Profis, Klub

Spielvorbereitung, Trainingsplanung & Co.: App unterstützt 96-Team bei täglicher Arbeit

Seit rund zwei Wochen arbeitet das 96-Team auf dem Platz für eine erfolgreiche Zweitliga-Saison - und neben dem Platz werden, Spieler, Trainer & Co. von einer App dabei unterstützt. SAP Sports One soll Kommunikation und Organisation in der Kabine und drumherum bis hinein ins Scouting erleichtern. Was sich dahinter verbirgt? – Ein extrem komplexes und detailliertes System.

Das 96-Trainerteam bei der Schulung (Fotos: 96/Redaktion)

App bietet schnellen Zugriff auf relevante Informationen
Für die 96-Profis bedeutet Sports One vor allem die Nutzung einer speziellen Smartphone-App. Diese beinhaltet eine ganze Reihe an Funktionen, begonnen bei ganz einfachen Tools wie einem - mit WhatsApp vergleichbaren - Chat oder einem Kalender, in dem zunächst einmal alle wichtigen Termine wie Trainingszeiten oder Spiele hinterlegt sind. Künftig wird es so sein, dass selbst das Management der Behandlungstermine bei den 96-Physiotherapeuten darüber koordiniert wird. Auch in der Spielvorbereitung kommt die App zum Tragen, denn dort sind unter anderem Informationen zum Gegner allgemein oder zu möglichen direkten Gegenspielern während der anstehenden Partie hinterlegt. Jeder Profi kann und soll sich also individuell auf das einstellen, was ihn beim Spiel am Wochenende erwartet. "Die App bietet insgesamt einen viel schnelleren Zugriff auf alle relevanten Informationen", erläutert Achim Ittner. Der 50-Jährige ist der 96-Ansprechpartner von Hersteller SAP. Er verspricht: "Es wird auf jeden Fall einfacher für die Spieler werden."
 
Optimale Trainingsplanung wird ermöglicht
Neben allgemeinen Spiel- und Spielerstatistiken laufen in der App beispielsweise auch Daten aus Trackingsystemen wie die Pulsmessung während der Trainingseinheiten via Schnittstelle automatisch ein. Darüber hinaus werden die 96-Profis über die App aufgefordert, Fragen wie "Wie fühlst Du Dich?" oder "Wie müde bist Du?" zu beantworten, um den subjektiv wahrgenommenen physischen Zustand zu erfassen - was dann im Anschluss wiederum mit den gemessene Daten in Relation gesetzt wird. Diese Ergebnisse können dann wiederum die Trainer und Mitglieder des medizinischen Bereichs auslesen und auf dieser Basis Belastungssteuerung, Trainingsplanung und Pflege jedes Einzelnen optimieren.
 
System wird bei 96 immer mehr eingebunden
"Sports One ist schon ein mächtiges System, das uns zunächst einmal dabei hilft, das Erfassen und Weitergeben von Daten und Informationen besser, einfacher und übersichtlicher zu gestalten", sagt 96-Sportdirektor Marcus Mann. "Am Ende geht es dann natürlich darum, daraus die richtigen Ableitungen für unsere Prozesse und Abläufe zu machen." Mann kennt das System bereits aus seiner Zeit bei der TSG 1899 Hoffenheim, auch Chefcoach Stefan Leitl hat bei seiner vorherigen Station in Fürth damit gearbeitet. Auch bei 96 ist Sports One nicht ganz neu. Künftig soll aber auf noch mehr der zahlreichen Funktionen zurückgegriffen werden. "Auf jeden Fall wird es in unsere tägliche Arbeit Schritt für Schritt immer mehr eingebunden."
 
Eine Art Microsoft Office für den Sportlichen Bereich
Genutzt wird "SAP Sports One" bei 96 in verschiedenen Bereichen, vom Trainerteam über das Teammanagement und den medizinischen Bereich bis hin zum Scouting ist das System im Einsatz. "Sports One ist quasi eine Art Microsoft Office für den Sportlichen Bereich", vergleicht Achim Ittner - ein 360-Grad-Werkzeug also, das alle Prozesse in einem Profifußball-Klub digital abdeckt. Um alle Beteiligten bei 96 auf den neuesten Stand zu bringen, war Ittner in dieser Woche in Hannover vor Ort, um die Mitarbeitenden zu schulen. "Wir haben einen Refresh gemacht, weil das System sich kontinuierlich weiterentwickelt", erklärt Ittner. "Es kommen praktisch alle vier Wochen neue Funktionen dazu. Deswegen war ein Schwerpunkt in diesen Tagen, noch einmal die letzten Neuerungen vorzustellen." Es wurde aber auch besprochen, welche der vielen Features nicht genutzt werden sollen. "Nicht alles, was möglich ist, ergibt bei jedem Klub Sinn", sagt Ittner. "Da haben wir uns abgestimmt, sodass jetzt in den Abteilungen bekannt ist, wie man miteinander arbeitet und wie Informationen geteilt werden."
hec/jb