Bäumchen wechsel Dich auf beiden Seiten
Auf Seiten der 96er fanden sich einige Spieler auf eher ungewohnten Positionen wieder. Auf der "Sechs" ging Salif Sané an den Start, Szabolcs Huszti rutschte in den Sturm. Lars Stindl rückte dafür auf rechts, Edgar Prib übernahm die linke Mittelfeldposition. Didier Ya Konan, Felipe und Mame Diouf fehlten verletzungsbedingt. BVB-Trainer Jürgen Klopp konnte gleich auf vier zuletzt angeschlagene Spieler zurückgreifen. Marco Reus, Nuri Sahin, Sokratis sowie Sven Bender standen in der Startelf, Mats Hummels musste Rotgesperrt passen.
Früher Rückstand durch Reus-Elfmeter
Neues Spiel, neues Glück im SIGNAL IDUNA PARK. Allerdings hatten sich die Gäste aus Hannover den Start wohl so nicht ausgemalt. Es waren gerade einmal vier Minuten vergangen, da musste 96-Keeper Ron-Robert Zieler bereits hinter sich greifen. Hiroki Sakai hatte Durm zuvor im Strafraum derart am Trikot gehalten, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann zur Pfeife griff und auf Elfmeter entschied. Rückkehrer Marco Reus ließ sich nicht lange bitten und verwandelte kurz und knapp zur frühen 1:0-Führung für den BVB (4.). Von Beginn an war deutlich zu erkennen, wer im Stadion das Zepter in der Hand hatte. Dortmund agierte wie gewohnt technisch und läuferisch stark, setzte Hannover sofort unter Druck. Es dauerte bis zur 13. Minute, bis Artur Sobiech den ersten Torschuss für seine Farben von der Strafraumkante abgab. Vier Minuten später gelangten die Roten erneut vor den Dortmunder Kasten. Pribs Pass in den Rückraum war dann auch gut gedacht, doch im gegnerischen Sechzehner fand sich kein Abnehmer in den eigenen Reihen. 96 hatte sich in dieser Phase des Spiels einigermaßen gefangen, war bemüht, die schnellen Angriffe der Hausherren zu unterbinden und selbst welche zu kreiieren – mit mäßigem Erfolg. Die Slomka-Elf mache sich das Leben selbst schwer, Fehlpässe im Mittelfeld waren gefundenes Fressen für die Gastgeber, um blitzschnell umzuschalten und die 96-Defensive in Bedrängnis zu bringen. Reus´Doppelchance (22./33.) blieb jedoch erfolglos. Auf der Gegenseite zirkelte Prib die Kugel nach einem Foul in den 09er-Strafraum, Marcelo war zur Abnahme herangeeilt, Weidenfeller klärte jedoch per Faust. Zwar waren es die Dortmunder, die das Spiel bestimmten, nennenswerte Großchancen kamen bei der immer wiederkehrenden Angriffswelle der Schwarz-Gelben aber nicht heraus. Bei den Roten fehlte am Ende der zwingende, letzte Pass, um für Gefahr vor Gästetor zu sorgen. Der Einsatz der Roten war über die ersten 45 Minuten nicht zu bemängeln, kurz vor dem Halbzeitpfiff rettete Zieler im Nachgreifen noch den Abstauberversuch Robert Lewandowskis, Nuri Sahin hatte es zuvor aus der Distanz probiert. Der 96-Schlussmann verhinderte aber eine höhere Führung der Dortmunder.
Stark geschossen:Marco Reus überwindet Ron-Robert Zieler vom Punkt
Starke zweite Hälfte nicht belohnt
Taktische Umstellung nach dem Pausentee bei den 96ern. Slomka schickte Leonardo Bittencourt mit in die Offensive, Huszti und Prib besetzten die linke Seite, Sébastien Pocognoli blieb in der Kabine. Diese Entscheidung sollte sich in der zweiten Hälfte bewähren. Zunächst blieb jedoch der BVB am Drücker. Pierre-Emerick Aubameyang zog nach einer unübersichtlichen Situation im 96-Strafraum scharf ab, der Ball strich allerdings weit am linken Pfosten vorbei (48.). Sobiech hatte anschließend den Ausgleich auf dem Fuß. Nach Zuspiel von Huszti traf der polnische Nationalspieler den Ball aber nicht hundertprozentig, der Schuss landete in den Wolken (51.). In der Folgesituation war der BVB-Torhüter nur einen Hauch schneller am Ball als der Pole. Zu tun bekam Zieler im direkt Anschluss nach Mkhitarians sattem Schuss aus dem Sechzehner, den der hannoversche Schlussmann mit einer starken Reaktion parierte. Wachgerüttelt und durchaus auf ein Tor aus zeigten sich die 96er in den nächsten drei Minuten. Pribs Knaller aus kurzer Distanz faustete Weidenfeller weg, Andreasen Schuss vom Sechzehner ging am rechten Pfosten vorbei, zu guter Letzt rettete der Gastgeber im Strafraumgetümmel seinen knappen Vorsprung. Es entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel mit guten Szenen auf beiden Seiten. Vor Zielers Kasten rutschten Aubameyang und Lewandowski am Ball vorbei (60.). Der eingewechselte Bittencourt scheiterte nach einem von Huszti eingeleiteten Konter an Weidenfeller. 96 hatte das Spiel mittlerweile im Griff, belohnte sich allerdings nicht mit einem Treffer. In der Schlussviertelstunde fuhr Slomka volle Attacke, um schlussendlich den inzwischen mehr als verdienten Ausgleichstreffer einzufahren. Die beste Gelegenheit dazu hatte dann Neuling Deniz Kadah auf dem Schlappen, dem der Ball im linken Strafraum vor die Füße fiel - Weidenfeller rettete seinem Team einmal mehr die Führung (81.). Es lag in der Luft, das erste 96-Auswärtstor der Saison, sollte aber bis in die Nachspielzeit nicht fallen. Huszti ging kurz vor dem Abpfiff noch einmal im gegnerischen Sechzehner zu Boden, ein Strafstoß blieb den Roten aber verwehrt. Am Ende stand Hannover 96 erneut mit leeren Händen da – nach dem Spielverlauf und der sehr starken zweiten Hälfte unverdient.
Auf Augenhöhe: Die Roten spielten gut mit beim Favoriten
Im nächsten Spiel trifft Hannover 96 zuhause am Sonnabend, 26. Oktober, 15:30 Uhr, auf 1899 Hoffenheim. Dann kann die Slomka-Elf erneut ihre Heimstärke unter Beweis stellen.
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Hannover 96: Zieler – Sakai (77. Schlaudraff), Marcelo, C. Schulz, Pocognoli (46. Bittencourt) – Stindl, Andreasen, Sané, Prib - Huszti, Sobiech (68. Kadah)
Borussia Dortmund: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic, Sokratis, Durm – Bender, Sahin - Aubameyang (90+1 Schieber), Mkhitaryan (80. Hofmann), Reus (66. Blasczcykowski)– Lewandowski
Tore: 1:0 Reus (4.)
Gelbe Karten: Schlaudraff, Stindl, Marcelo / Allagui, N. Schulz, Langkamp
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 80.465