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Miiko Albornoz im Abschiedsinterview: "Da ist ein Traum in Erfüllung gegangen"

Sechs Jahre lang war er ein Roter und absolvierte nicht nur viele Höhen und Tiefen, sondern auch insgesamt 134 Spiele im Trikot von Hannover 96: Miiko Albornoz hat unseren Verein zum Ende dieser Saison verlassen - doch nicht, ohne die bewegte Zeit am Maschsee noch einmal Revue passieren zu lassen. Erfahrt hier, wie emotional das letzte Spiel für Miiko war, welche Momente mit 96 ihm besonders in Erinnerung geblieben sind und was er allen Hannoveraner*innen noch einmal sagen wollte.

Hallo Miiko, schön, dass Du da bist! Wie geht’s Dir? Wo bist du gerade?

Miiko Albornoz (29): Hallo, dankeschön! Mir geht es sehr gut. Ich bin gerade in Marbella, in meiner Wohnung in Spanien. Ich mache jetzt ein bisschen Urlaub mit meiner Familie und meiner Freundin.

Wie verbringst Du Deine Sommerpause?

Miiko: Ich war eine Woche in Stockholm und jetzt bin ich in Marbella. Ich mache Urlaub, aber muss auch mein Training absolvieren, um mich für meine nächste Mannschaft vorzubereiten. Ein Ticket zurück nach Stockholm habe ich nicht. Wir bleiben jetzt erst einmal hier. 

Du warst sehr emotional nach deinem letzten Spiel für unsere Roten gegen den VfL Bochum. Mit welchem Gefühl blickst Du heute auf den Moment nach dem Abpfiff zurück?

Miiko: Ja, das fiel mir schon sehr schwer. Die ganze letzte Woche war nicht einfach. Ich habe meine Wohnung abgegeben, meinen Nachbarn "Tschüss" gesagt und allen Personen, die ich in Hannover kenne. Ich war sechs Jahre hier, das war schon ein komisches Gefühl. Mich dann auch von Hannover 96 zu verabschieden, das fiel mir sehr schwer. Aber so läuft das im Fußball, manchmal musst du deine Mannschaft wechseln. Aber der Moment selbst war dann einfach sehr emotional für mich.

Im Spiel ist Dein Kumpel John Guidetti nach seinem Tor, das anschließend durch den Videobeweis leider zurückgenommen wurde, zu Dir gelaufen. Was hat Dir diese Geste bedeutet?

Miiko: Er hat vor dem Spiel gesagt, dass er ein Tor für mich macht. Nach drei oder vier Minuten war es soweit und klar: Das war natürlich ein emotionaler Moment für mich. Leider hat es nicht gezählt, aber das Tor und den Augenblick nehme ich mit.

Generell war das letzte halbe Jahr bei Hannover 96 mit Sicherheit noch einmal ein ganz besonderes. John und Du, Ihr seid seit Kindheitstagen befreundet. Wie war es, mit Deinem langjährigen Kumpel in einer Mannschaft zu spielen? 

Miiko: Wir haben in der Jugend zusammen in einem Verein gespielt und uns gesagt, dass wir irgendwann noch einmal zusammen spielen müssen. Das haben wir jetzt bei Hannover 96 und natürlich ist das ein besonderes Gefühl. Die sechs Monate waren eine Super-Zeit.

Wie hast Du generell die abgelaufene Saison erlebt?  

Miiko: Natürlich wollten wir eigentlich zurück in die erste Liga, aber die Hinrunde war ziemlich schwer für uns. In der zweiten Saisonhälfte war es viel, viel besser. Wir haben jedes Spiel bis zum Schluss gekämpft und versucht, zu gewinnen. Leider war der Abstand zu den ersten drei Plätzen zu Beginn der Rückrunde zu groß. Zum Ende hin haben wir es aber, denke ich, ganz gut gemacht.

Sechs Jahre Hannover 96 – eine lange Zeit. Welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben? 

Miiko: Ich habe viele, viele Erinnerungen: In meinem ersten Jahr mussten wir am letzten Spieltag gegen Freiburg unbedingt gewinnen, um die Klasse zu halten -  das haben wir geschafft. Dann zwei Jahre später das letzte Spiel in Sandhausen, als wir wieder in die erste Liga aufgestiegen sind. Und natürlich mein erstes Spiel in der Bundesliga gegen Schalke – direkt von Anfang an -, da ist ein Traum in Erfüllung gegangen.

Und wie bleibt Dir die Aufstiegssaison 2016/2017 in Erinnerung?

Miiko: Das war etwas ganz Besonderes. Ich habe noch so viele Fotos und Videos von dieser Zeit und mit den Kollegen aus der damaligen Mannschaft spreche und lache ich immer noch ganz viel darüber. Das sind schöne Erinnerungen.

Jetzt wartet ein neues Kapitel auf Dich: Weißt Du schon, wie es nach der Sommerpause für Dich weitergeht?

Miiko: Noch nicht. Jetzt mache ich erstmal ein bisschen Urlaub, trainiere aber auch weiterhin. Ich muss warten, was passiert. Aber ich denke, dass sich in spätestens einem Monat etwas ergeben wird.

Miiko, vielen Dank, dass Du Dir heute noch einmal die Zeit genommen hast. Möchtest Du vielleicht noch etwas loswerden?

Miiko: Ich möchte mich noch einmal bei allen in Hannover bedanken: Danke für alles, Ihr bleibt immer in meinem Herzen. Ich werde weiter jedes Spiel gucken und dann schauen wir, was passiert im Leben. Vielleicht komme ich irgendwann zurück (lacht).

Wir werden Dich auf jeden Fall in sehr, sehr guter Erinnerung behalten. Alles Gute, Miiko!