NIEMALSALLEIN

"Nicht gut zu Ende gebracht"

Der Rückrundenstart von Hannover 96 endete mit einer bitteren Niederlage: Auf dem Betzenberg unterlagen die Roten dem 1. FC Kaiserslautern mit 1:3. Geschäftsführer Jörg Schmadtke, für den es das erste Pflichtspiel seiner zweiten Amtszeit bei 96 war, nahm nach Abpfiff eine differenzierte Einordnung vor – mit klaren Worten zu Spielverlauf, Knackpunkten und Lernfeldern.

/ Profis
Jörg Schmadtke gestikuliert.
Für Jörg Schmadtke war es das erste Pflichtspiel seiner zweiten Amtszeit bei 96. (Foto: IMAGO / osnapix)

Guter Beginn, verpasste Führung
Aus Sicht von Schmadtke begann die Partie so, wie man es sich vorgenommen hatte. Hannover 96 sei "gut reingekommen" und habe das Spiel in den ersten 25 Minuten " dominiert". In dieser Phase sei es "normalerweise so, dass du hier mindestens 1:0 führst", so der Geschäftsführer. Dass es nicht dazu kam, wertete er als ersten Bruch im Spielverlauf.

Nach einer größeren Gelegenheit der Gastgeber verlor 96 zwischenzeitlich den Zugriff: Man habe "Zehn, zwölf Minuten etwas die Kontrolle und auch den Halt verloren", ehe sich das Spiel wieder neutralisierte. Auch nach der Pause fand 96 erneut gut hinein – und wurde schließlich belohnt.

Führung – aber keine Kontrolle
Das 1:0 durch Kapitän Enzo Leopold (67.) ordnete Schmadtke als Mischung aus Spielwitz und Zufall ein. Der Treffer sei "ein bisschen glücklich entstanden, aber gut herausgespielt und am Ende gut gemacht". Entscheidend sei jedoch gewesen, was danach folgte – oder eben nicht. Denn trotz Führung gelang es nicht, das Spiel zu beruhigen. Gerade auf dem atmosphärischen Betzenberg brauche es die Fähigkeit, "die Dinge zu Ende zu spielen und als Sieger vom Platz zu gehen". Genau das habe an diesem Tag allerdings gefehlt – 96 fing sich den 1:1-Ausgleich (74.).

Mit der Gelb-Roten Karte kippte das Spiel endgültig. Schmadtke verwies darauf, dass es "kein Muss“ gewesen sei, "auf Höhe der Mittellinie da zu ziehen, zumal noch genug Leute dahinter" gewesen seien. In Unterzahl nahm die Partie dann ihren Lauf, wie es "historisch betrachtet sicher schon einige Male auf dem Betzenberg passiert ist". Gleichzeitig warnte der 61-jährige ausdrücklich davor, die Niederlage äußeren Umständen zuzuschreiben, "sondern eher uns selbst – dass wir die Dinge nicht gut zu Ende gebracht haben". Am Ende ging das Spiel durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit (90.+2, 90.+5) mit 1:3 verloren.

Klare Worte – klarer Auftrag
In seiner Gesamtbewertung verzichtete Schmadtke auf Schönfärberei. "Heute waren wir nicht in der Lage, das Ding über die Ziellinie zu bringen", stellte er fest. Auch strittige Schiedsrichterentscheidungen wollte der 61‑Jährige nicht überbewerten. In der Frage, ob die frühe Gelbe Karte gegen FCK-Stürmer Bassette härter hätte bestraft werden müssen, ordnete er sachlich ein: Man könne darüber diskutieren, er sei aber nicht derjenige, "der dafür zwingend Rot fordert". Entscheidend sei vielmehr, die Dinge nicht gegeneinander aufzurechnen oder im Nachhinein in ein Verhältnis zum eigenen Platzverweis zu setzen.

Blick nach vorn
Für das Team rund um Cheftrainer Christian Titz bleibt nach dem Rückrundenauftakt keine Zeit, lange zu hadern. Bereits am kommenden Samstag (Anstoß 13 Uhr) steht das erste Heimspiel des Jahres an: Mit Fortuna Düsseldorf reist ein traditionsreicher Gegner in die Heinz von Heiden Arena. Für Schmadtke, der in seiner aktiven Karriere 274 Pflichtspiele für die Fortuna absolvierte, ist es ein besonderes Duell – jedoch ohne nostalgische Untertöne.

Im Fokus steht vielmehr, die Erkenntnisse aus Kaiserslautern schnell umzusetzen. "Wir müssen schnell lernen", brachte Schmadtke den Anspruch auf den Punkt. Gemeint ist vor allem, Spiele mit Führung konsequenter zu Ende zu spielen – und aus einem bitteren Auftakt die richtigen Schlüsse für die kommenden Aufgaben zu ziehen.
lk

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