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Mit 37 Jahren: Szabolcs Huszti beendet Karriere

Mach es gut, Szabi! In 154 Pflichtspielen für Hannover 96 war Szabolcs Huszti an unglaublichen 87 Toren beteiligt. Nun hat der offensive Mittelfeldspieler seine Laufbahn beendet.

Szabolcs Huszti: "Ich hatte eine wundervolle Karriere, alles ist so passiert, wie es hätte passieren sollen."

Ab 2006 das erste Mal in Hannover
Das Karriereende gab der 37-Jährige über seinen Klub MOL Fehérvár FC bekannt, für den er in der laufenden Saison noch in sieben Ligaspielen auf dem Platz gestanden hatte und darin an vier Toren beteiligt gewesen war. Eine langwierige Knieverletzung verhinderte weitere Einsätze. "Mein Körper signalisierte mir, es ist Zeit, die Karriere zu beenden", erklärte Huszti auf der Vereinshomepage des ungarischen Erstligisten.

Zu Beginn der Saison 2006/07 wechselte der Ungar zum ersten Mal zu Hannover 96. Ausgebildet bei Ferencváros Budapest gelangte er nach einem Jahr in Frankreich beim FC Metz an den Maschsee. Schnell avancierte der schnelle, trickreiche Flügelspieler zum Publikumsliebling. In seinem ersten Bundesligajahr kam er in 31 Partien auf vier Tore und sieben Vorlagen, ehe er in der darauffolgenden Spielzeit mit 17 Torbeteiligungen (zehn Tore, sieben Vorlagen) noch größer auftrumpfte. Ähnlich stark spielte er in der Hinserie der Saison 2008/09, weshalb der Linksfuß das Interesse von Zenit St. Petersburg auf sich zog. In der Winterpause wechselte er nach Russland.

Legendär: der Seitfallzieher gegen Werder
Die umjubelte Rückkehr nach Hannover erfolgte im Juli 2012 zu Beginn der zweiten 96-Europa-League-Saison. In zwei Jahren schoss er wettbewerbsübergreifend in 67 Spielen 25 Tore und legte weitere 22 auf – eine Wahnsinnsquote! Unvergessen wird vielen 96-Fans der 3. Spieltag der Saison 2012/13 bleiben, als "Szabi", wie er liebevoll genannt wurde, beim 3:2-Sieg über Werder Bremen ein Tor vorlegte und zweimal selbst einnetzte. Er war es auch, der mit einem unwiderstehlichen Seitfallzieher in letzter Sekunde die drei Punkte unter Dach und Fach brachte. Kurioserweise sah er direkt danach wegen Trikotausziehens und eines Sprungs auf den Zaun zwei Gelbe Karten und wurde vom Platz gestellt.

Hier könnt Ihr Euch die Huszti-Gala gegen Bremen - inklusive Seitfallzieher - noch einmal anschauen:

Meister und Pokalsieger in Ungarn
2014 ging es für Huszti nach China zu Changchun Yatai, wo er – unterbrochen durch ein kurzes Leih-Intermezzo bei Eintracht Frankfurt – zweieinhalb Jahre blieb. Anfang 2017 zog es den 51-maligen ungarischen Nationalspieler zurück in seine Heimat, wo er zum Ende seiner Laufbahn bei MOL Fehérvár FC anheuerte – und das mit großem Erfolg: In der Saison 2017/18 gewann Huszti mit seinem Team den Meistertitel, im Jahr darauf führte er Fehérvár zum Pokalsieg.

Huszti will dem Fußball treu bleiben
"Ich hatte eine wundervolle Karriere, alles ist so passiert, wie es hätte passieren sollen", sagte der Linksaußen in seiner Abschiedsmitteilung. Nun will er sich mehr, als er es bisher konnte, seiner Familie widmen: "Ich habe dem Fußball viel zu verdanken – es ist schwer in Worte zu fassen, wie wichtig er für mich ist. Aber er ist nicht mehr das Wichtigste. Das Wichtigste ist, meine Kinder gesund aufwachsen zu sehen." Seinem Sport will Huszti aber auch nach der aktiven Karriere treu bleiben: "Natürlich möchte ich mein Leben in der Welt des Fußballs fortsetzen. Ich hoffe, dass ich die Möglichkeit haben werde, meine Erfahrungen in irgendeiner Form an zukünftige Generationen weiterzugeben."

Wir senden herzliche Grüße aus Hannover und wünschen "Szabi" alles erdenklich Gute für die nächste Lebensphase!
hec