Floorball

Floorball-Team ist Norddeutscher Meister

Drei Wochen nach der Floorball-Meisterschaft in der Regionalliga Nordwest (Niedersachsen/Bremen) stand am vergangenen Wochenende die Norddeutsche Meisterschaft auf dem Programm. Im Halbfinale spielte 96 gegen die Zweitplatzierten der Regionalliga Nord (Hamburg/Schleswig-Holstein) und errang dabei einen knappen 6:5 (2:2, 2:2, 2:1)-Sieg gegen die SG Schwarzenbek/Glinde. Im Finale ging es dann erneut gegen den Ligarivalen MTV Mittelnkirchen. Wie drei Wochen zuvor gewann Hannover 96 mit 6:4 (2:1, 0:1, 4:2) und feierte anschließend ausgelassen den Double-Gewinn in dieser Saison.

(Fast) alle an Bord
Spielertrainer Benedikt Stubbe konnte an diesem Wochenende fast aus dem Vollen schöpfen. Mit 14 FeldspielerInnen sowie Torhüter Henrik Wolf reiste Hannover 96 mit einem breiten Kader nach Schwarzenbek in Schleswig-Holstein, wo die Norddeutsche Meisterschaft in diesem Jahr erstmals nach sehr langer Zeit ausgetragen wurde. Stubbe wurde von Co-Trainer Hannes Petersen an der Bande unterstützt, während es auch eine Handvoll hannoverscher Fans in die Halle schafften. Andere fieberten zuhause am Livestream mit.

Unbekannter Gegner im Halbfinale
Der Reiz dieses „norddeutschen Finales“ bestand für alle Teams auch darin, sich einmal mit Teams aus anderen Regionen messen zu können. Mit dem gastgebenden Halbfinalgegner taten sich die 96er über weite Strecken schwer und schienen nicht so richtig ins eigene Spielsystem zu finden. Die SG Schwarzenbek/Glinde kam oftmals gefährlich vor das Tor von Wolf und konnte dies auch früh zur Führung nutzen. Hannover drehte das Spiel im ersten Drittel zwischenzeitlich, doch letztlich ging es unentschieden in die erste Pause. Ein ähnliches Bild bot sich dem Publikum im zweiten Drittel. Angepeitscht durch die heimische Kulisse gingen die Gastgeber sogar mit zwei Toren in Führung, ehe 96 das Spiel noch vor der zweiten Pause innerhalb einer Minute wieder auf Anfang stellte. Im Schlussdrittel glich Schwarzenbek dann die Führung durch 96 gut vier Minuten vor dem Ende noch einmal aus.

Goalie Wolf (rechts) war bester Spieler des Halbfinales

Mit Disziplin und Geduld zum Finaleinzug
Am Ende entschied die Disziplin über den Ausgang dieses Halbfinales. Nach zwei Strafen gegen das gastgebende Team begann 96 die letzten drei Spielminuten in doppelter Überzahl und wusste diese auch geduldig auszuspielen. Stubbe erzielte dabei das entscheidende Tor zum 6:5 und sein Team ließ sich diese Führung nicht mehr nehmen. Auf Seiten von 96 wurde Goalie Wolf dank zahlreicher Paraden zum Spieler des Spiels ausgezeichnet. Danach hieß es: Regenerieren und auf den Finalgegner warten.

Niedersächsisches Finale
Der niedersächsische Ligakonkurrent MTV Mittelnkirchen schaffte gegen den TSC Wellingsbüttel ebenfalls den Finaleinzug und so kam es am Finaltag zum dritten Duell in dieser Saison. Wie am Vortag begann Hannover mit drei Reihen und erhoffte sich dadurch auch einen physischen Vorteil, geriet zunächst aber durch ein Eigentor in Rückstand. Kirill Baskal und Youngster Jesse Richter drehten das Spiel jedoch zugunsten von 96. Im zweiten Drittel konnte Hannover offensiv nicht überzeugen, ließ hinten aber auch nur wenig zu – dennoch reichte dem Team aus dem Alten Land ein platzierter Schuss zum Ausgleich.

Schlussdrittel nichts für schwache Nerven
Es war noch keine Minute im Schlussdrittel gespielt, da brachte Stubbe die 96er durch einen sehenswerten „Zorro“-Trick wieder in Führung. Nach erneutem Ausgleich verwertete Constantin Rimpel einen Abpraller von der Bande aus spitzem Winkel zur erneuten Führung. Nach abermaligem Ausgleich mussten die letzten zehn Spielminuten eine Entscheidung bringen, ähnlich wie schon drei Wochen zuvor.

Starkes Finish sichert den Sieg
Im Anschluss an eine langen Diagonalpass von Stubbe war es Kisa Reck, die Hannover 96 rund fünf Minuten vor Spielende auf die Siegerstraße brachte. Das Team von 96-Kapitän Maik Wildhagen kämpfte daraufhin noch aufopferungsvoller in der Verteidigung, zumal Mittelnkirchen seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers herausnahm. Mit einem Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte gelang Baskal 22 Sekunden vor Schluss der so erlösende wie umjubelte Empty-Net-Treffer zum 6:4-Endstand.

Große Freude über den Double-Gewinn
Spielertrainer Benedikt Stubbe (links) war bester Spieler des Finales

Double-Sieger 2021/2022, aber (noch) kein Aufstieg
Spielertrainer Stubbe wurde als bester 96-Spieler des Finales geehrt. Im Anschluss zeigte er sich stolz auf sein Team und dessen Leistung sowie Entwicklung in dieser Saison. In 13 Saisonspielen (3 davon im nationalen Pokalwettbewerb) unterlag man nur zwei Mal und behielt im Jahr 2022 eine weiße Weste. Auf den Aufstieg in die 2. Floorball-Bundesliga (FBL), der aufgrund dieser sportlichen Leistungen und Platzierungen möglich gewesen wäre, verzichtet die Floorball-Abteilung von Hannover 96 in diesem Jahr noch. Zunächst soll die sportliche Entwicklung in der Regionalliga gefestigt und mit eigenen Nachwuchsspielern fortgeführt werden. Dem nachrückenden MTV Mittelnkirchen wünschen wir viel Erfolg in der 2. FBL!


Die Aufzeichnungen der Livestreams sind zunächst noch hier zur Wiedergabe verfügbar: