Nachwuchs

Neue Struktur bei jüngsten Akademieteams: Junge Talente bekommen mehr Zeit zum Reifen

Hannover 96 wird zur kommenden Saison den jüngsten Nachwuchsbereich in der Akademie neu strukturieren. Als jüngste 96-Mannschaft wird künftig nicht mehr die U11, sondern erst die U12 fungieren.

Stürmische Jugend: Damit 96 weiter viele Freude an seinen Nachwuchsspielern hat, gibt der Klub ihnen mehr Zeit für die Entwicklung. Foto: Imago/Dünhölter

So läuft es bisher
Es ist nur eine kleine, aber wichtige Veränderung: Bisher startete die Nachwuchsarbeit bei 96 mit dem Perspektivteam der U10, das nicht für den Punktspielbetrieb gemeldet wird, sondern nur einmal wöchentlich trainiert – Spiele bestreiten die jungen Talente für ihren Stammverein. Bis Ende der Saison 2020/21, die derzeit durch die Corona-Pandemie ruht, wird die U11 jüngste 96-Mannschaft bleiben.

Und das ändert sich
Von kommenden Sommer an wird dann die U11 zum Perspektivteam – und richtig los bei den Roten geht es bei der U12. Von dem späteren Start verspricht sich Hannover 96 gleich mehrere Vorteile für alle Beteiligten. "Aus mehreren Gründen ist das eine gute Sache", sagt Fabian Hellberg, in der 96-Akademie der Sportliche Leiter U10-U15. "Viele beklagen, dass die Jungs keine Zeit mehr für Freizeit und andere Hobbys haben. Dem können wir durch die Verschiebung Rechnung tragen", sagt Hellberg. Dahinter steckt auch die Idee, dass die jungen Fußballer sich länger ohne Leistungsdruck und ohne erhöhten zeitlichen Aufwand im gewohnten Umfeld entwickeln können. "Der Spieler steht bei uns im Mittelpunkt, deswegen haben wir im Sinne der Entwicklung jedes einzelnen Spielers entschieden. Entscheidend ist zudem, dass junge Spieler in ihren Heimatvereinen sehr gut ausgebildet werden", erklärt Hellberg.

Gute Zusammenarbeit mit Partnerklubs
"Die Vereine in der Region machen an der Basis mit den vielen ehrenamtlichen Trainern eine super Arbeit und arbeiten eng mit uns zusammen", sagt Hellberg. "Die Verantwortlichen dort wissen sehr genau, dass ihre Toptalente irgendwann den nächsten Schritt machen müssen und vertrauen uns." Dies sieht man beim TSV Havelse genauso. "Der TSV Havelse begrüßt diese Entwicklung. Gerade in diesen jungen Jahren ist selbst bei talentierten Spielern die weitere Entwicklung noch nicht absehbar", sagt Jens Kamm, Spartenleiter beim TSV Havelse. Beim TSV Havelse, der jedes Jahr Spieler an Hannover 96 abgibt, finden talentierte Spieler auch außerhalb der Akademie optimale Entwicklungsmöglichkeiten vor.

Fabian Hellberg – Foto: 96/Kaletta
Die 96-Akademie von oben - Foto: 96/Nordmedia

Talente auf dem Sprung
"Dass sich Hannover 96 entschieden hat, die Spieler erst ein Jahr später in die Akademie zu holen, spricht für die gute Ausbildung in den Heimatvereinen", sagt Christopher Menge, Spartenleiter des VfL Westercelle. "Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass unsere talentierten Spieler bestmöglich für den Sprung von Westercelle nach Hannover vorbereitet sind. Daher legen wir beim VfL Westercelle ein besonderes Augenmerk auf gut ausgebildete Trainer."  

Kurzum: Eine sogenannte Win-Win-Situation für alle – nicht zuletzt für die jungen Talente.
hr