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Tom Trybull: "Es ist eine schöne Geschichte bis jetzt"

Vor seinem ersten Heimspiel mit unseren Roten spricht 96-Neuzugang Tom Trybull über seine Corona-Infektion, die Entscheidung für Hannover 96 und einen besonderen Stadiongast.

Neuzugang Tom Trybull bestreitet am Freitagabend gegen Schalke 04 sein erstes Heimspiel für Hannover 96. (Foto: 96/Kaletta)

Tom Trybull (28) über seine Corona-Infektion: Die ersten Tage waren echt ein bisschen heftig, aber dann gingen die Symptome auch schnell wieder weg. Wir hatten seit Beginn der Pandemie in England eineinhalb Jahre keine Probleme, sind kein einziges Mal positiv getestet worden. Dann sind wir gerade ein paar Tage hier und schon kommt dieses Ergebnis. Natürlich geht Gesundheit über alles, aber das war schon ärgerlich. Ich bin froh und dankbar, dass wir alles gut überstanden haben und jetzt mache ich da auch einen Haken dran.  

Tom über seinen Fitnesszustand: Es war klar, dass es in Nürnberg nicht für 90 Minuten reicht. Es war mein erstes Spiel seit längerer Zeit, noch dazu nach meiner Corona-Erkrankung. Der Break durch die Länderspielpause war wichtig für mich, um mehr Power zu bekommen. Ich mache auch viele Extraübungen im Kraftraum, um möglichst schnell wieder auf den Stand von 100 Prozent zu kommen. Ein bisschen fehlt mir noch, aber ich bin auf einem guten Weg.

Tom über die Entscheidung für Hannover 96: Mit 96 war ich früh in Kontakt. Ich hatte mit dem Trainer ein sehr gutes Gespräch. Letztendlich mussten vertragliche Details mit Norwich geklärt werden, deswegen hat sich alles etwas gezogen. Ich bin froh, dass es geklappt hat. Hannover ist in den letzten Jahren, seitdem ich mit meiner Frau zusammen bin, ein großes Stück Heimat geworden. Wir haben Familie und Freunde hier. Es ist eine schöne Geschichte bis jetzt, aber noch besser wird es, wenn man erfolgreich ist.

Tom über seine persönlichen Ziele mit 96: Für uns als Mannschaft bringt es aus meiner Erfahrung nichts, großartig Ziele zu formulieren. Das einzige, was wirklich zählt, ist, dass man jeden Tag auf dem Platz gut arbeitet und am Wochenende dann das Beste gibt und abliefert. Was in der Tabelle passiert, darauf hat man keinen großen Einfluss – außer mit der eigenen Leistung. In England hat man 46 Liga-Spiele – da bringt es nichts, darüber zu sprechen, was in ein paar Wochen oder in drei Monaten ist. Man muss in jedem einzelnen Spiel abliefern und punkten – das ist das, was zählt.

Tom über den Aufstieg mit Norwich City: In Norwich hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis der Schalter umgelegt worden ist. Das dauert meistens ein bisschen, auch wenn immer alle wollen, dass es so schnell wie möglich geht. Aber es dauert seine Zeit, bis die Philosophie und die Ideen des Trainers umgesetzt werden. Ich hoffe natürlich, dass es schneller hier geht. Bei uns in Norwich stand es nach einem Jahr auf der Kippe, ob es noch funktioniert oder floppt. Am Ende hat es dann funktioniert, dann sind wir durch die Liga geflogen und waren die beste Mannschaft.

Tom über seine Ehefrau Anna: Ich habe mich damals sehr um sie bemüht (lacht). Sie ist selber sehr ambitioniert und war der ausschlaggebende Punkt, dass wir damals ins Ausland gegangen sind und noch einmal bei null angefangen haben. Ohne Anna hätte ich niemals über das Ausland nachgedacht. Sie ist offen für die Welt, offen für Neues und ambitioniert – so haben wir alles zusammen gemeistert. Ich bin sehr dankbar, sie an meiner Seite zu haben.  

Tom über sein erstes Heimspiel und einen ganz besonderen Stadiongast:
Ich habe vier Tickets besorgt, für meine Schwiegereltern, meine Frau und meine Tochter – sie sieht mich das erste Mal spielen. In Blackburn haben wir komplett ohne Zuschauer gespielt. Ich habe für sie letzte Woche ein Trikot beflocken lassen mit der sechs und "Daddy". Ich war im Fanshop und habe, als ich das Trikot für meine Tochter gekauft habe, nicht gesagt, dass ich Spieler bin – weil mir das unangenehm gewesen wäre. Später wurde ich erkannt, aber ich habe als Kunde an der Kasse ganz normal bezahlt.