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VfL Osnabrück: Bremer Brücke, Wiener Farben

Am Sonntag treffen die Roten im Niedersachsenduell auf den VfL Osnabrück. Wir haben wieder Kurioses und Historisches zum nächsten 96-Gegner zusammengefasst.

Wunderliche Wesen: Die VfL-Maskottchen Li (rechts) und La.

Nächster Gegner: Osnabrück
Wie ist das Stadion Bremer Brücke zu seinem Namen gekommen? Was haben die Vereinsfarben des VfL Osnabrück mit Wien zu tun? Und welchen kuriosen Zweitligarekord werden die Niedersachsen wohl auch in dieser Saison weiter ausbauen? Das und mehr verraten wir in unserem Gegnerporträt vor dem 96-Heimspiel gegen Osnabrück am Sonntag (13.30 Uhr, HDI Arena; Tickets).

  • Wiener Farben: Der Verein für Leibesübungen von 1899, kurz VfL, entstand Mitte der 1920er-Jahre aus dem Zusammenschluss mehrerer Osnabrücker Vereine. Ein Teil des VfL spaltete sich aber bereits kurz nach der Fusion wieder ab und gründete den SC Rapid Osnabrück - in Anlehnung an den österreichischen Topklub Rapid Wien. Kurios: Als Vereinsfarben wählten die Mitglieder des SC Rapid Osnabrück Lila und Weiß, also die Farben von Rapids Rivalen Austria Wien. 1938 wurden die Vereine VfL und Rapid Osnabrück von den Nationalsozialisten wieder zusammengeschlossen. Seither spielt auch der VfL in Lila und Weiß.

  • Kurioser Stadionname: Das Stadion in Osnabrück heißt Bremer Brücke. Klingt komisch, ist aber so. Seinen Namen verdankt das Stadion seiner besonderen Lage - mitten in einem Wohngebiet und direkt neben einer Eisenbahnbrücke, die nach Bremen führt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Stadion übrigens fast vollständig zerstört und musste in den 1950er-Jahren neu aufgebaut werden. 2004 sicherte sich das Telekommunikationsunternehmen Osnatel die Namensrechte an der Arena. Seit 2016 heißt die Spielstätte des VfL wieder Bremer Brücke und bietet derzeit Platz für 16.100 Zuschauer.   

  • Niemals erste Liga: In der ewigen Zweitligatabelle steht der VfL Osnabrück auf Platz zehn (869 Spiele, 1117 Punkte), allerdings mit deutlichem Abstand zu den Roten auf Platz fünf (861 Spiele, 1333 Punkte). Kurios: Kein Klub hat häufiger in der zweiten Liga gespielt, ohne jemals aufzusteigen, als der VfL (23 Saisons).

  • Surmann und Hartmann jubeln: Mit den früheren 96-Profis Karsten Surmann und Frank Hartmann in der Startelf sicherte sich der VfL am 13. Juni 1995 den Gewinn der deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft. Im Finale in Stuttgart drehten die Osnabrücker einen 0:2-Rückstand gegen die Stuttgarter Kickers noch in einen 4:2-Sieg nach Verlängerung. Weitere nennenswerte Erfolge in der Vereinsgeschichte: deutscher Basketball-Meister (1969), deutscher Tischtennis-Mannschaftsmeister der Männer (1966, 1968) und deutscher Tischtennis-Mannschaftsmeister der Frauen (1973).

  • Wunderliche Wesen: Die Maskottchen der Lila-Weißen heißen Li und La. Echt jetzt. Li ist weiblich und sieht mit ihrem kugelrunden, lilafarbenen Kopf und ihrem langen, dünnen Körper aus wie eine Pflaume am Stiel. La ist männlich und versteckt seinen blassen Schädel unter einer Schirmmütze. Zur besseren Unterscheidung haben Li und La ihre Namen außerdem auf den Hinterkopf tätowiert bekommen. Echt jetzt.

  • Lattek trifft und trifft und trifft: Achtmal deutscher Meister, Europapokalsieger der Landesmeister mit dem FC Bayern, Europapokalsieger der Pokalsieger mit dem FC Barcelona, UEFA-Pokalsieger mit Borussia Mönchengladbach - Udo Lattek war ohne Zweifel einer der besten Trainer in der Geschichte des Fußballs. Was aber wohl nur die wenigsten wissen: Lattek war auch ein ganz passabler Spieler und verbrachte die letzten Jahre seiner Karriere beim VfL Osnabrück. Zwischen 1962 und 1965 trug er das Trikot der Niedersachsen. Doch auch Lattek, der in seiner ersten Saison bei den Lila-Weißen insgesamt 19-mal traf, konnte nicht verhindern, dass der VfL im Sommer 1963 die Qualifikation für die neu gegründete Bundesliga verpasste.

  • Auf Heimatbesuch: Für Osnabrücks Sportdirektor Benjamin Schmedes ist das Gastspiel in Hannover zugleich eine Reise in die eigene Vergangenheit. Schmedes wurde 1985 in der niedersächsischen Landeshauptstadt geboren, wuchs im Pattenser Ortsteil Koldingen auf und spielte als Nachwuchsfußballer unter anderem für den SV Germania Grasdorf und Hannover 96. Später war er für den SV Ramlingen/Ehlershausen in der Oberliga am Ball. Seit Dezember 2017 ist Schmedes als Sportdirektor für den VfL Osnabrück tätig - und kehrt nun als Kontrahent in die Heimat zurück.
    hop