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"Es ist ein bisschen wie der erste Schultag"

Seit Freitag weilt Jörg Schmadtke mit dem 96-Team im Trainingslager in der Türkei. Vor Ort hat der neue Geschäftsführer unter anderem über den Start bei seinem neuen alten Klub, Prinzipien des Miteinanders und mögliche Wintertransfers gesprochen. Schaut Euch hier das 96TV-Interview an oder lest die wichtigsten Aussagen Schmadtkes zusammengefasst.

/ Profis

Jörg Schmadtke über ...

... seinen Start bei 96: Es geht gar nicht darum, dass ich wieder hier bin und die Dinge wieder genauso werden, wie sie damals waren. Das weckt manchmal falsche Erwartungen. Ja, ich war schon einmal hier. Aber es ist eine neue Zeitrechnung und die Voraussetzungen sind anders. Damals bin ich in der 1. Liga eingestiegen. Jetzt sind wir in der 2. Liga und haben eine Idee, wie wir vielleicht auf Sicht wieder Erstligist werden können. Natürlich ist die 1. Liga in Deutschland das Maß aller Dinge, aber das hat in diesem Fall keine Rolle gespielt, weil ich nach der Kontaktaufnahme das Gefühl hatte, dass ich Menschen, die ich mag, unterstützen kann. Dem habe ich mit meinem Einstieg gerne entsprochen.

... das Kennenlernen im Trainingslager: Für mich persönlich ist es schön hier. Es ist ein bisschen wie der erste Schultag. Du kennst nicht alle, kennst ein paar, bist noch ein bisschen fremd, aber trotzdem vertraut. Du lernst die Menschen am besten kennen, wenn sie eine Zeit lang um dich herum sind. 

... die bisherige Saison: Wir müssen uns erst einmal darüber verständigen, wer wir eigentlich sind. Wir sind aktuell ein Klub, der im Sommer einen Monster-Umbruch vollzogen hat, mit 18 Veränderungen. Wir haben eine verhältnismäßig junge Mannschaft, mit 24,5 Jahren im Schnitt. Wenn du dann zur Halbserie Fünfter bist, mit Anschluss an die Oberen, dann würde ich mal behaupten, das ist eine gute Hinserie.

... die Arbeit im Trainingslager: Christian (Titz, d. Red.) ist dabei, mit dem Team die Dinge zu optimieren. Das Kennenlernen der Spieler untereinander, das Spüren, wie der andere sich in bestimmten Situationen verhält, all das braucht nach dem besagten Umbruch Zeit. Da sind fünf Monate, die es bisher waren, nicht viel. Jetzt hoffen wir mal, dass wir im Trainingslager die Dinge intensivieren, den einen oder anderen Effekt vielleicht noch beschleunigt oder nachgeschliffen bekommen. Christian wird daran feilen, den erkennbaren Spielstil, den er installiert hat, zu festigen. Und dann kann man im nächsten Schritt vielleicht einmal auch über einen anderen Weg nachdenken, noch ist dafür lange nicht die Zeit.

... mögliche Transfers: Transfers im Winter sind nicht so einfach. Heute ist die Pause viel kürzer, du spielst fast durch. Der Wintermarkt ist kompliziert und teuer. Du kannst dem Spieler kaum Zeit geben, sich zu integrieren. Weder kulturell, noch, was den Spielstil angeht. Und der ist hier in Hannover schon etwas anspruchsvoll. Das ist kein Fußball von der Stange. Im Sommer ist das einfacher, da hast du sechs Wochen Vorbereitung, das Wetter ist anders. Die Neuen sind mehr draußen unterwegs und können sich in der Stadt und im Klub akklimatisieren. Das ist jetzt schon etwas anders, auch von daher werden unsere Transfertätigkeiten nicht übermäßig groß sein. Ich kann dabei immer auch eigene Dinge einbringen, aber natürlich übernehme ich in dieser kurzen Zeit auch Dinge, die schon vorbereitet wurden, schaue sie mir noch einmal genauer an, bewerte sie, setze sie um oder verwerfe sie.

... seinen Kontakt zur Mannschaft: Ich bin im Laufe der Zeit sicherlich bewusst etwas weggegangen vom direkten Kontakt zur Mannschaft. Aber es ist nicht so, dass ich total weg bin. Wenn Spieler etwas auf dem Herzen haben, sollen sie kommen. Wenn man um die Dinge weiß, kann man sie auch regeln. Aber es ist nicht so, dass ich mich jeden Tag in der Kabine oder auf dem Trainingsplatz sehe wie noch vor 15 Jahren.

... Prinzipien fürs Miteinander: Natürlich gibt es Dinge, die für mich unverrückbar sind. Zum Beispiel, dass man ordentlich miteinander umgeht. Kabineninhalte sollen nicht nach außen dringen, sie sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Wir sollten überhaupt nicht öffentlich, sondern im Hause miteinander diskutieren. Das muss nicht immer von großer Harmonie geprägt, sollte aber zielorientiert sein. Ich wünsche mir mündige Spieler, die intern auch Entscheidungen bewerten sollen. Wenn sie es extern tun, dann ist das so. Aber dann müssen sie damit leben, dass es auch eine Antwort darauf geben kann. Maxime von uns allen sollte einfach sein, gute Arbeit für unseren Klub zu leisten.

... seinen zukünftigen Wohnort: Wir ziehen nach Hannover. Ich kann ja nicht in Spanien oder in Düsseldorf sitzen und einen Klub von dort leiten. Ich habe an beiden Standorten meine Möglichkeiten, mich zurückzuziehen. Aber ich bin überzeugt davon, dass man in der Stadt sein muss, in der man tätig ist. Es geht nicht anders. Ein Klub ist kein Labor. Man muss schon spüren, was in der Stadt los ist, wie die Menschen darüber denken und wie die Emotionen gerade sind. Es macht nur Spaß, wenn man den Kontakt mit den Menschen hat.


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Unsere gesamte Berichterstattung aus dem Trainingslager in Belek wird Euch diesmal präsentiert von unserem Team-Presenter HANOVOLT. Vielen Dank für die Unterstützung! 

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