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Artur Sobiech über den "besten Klub, für den ich spielen durfte"

Artur Sobiech spielte sechs Jahre lang bei Hannover 96 und durfte in dieser Zeit sämtliche Emotionen des Fußballs erleben. Der polnische Stürmer spielte in zwei aufeinanderfolgenden Saisons mit den Roten in der UEFA Europa League, stieg im Jahr 2016 in die 2. Bundesliga ab und im darauffolgenden Jahr wieder auf. In der Aufstiegssaison erzielte er beim 4:0 Auftakterfolg in Kaiserslautern einen Doppelpack. Passend zum anstehenden Auswärtsspiel am kommenden Sonntag auf dem Betzenberg, sprechen wir mit ihm über sein heutiges Leben, seine Zeit in Hannover und seine Verbindungen zu Virgil Ghita und Benjamin Källman.

/ Profis, Klub
Sobiech bejubelt Treffer mit geballten Fäusten.
Artur Sobiech spielte sechs Jahre bei Hannover 96. (Foto: IMAGO / DeFodi)

Hallo Artur, wo erwischen wir dich denn gerade - bist du in deiner Heimat?

Artur Sobiech: Genau, ich bin derzeit in Polen. Generell bin ich aber viel unterwegs. Hier vor Ort gucke ich mir die polnische erste Liga, die Ekstraklasa an. Außerdem absolviere ich derzeit das UEFA MIP Programm. Das steht für "Executive Master for International Players". Es ist also ein internationales Masterprogramm für ehemalige Profifußballer mit Nationalmannschaftserfahrung und bereitet die Teilnehmer auf viele Positionen im Fußballmanagement und in der Fußballadministration vor.

Das klingt sehr spannend. Kannst du bekannte Namen nennen, die dieses Masterstudium bereits erfolgreich abgeschlossen haben?

Artur Sobiech: Viele bekannte Namen aus Deutschland haben die früheren Ausgaben des UEFA MIP bereits absolviert. Beispielsweise Sebastian Kehl, Simon Rolfes, Clemens Fritz oder Andreas Beck. Auch Adam Szalai, der mal in Hannover gespielt hat, hat das Programm bereits abgeschlossen. Das Studium dauert insgesamt 20 Monate und besteht aus acht Modulen, die in acht verschiedenen Ländern auf Englisch gelehrt werden. Am Ende erhalten wir im Mai 2027 unseren Masterabschluss beim Europa League Finale in Frankfurt. Die Inhalte sind über Management, Leadership, Finanzen, Marketing, Sportorganisation, Talentmanagement und globale Herausforderungen des Fußballs.

Gibt es denn ein paar bekannte Gesichter aus der jüngeren Fußballhistorie, mit denen du den Lehrgang gemeinsam absolvierst?

Artur Sobiech: Ivan Rakitic ist in meiner Gruppe. Man kennt ihn noch aus seinen Bundesligazeiten bei Schalke, aber natürlich auch aus seiner Zeit in Barcelona. Das ist ein großer Name.

Wir sind gespannt, in welcher Position wir dich am Ende sehen werden. Im letzten Sommer hast du deine Karriere auf Zypern beendet. Wie blickst du auf deine Zeit als professioneller Fußballer zurück - vermisst du den Fußball?

Artur Sobiech: Genau, der aktive professionelle Fußball ist abgeschlossen. Ab und zu kicke noch mit meinen Jungs. Ich erinnere mich sehr gerne an meine professionelle Karriere. Für mich ist Hannover 96 der beste Klub, für den ich spielen durfte. Ich habe dort super viele Menschen kennengelernt, hatte eine fantastische Mannschaft und durfte vor großartigen Fans spielen, die den Verein mit unglaublicher Leidenschaft unterstützt haben. Ich habe mich sehr wohl gefühlt in Hannover. Die Stadt, Menschen und das Leben dort haben mir wirklich enorm viel gegeben. Für mich war Hannover wie ein Zuhause.

Sobiech jubelt mit hochgestreckten Armen.
Artur Sobiech bejubelt seinen Treffer zum 4:0 gegen Kaiserslautern. (Foto: 96/Kaletta)

Das freut uns sehr und ist wirklich schön zu hören. Du hast in Hannover mit Abstand die meisten Spiele deiner Karriere gemacht, und zwar starke 145 Einsätze. Einer davon war in der Saison 2016/17: Das erste Spiel der Saison, auswärts gegen Kaiserslautern. Du hast zweimal getroffen. Sicher erinnerst du dich noch gut daran. Am kommenden Sonntag spielen wir wieder auswärts gegen Kaiserslautern.

Artur Sobiech: Ja, ich erinnere mich sehr gut an dieses Spiel und an meine zwei Tore. Wir sind damals als Einheit sehr gut aufgetreten. 4:0 Auswärts in Kaiserslautern zu gewinnen ist schon eine große Nummer und eine starke Leistung der Mannschaft. Das war der perfekte Start in die Saison.

Sobiech bejubelt einen Treffer mit seinen Teamkollegen.
Ekstase pur: Sobiech mit Schlaudraff, Schmiedebach und Stindl. (Foto: zur Nieden)

Hast du denn noch Kontakt zu Spielern aus deiner Zeit bei Hannover 96?

Artur Sobiech: Ja, ich habe noch Kontakt mit vielen Spielern wie Konstantin Rausch, Lars Stindl, Edgar Prib oder Manuel Schmiedebach. Der Kontakt ist die ganze Zeit da und das ist schön, weil ich sechs unvergessliche Jahre in Hannover erlebt habe.

Du warst auch Teil der erfolgreichsten Zeit der jüngeren Vereinsgeschichte von Hannover 96, in denen der Verein zweimal in Folge in der UEFA Europa League vertreten war. Wie sind deine Erinnerungen daran?

Artur Sobiech: Ich erinnere mich mit großem Stolz und sehr viel Dankbarkeit an diese Zeit. Wir durften die erfolgreichsten Jahre der jüngeren Geschichte des Klubs erleben und standen im Viertelfinale der Europa League gegen Atletico Madrid. Das vergisst man nie. Das waren überragende Zeiten, nicht nur für die Spieler, sondern auch für den Verein und die Fans.

Da können wir nur zustimmen. Insgesamt warst du sechs Jahre lang in Hannover, die längste Station deiner Karriere. Vermutlich verfolgst du 96 auch heute noch.

Artur Sobiech: Ich verfolge den Verein die ganze Zeit und natürlich habe ich mitbekommen, dass Jörg Schmadtke zurückgekommen ist. Er hat mich damals nach Hannover geholt. Außerdem finde ich es schön, dass 96 sich auch mit dem polnischen Markt beschäftigt und zwei Spieler aus Cracovia geholt hat.

Du sprichst von Benjamin Källman und Virgil Ghita.

Artur Sobiech: Genau. Die bringen gute Leistung und es wirkt, als wären sie in der Mannschaft super integriert. Wir haben zu meiner Zeit in Lech Posen gegeneinander gespielt. Ich kenne die Jungs also gut. Källman hat in der polnischen Liga sehr viele Tore gemacht. Es wundert mich nicht, dass er auch in Hannover trifft. Generell kann ich nur sagen: Ich verfolge Hannover 96 immer, wünsche nur das Beste und drücke die Daumen für die Zukunft.

Vielen Dank Artur. Wir wünschen dir viel Erfolg für deine Pläne im Fußballmanagement und sind gespannt, in welcher Position wir dich wiedersehen werden.
lk

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