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Kader-Comeback gegen den HSV: So erfuhr Timo Hübers von seiner Nominierung

"Ich habe kurz überlegt und dann gedacht: Warum denn eigentlich nicht?" - Nach seinem Kader-Comeback gegen den Hamburger SV verrät Timo Hübers, wie er die Nachricht über seine Nominierung erhalten hat, welche Gefühle ihn am Samstag begleitet haben, und wie es nun für ihn weitergeht.

Timo, seit über anderthalb Jahren Verletzungspause standst Du am Samstag gegen den HSV erstmals wieder im Kader. Erzähl' mal, wie war das für Dich, als Du die Nachricht erhalten hast?

Timo Hübers (23):
Ich wurde ins Trainerbüro gerufen. Dort hat mich das Trainerteam gefragt, ob ich es mir schon wieder zutrauen würde, in den Kader zu kommen. Im ersten Moment war ich natürlich selbst erst einmal ein bisschen baff, muss ich sagen, weil ich nicht damit gerechnet hatte.

So viele Einheiten im Mannschaftstraining hattest Du ja auch noch nicht absolviert.

Timo:
Das stimmt. Ich hatte ja auch noch nicht in der U23 gespielt oder so. Ich habe kurz überlegt und dann gedacht: Warum denn eigentlich nicht? Ich bin im Training, ich traue es mir zu, dass das Knie wieder hält, und dann helfe ich der Mannschaft natürlich gerne - auch wenn es jetzt nur auf der Bank war.

Und wie hat es sich dann angefühlt, wieder so nah dabei zu sein?

Timo:
Es war ungewohnt, am Wochenende wieder so viele Verpflichtungen zu haben (lacht). Nein, Scherz beiseite. Es war schon ziemlich cool. Und dann gerade beim Spiel gegen den HSV, wo ja gefühlt doch irgendwie Bundesliga-Stimmung war. Das war schon echt riesig.

Nach über anderhalt Jahren verletzungsbedingter Pause kehrte Timo Hübers gegen den HSV ins Aufgebot zurück.

Und es hat sich sicherlich ganz anders angefühlt, als wenn man vorm Fernseher oder von der Tribüne aus zuschaut.

Timo:
Auf jeden Fall. Man kriegt ja alles mit: Man fährt den Tag vorher ins Hotel und da liegt der Fokus komplett auf dem Spiel. Da ist man dann schon anders dabei, als wenn man jetzt hier morgens noch um elf Uhr seine Trainingseinheit absolviert und auch das Gefühl hat, dass man der Mannschaft leider nicht helfen kann. Wenn du auf der Bank sitzt, ist es so: Du bist dabei und wenn es darauf ankommt, wirst du auch gebraucht. Da ist man noch mal mit einer ganz anderen Anspannung dabei als zum Beispiel von der Tribüne aus. Weil man einfach noch näher am Spiel ist.

Da gab es ja sicherlich auch viele Gratulations-Nachrichten von Freunden, oder?

Timo:
Ja, da waren schon zahlreiche Glückwünsche dabei. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich scheinbar jeden Spieltag alle den Kader von 96 angucken, aber es haben sich doch schon recht viele gemeldet - obwohl ich nicht mal gespielt habe.

Über das Spiel und den ärgerlichen Ausgleich in der Nachspielzeit wurde nun schon viel gesprochen und geschrieben, trotzdem noch einmal aus Deiner Perspektive: Was sagst Du zum 96-Auftritt am Samstag?

Timo:
Ich finde, wir haben es super gemacht, die Jungs haben die Stimmung, die von den Rängen kam, eindrucksvoll in ihr eigenes Spiel mit eingebracht. Hamburg war in der Rückrunde eigentlich schon das Nonplusultra, aber wir haben gezeigt, dass wir da auch hätten siegen können. Vor dem Spiel hätte uns kaum einer zugetraut, dass wir da überhaupt was Zählbares mitnehmen. Aber wenn wir so auftreten wie jetzt am Samstag, müssen wir uns vor gar keinem verstecken. Trotzdem muss man fairerweise schon sagen, dass das 1:1 am Ende zwar nicht unverdient war, aber so wie es gefallen ist, war das ein gefühlter Genickbruch.

Und noch einmal zu Dir persönlich: Wie fühlst Du Dich jetzt, wie geht es weiter?

Timo:
Ich fühle mich super. Ich hoffe, dass das mit dem Knie jetzt auch so bleibt. Wenn man einmal wieder im Kader dabei ist, dann ist der nächste Schritt natürlich auch, wieder auf dem Platz zu stehen. Ob das jetzt erst einmal über Einsätze bei der U23 oder direkt bei den Profis ist, das weiß ich noch nicht. Aber klar, wenn man einmal wieder dabei ist, und diese ganze Atmosphäre mitbekommt, dann ist das nächste Ziel natürlich, irgendwann auch wieder zu spielen.
jb