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1:4-Testspielniederlage bei Union: Zum Ende hin den Faden verloren

Spielminuten sammeln und den Nachwuchs reinschnuppern lassen: Das war beim Test von Hannover 96 beim Erstligisten Union Berlin wichtiger als die 1:4-Niederlage.  

Unser Neuzugang Patrick Twumasi machte heute sein erstes Spiel von Anfang an für unsere Roten.

Verspäteter Anpfiff im Stadion An der Alten Försterei
Spielpraxis für diejenigen Roten, die in den bisherigen vier Pflichtspielen noch nicht so viele Einsatzminuten bekommen hatten. Und eine Chance für junge Talente aus der Akademie. Darum ging es hauptsächlich bei dem Test in Köpenick, der mit 18 Minuten Verspätung begann. Grund: Die beiden 96-Mannschaftsbusse waren bei der Anfahrt zweimal in einen Stau geraten. Union, mit den früheren 96ern Florian Hübner und Niko Gießelmann in der Startelf (Cedric Teuchert kam nach der Pause), hatte in der Anfangsphase zwei frühe Möglichkeiten. Doch Taiwo Awoniyi schoss am Tor vorbei, Keita Endo scheiterte an 96-Schlussmann Michael Esser, der geschickt den Winkel verkürzte.

Führung durch Elfmeter
Viel tat sich danach nicht - bis zur 27. Minute: Da brachte Akaki Gogia die Berliner mit einem Foulelfmeter - lässig gelupft - mit 1:0 in Führung. Das war ärgerlich, denn diesen Elfmeter hätte man nicht geben müssen, es sei denn, man macht 96-Verteidiger Josip Elez den Vorwurf, dass er sich nicht in Luft auflösen kann.

"Valle" trifft zum Ausgleich
Mit neuem Torwart - Michael Ratajczak löste Michael Esser ab - ging 96 in die 2. Halbzeit. Auch vorne tat sich was, denn nach 49 Minuten stand es plötzlich 1:1. Patrick Twumasi traf den Pfosten, Valmir Sulejmani reagierte am schnellsten und staubte zum 1:1 ab. Ausgerechnet Sulejmani, der früher bei Union tätig war und von den 1759 Berliner Zuschauern freundlich empfangen wurde.

Erst fast die Führung - dann kontert Union
In der 62. Minute wäre 96 sogar beinahe in Führung gegangen, doch Union-Torwart Loris Karius parierte den starken Volleyschuss von Hendrik Weydandt großartig. Auf der anderen Seite zeichnete sich auch Ratajczak kurz hintereinander gegen Teuchert und Awoniyi aus. In der 69. Minute musste sich Ratajczak dann beim 2:1 der Berliner durch Marius Bülter geschlagen geben.

Youngster dürfen ran
In der 70. Minute kam dann der große Moment für drei 96-Talente: Noah De Waal, Grace Bokake und Adrian Becker kamen hinein - und erlebten das 1:3 durch Teuchert, der in der 75. Minute auch auf 4:1 erhöhte. In der 81. Minute durfte Jan-Erik Eichhorn noch reinschnuppern, in der 87. Minute dann auch noch Nicolo Tresoldi und Lawrence Enalli.

Fazit: Ohne seine Nationalspieler und einige Stammspieler machte das 96 lange sehr ordentlich und verlor erst in den letzten 20 Minuten den Faden und am Ende deutlich.
hr

Kena Kocak nach dem Spiel: "Bis zur 70. Minute haben die Jungs das sehr gut gemacht. Bis dahin war ich sehr zufrieden. Die Entstehung zu den Gegentoren hat mich dann wieder sehr geärgert, denn das sind individuelle Böcke gewesen und das müssen wir einfach abstellen. Dann haben wir auch wieder ein Elfmeter- und ein Standardgegentor bekommen. Und ansonsten haben wir heute die Youngster sehen wollen, das war dementsprechend gut. Die Jungs haben das gut gemacht. Ich wollte sie auch für ihre Arbeit im Training belohnen."  

STATISTIK

Union Berlin: Karius, Friedrich (46. Knoche), Ryerson, Gogia (46. Becker), Kruse (46. Teuchert), Awoniyi, Endo (62. Bülter), Hübner, Prömel (70. Maciejewski), Gießelmann, Griesbeck (78. Schneider)

Hannover 96: Esser (46. Ratajczak) - Elez, Twumasi (88. Tresoldi), Frantz (70. Becker), Weydandt (70. Bokake), Sulejmani (88. Enalli), Ochs (81. Eichhorn), Basdas, Schindler (70. De Waal), Stehle, Tarnat

Tore: 1:0 Gogia (27./FE), 1:1 Sulejmani (49.), 2:1 Bülter (69.), 3:1 Teuchert (72.), 4:1 Teuchert (75.)

Hier könnt Ihr Euch das Spiel noch einmal re-live anschauen: