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AOK-Gesundheitstipp Oktober: Kinderunfälle - So wird das eigene Heim sicher

Stürze, Verbrennungen und Verbrühungen, Schlucken von Gegenständen, von Medikamenten oder giftigen Haushaltsmitteln und sogar Ertrinken: Die meisten Unfälle von kleinen Kindern passieren nicht auf der Straße, sondern in den eigenen vier Wänden. Doch die Gefahren zu Hause werden von den Eltern oft unterschätzt, warnt die AOK Niedersachsen.

Putzmittel sind kein Kinderspiel: Vergiftungen und Verätzungen zählen zu den häufigsten Kinderunfällen. (Foto: AOK)

Über 60 Prozent der Unfälle passieren zu Hause
Aus Sicht der Eltern ist der Straßenverkehr die größte Gefahrenquelle, doch dort passieren tatsächlich nur sieben Prozent der Unfälle bei Kindern bis zu fünf Jahren – zu Hause dagegen über 60 Prozent. Insgesamt müssen zwei Millionen Kinder jedes Jahr nach einem Unfall zum Arzt gebracht, weitere knapp 200.000 sogar im Krankenhaus behandelt werden.

Vorsicht in der Küche
So ist die Küche ein verheißungsvoller, aber auch gefährlicher Ort: Schnell kann zum Beispiel die Hand an der heißen Herdplatte verbrannt sein, zumal Kinder noch nicht so schnell reagieren und die Finger wegziehen können. Auch elektrische Küchengeräte wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine sollten für die kleinen Entdecker außer Reichweite verstaut sein. Das gilt ebenso für die dazugehörigen Kabel. Auch abseits der Elektrogeräte lauern Gefahrenquellen. Daher sollten Tischdecken auf Küchen- und Esstischen ebenfalls entfernt werden, denn Kinder ziehen gerne daran, sodass Kaffeebecher und Teekannen samt heißem Inhalt herunterfallen und zu schweren Verbrennungen bei den Kleinen führen können.

Verhalten bei Verbrennungen
Wenn Kinder sich verbrennen oder verbrühen, sollten Eltern Ruhe bewahren und ihr Kind beruhigen. Die mit heißer Flüssigkeit durchtränkte Kleidung sollte rasch, aber vorsichtig ausgezogen werden. Kleinflächige Verbrennungen, zum Beispiel am Finger, werden am besten mit handwarmem Wasser (mindestens 15 Grad Celsius) für zehn bis 15 Minuten gekühlt. Bei großflächigen Verbrennungen, auch bei Kleinkindern und Säuglingen, wird nicht gekühlt, da das zu einer gefährlichen Unterkühlung führen kann. Besser ist es, betroffene Körperteile mit einem keimfreien Verbandtuch abzudecken und schnell den Notruf 112 wählen. Brandsalben, Brandbinden oder Öl dürfen nicht auf die Wunde aufgetragen werden, weil sie die Hitze im Gewebe halten und so verhindern, dass die Haut mit Luft versorgt wird. Auch sogenannte Hausmittel wie Mehl, Puder oder Öl sind tabu.

Gefahren im Badezimmer
In der Badewanne zu planschen, das macht besonders großen Spaß. Doch Vorsicht: Gerade Säuglinge können selbst bei einer Wassertiefe von nur fünf Zentimetern ertrinken. Deshalb sollten Eltern Babys und Kleinkinder im Wasser immer selbst beaufsichtigen und die Aufsicht auch nicht älteren Geschwisterkindern überlassen. Eine große Gefahr im Bad geht auch von elektrischen Geräten aus. Kinder müssen von den Eltern erfahren, dass Wasser und Strom eine lebensgefährliche Kombination darstellen. Fön und Rasierapparat sollten nach Gebrauch vom Netz genommen und weggeräumt werden.