Aufstiegsfeier auf dem Rathausplatz hat vermutlich jeder 96-Fan, der dabei war, ganz besondere Erinnerungen. Was sind Deine persönlichen?

Waldi: Es war unglaublich zu sehen, wer die gesamte Saison über alles hinter uns gestanden und dann mit uns gefeiert hat. Wenn man das Bild so anschaut, war gefühlt die halbe Stadt da. Wir haben mit der Mannschaft und mit allen anderen einfach diese Zeit genossen, weil wir so viel zusammen erreicht hatten und uns jeden Tag für diesen Moment gequält hatten. Dieses Gefühl nimmt man von so einem Aufstieg mit.

Im Juni 2017 ist ein Traum wahr geworden: Du bist mit der deutschen U21-Nationalmannschaft Europameister geworden. Welche Träume und Ziele hast Du noch?

Waldi: Wenn ich dieses Bild von unserer U21-Nationalmannschaft sehe, möchte ich gerne noch das eine oder andere Spiel mit dem Team machen und natürlich möchte ich auch gerne noch mal die EM gewinnen. Das ist das Ziel. Und mit 96 möchte ich natürlich den Klassenerhalt so früh wie möglich klar machen.

Im Juli 2017 hast Du Deinen Vertrag bei unseren Roten bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Was bedeuten Dir 96 und Hannover?

Waldi: Ich bin hier aufgewachsen und wollte schon als kleines Kind im Stadion spielen. Ich habe hier viele Freunde kennengelernt. Es ist einfach eine schöne Stadt und ich fühle mich wohl bei 96. Ich bin gerne mit den Menschen hier zusammen und es ist nach wie vor etwas Besonderes, hier zu sein. Ich bin jedem dankbar, der mich auf diesem Weg unterstützt hat.

Auch unter André Breitenreiter bist Du unangefochtener Stammspieler und hast in dieser Saison bereits als Innenverteidiger und auf der Sechs überzeugt. Was zeichnet die Arbeit mit ihm aus?

Waldi: Ihn zeichnet in erster Linie das Menschliche aus. Man kann in jeder Situation zu ihm kommen und mit ihm sprechen – darüber, woran man arbeiten muss oder woran es gelegen hat, dass man womöglich ein Prozent weniger auf den Platz gebracht hat. Er hat für jeden ein offenes Ohr, egal, wer zu ihm kommt. Ich bin einfach froh, dass man über alles mit ihm reden kann.

Salif ist Dein Defensivpartner, Kenan einer Deiner besten Freunde im Team. Wie wichtig sind Dir die beiden, was macht die beiden aus?

Waldi: Ich kann eigentlich zu jedem im Team etwas Positives sagen. Ich bin mit jedem sehr gut befreundet und freue mich immer, hierherzukommen und mit ihnen Zeit zu verbringen und über Dinge zu reden.

Salif ist ein bisschen der Spaßvogel im Team – es ist sehr wichtig, so einen in der Mannschaft zu haben. Kenan und ich hatten, seit ich da bin, immer ein gutes Verhältnis. Er hat mich viel unterstützt und hat mich, wenn ich mal nicht gespielt habe, auch aufgemuntert. Ich bin froh, dass ich die beiden kennengelernt habe und mit ihnen hier spielen darf.

Im Januar wurdest Du bei der NP-Sportlergala als "Sportler des Jahres" ausgezeichnet. Was bedeutet Dir das?

Waldi: Nicht jeder wird in Hannover "Sportler des Jahres" und das zeigt mir einfach, wer alles hinter mir steht und meine Entwicklung beobachtet. An sich zu arbeiten und am Ende so eine Auszeichnung zu bekommen, ist etwas ganz Besonderes. So wird die ganze Arbeit, die man vorher geleistet hat, belohnt.

Zwei Jahre nach Deinem Debüt bist Du ein "gestandener Bundesligaprofi", hast in der laufenden Spielzeit nur zwei Partien wegen leichter Blessuren verpasst und hast beim 2:1 über Freiburg erstmals in dieser Saison getroffen. Was würdest Du Jungs mit auf den Weg geben, die den gleichen Traum haben wie Du?

Waldi: In erster Linie ist es wichtig, hart an sich zu arbeiten. Und egal, was passiert, nie aufzugeben. Das war immer mein Motto. Egal, wie schwer ein Rückschlag war – ob man verloren hatte oder sich verletzt hat – man muss immer weitermachen und weiter an sich arbeiten. Irgendwann wird man immer dafür belohnt – das kann ich aus meiner Erfahrung sagen. Als ich im Kader war, aber noch nicht gespielt habe, habe ich immer mehr gemacht, als ich eigentlich sollte und wurde am Ende dafür belohnt.
jb