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Ziel der 36 Profiklubs: Saison soll bis 30. Juni beendet werden

Der Beschluss fiel einstimmig: Die Klubs der 1. und 2. Liga mit Hannover 96 haben heute entschieden, den Spielbetrieb in beiden Klassen bis mindestens 30. April auszusetzen. Das Gremium, das erstmals in Form einer Video-Konferenz tagte, folgte damit einer Empfehlung des Präsidiums der Deutschen Fußball-Liga (DFL).

Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Liga wird bis mindestens 30. April ausgesetzt. (Foto: DFL/Getty/Hardt)

Martin Kind: "Bin optimistisch"
In der heutigen Mitgliederversammlung wurden mögliche Szenarien und denkbare Handlungsoptionen für die kommenden Wochen und Monate vorgestellt - wohlwissend, dass externe Faktoren wie die Verbreitung des Virus und die Einschätzung durch die Politik für die Entwicklung maßgeblich sind. "Die Video-Konferenz ist ein guter Weg und auch für die Zukunft ein Modell für DFL-Mitgliederversammlungen", sagte 96-Geschäftsführer Martin Kind. "Christian Seifert hat die Konferenz mit den 36 Klubs gut moderiert und die Themen und verschiedenen Szenarien qualifiziert vorbereitet. Ich bin optimistisch, dass wir die Saison zu Ende spielen können." DFL-Geschäftsführer Seifert machte dabei klar, dass es den Königsweg für die Fortsetzung der Saison derzeit nicht gibt. "Es gibt den einen Plan noch nicht. Wir haben über gewisse Denkmodelle nachgedacht."

Die Beschlüsse
Beschlossen haben die 36 Klubs folgende Maßnahmen:

  • Das Lizenzierungspaket: Da die derzeitige Unterbrechung des Spielbetriebs alle Profiklubs gleichermaßen unverschuldet vor kaum planbare Herausforderungen stellt, werden die Vorgaben im Lizenzierungsverfahren vorübergehend an die Situation angepasst. Dies betrifft vor allem die Bestimmungen zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und deren Prüfung vor und während einer Spielzeit. Ziel ist es, allen Klubs die Möglichkeit und Zeit zu geben, die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen und den regulären Spielbetrieb fortzusetzen, um sämtliche Wettbewerbs-Entscheidungen auf sportlichem Weg zu erreichen. Für die laufende Spielzeit wird beispielsweise der Abzug von neun Gewinnpunkten als Sanktion für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ausgesetzt. Außerdem wird im jetzt anstehenden Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2020/21 auf die Überprüfung der Liquiditätssituation der Klubs verzichtet.

  • Die "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb": Zur Erstellung eines Konzepts mit dem Ziel der medizinisch vertretbaren Fortführung des Spiel- und Trainingsbetriebes wurde eine medizinische Task Force gegründet. Diese wird im ersten Schritt alle Covid-19 Fälle bei den Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga zentral dokumentieren. Darüber hinaus wird von der Kommission ein Vorgehen erarbeitet, mit dem eine engmaschige, unabhängige Testung von Spielern und weiterem Personal unter anderem unmittelbar vor den Spieltagen durchgeführt werden kann. Weiterhin werden sowohl organisatorische Maßnahmen im Stadion zur Vermeidung von Übertragungen als auch spezielle Abläufe bei der Spiel- und Trainings-Organisation definiert und in einem Leitfaden einheitlich festschrieben – das alles in enger Abstimmung mit externen Experten und Behörden.

  • Standortbezogene Produktionskonzepte für Spiele ohne Stadionbesucher: Ziel bleibt es, die aktuelle Saison bis Ende Juni zu Ende spielen zu wollen – gezwungenermaßen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ohne Stadionzuschauer. Diese Spiele sollten – unter Voraussetzung der rechtlichen Zulässigkeit und selbstverständlich medizinischen Vertretbarkeit – mit einem möglichst geringen Personalaufwand in den Bereichen Sport, Medien und allgemeine Organisation in den Stadien durchgeführt werden. Weiterhin gilt: Bis zum kommenden Sonntag sollen die Klubs auf Mannschaftstraining verzichten – daran wird sich 96 natürlich halten.

Am 17. April findet die nächste außerordentliche Mitgliederversammlung statt, um weiter auf die aktuellen Entwicklungen reagieren zu können.