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Sei Muroya: "Die Mannschaft hat das Zeug, aus dieser Situation herauszukommen"

Nur zwei Tage vor dem Spiel gegen Paderborn am vergangenen Freitagabend kehrte Sei Muroya von einer für ihn persönlich wenig befriedigenden Länderspielreise zurück - dennoch (oder - wie er sagt - vielleicht gerade deswegen) zeigte er eine herausragende Leistung. Welchen Druck ihm seine Teamkollegen machen, wie er von dem Lob erfuhr und wie sein Blick nach vorne aussieht, lest Ihr hier!

Sei Muroya im Heimspiel gegen den SC Paderborn. (Foto: 96/Kaletta)

Lieber drei Punkte als Lob
Sei Muroya lieferte im letzten Heimspiel eine ausgezeichnete Partie ab. Beim 0:0 am Freitagabend gegen den SC Paderborn wurde unser Außenverteidiger im Nachgang nicht nur von den 96-Fans zum "Spieler des Spiels" gewählt, auch Gästetrainer Lukas Kwasniok bekundete auf der Pressekonferenz, Muroya sei der "beste Mann auf dem Platz" gewesen. Dieses Sonderlob erreichte Sei selber erst auf Umwegen. Ein Telefonat in die Heimat half ihm zwei Tage nach Spielende auf die Sprünge. "Ich habe das erst von meiner Mutter erfahren", sagt der japanische Teamplayer, der nicht das Gefühl hat, man habe ihm etwas verschwiegen, denn auch in der eigenen Kabine habe er viel Zuspruch erfahren. "Da brauchten sie die Worte des gegnerischen Trainers gar nicht." Ob all des Lobes fühlte Muroya sich zwar geehrt, lieber noch hätte er gegen Paderborn die drei Punkte mitgenommen. Dies wurme ihn genauso wie die eigens vergebene Torchance, womit ihm sein erstes Tor im 96-Dress verwehrt blieb. Nach 47 absolvierten 96-Partien steht in dieser Rubrik noch die Null. "Meine Teamkollegen machen mir da auch schon Druck", stellt er schmunzelnd klar.

Länderspielreise hat "zusätzlich motiviert"

Den Torjäger in sich hat der Abwehrspieler eben noch nicht entdeckt. Bei der Nationalmannschaft hatte der Japaner zuletzt gar nicht die Möglichkeit zu treffen - bei den Spielen in Vietnam und im Oman kam er nicht zum Einsatz, war aber etliche tausend Kilometer unterwegs. Eine Asienreise ohne Spielzeit auf der Uhr könnte anttäuschend wirken und die Strapazen mit der abendlichen Landung zwei Tage vor dem Spiel müde machen. Sei sieht das anders: "Die großen Reisestrapazen waren schon da, und nicht zu spielen, ist eine mentale Herausforderung. Mich hat das aber zusätzlich motiviert eine gute Leistung zu bringen." Mit dem Titel "Spieler des Spiels", offiziell anerkannt von den 96-Fans, geht der Blick dennoch nach vorne. "Bitte gewinnen", lautet die Botschaft von Ex-Mitspieler Genki Haraguchi, mit dem Sei noch regelmäßigen Kontakt hat, an seinen Landsmann, und auch unsere Nummer 21 ist optimistisch: "Die Mannschaft hat das Zeug, aus dieser Situation herauszukommen." Diese sei mit Blick auf die Tabelle durchaus "ernst und schwierig". Für Muroya ist aber auch das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, im Gegenteil: "Gerade in solchen Momenten erwarte ich von mir, dass ich besonders hart arbeite und meine Leistung bringe." Vielleicht ja schon gekrönt mit dem Debüttor am Samstag beim Karlsruher SC.
cvm/hec