"Ich gehe meinen Weg"

Hecking kämpft um seinen Job. TV-Marathon für Kind am Sonntag.

Dieter Hecking geht davon aus, dass er auch nach dem Spiel morgen gegen Karlsruhe 96-Trainer ist. „Wir gewinnen, und fertig ist die Diskussion.“

Diese Meldung kam gestern rein: „Ungewisse Zukunft für Hecking.“ Weiter heißt es da „Hecking steht vor dem Ende“. Erst beim Weiterlesen fällt auf – es geht ja gar nicht um den 96-Dieter, sondern um eine Textilfirma in Neuenkirchen, die Insolvenz angemeldet hat.

Der 96-Trainer ist sich seiner Zukunft gewiss. „Ich gehe fest davon aus, dass ich auch nach dem Spiel noch Trainer bin. Da gibt es eine klare Aussage.“

Die gibt es vom 96-Chef. Martin Kind stützt Hecking und Sportdirektor Christian Hochstätter – aber das Vertrauen ist nicht unendlich. Was passiert, wenn die Partie gegen Karlsruhe verloren wird?

„Die ideale Antwort auf die Diskussionen wäre ein Sieg“, sagt Kind. Das würde auch den TV-Marathon des 96-Chefs erleichtern. Am Sonntag redet er um elf Uhr im DSF beim Fußball-Talk „Doppelpass“ mit, abends tritt er um 22.45 Uhr im „Sportclub“ des NDR-Fernsehens auf. „In der Krise muss man Flagge zeigen“, meint Kind. Sollte 96 allerdings Karlsruhe nicht besiegen, hängt die 96-Fahne auf halbmast. Und dann?

Der Trainer zweifelt offenbar nicht. „Ich gehe meinen Weg“, sagt Hecking, „ich bin überzeugt davon, dass wir wieder in die Spur kommen.“ Über die Punkte, die er bis zur Winterpause noch sammeln will, spekuliert Hecking nicht. „Ich habe erstmal Karlsruhe.“

Kind hat allerdings schon klare Vorstellungen. „Sechs, sieben Punkte sollten es sein“, so viele hatte auch bereits der verletzte Kapitän Robert Enke gefordert.

Der 96-Chef setzt aber auch die Spieler unter Druck. „Die Mannschaft hat eine Verantwortung, die sie annehmen muss. Sie kann nicht nur Forderungen stellen, sie hat auch Pflichten zu erfüllen.“ Zuletzt kamen die Spieler ihrer Pflicht nicht nach. Hecking vertraut ihnen dennoch. „Wir gewinnen, und fertig ist die Diskussion.“

VON ANDREAS WILLEKE