Dreimal angetäuscht
"Überragend", findet Torschütze Boris Tomiak das Gefühl, wenn eine einstudierte Freistoßvariante zum Erfolg führt. Man muss kein Fachmann des Fußballs sein, um zu erkennen, dass dem wichtigen 1:0 gegen Hertha BSC einige Überlegungen vorausgegangen waren. Aber was war genau passiert?
Es lief die 8. Spielminute, als Maurice Neubauer und Enzo Leopold für die Ausführung eines Freistoßes aus dem linken, weit vom Tor entfernten Halbfeld bereitstanden. Nicht unüblich, dass zwei oder mehrere Schützen für einen Freistoß bereitstehen, um die gegnerische Mannschaft vor eine zusätzliche Aufgabe zu stellen. Was dann folgte, war aber durchaus unüblich.
Neubauer lief zur Ausführung des Freistoßes an, brach diesen jedoch kurz vorher ab. Leopold tat es seinem Teamkollegen gleich und so lief Neubauer erneut an, brach die Ausführung jedoch auch im dritten Versuch ab. Beim vierten Anlauf führte Kapitän Leopold den Freistoß schließlich aus. Und zwar punktgenau auf die einlaufende Nummer 3 der Roten: "Ein guter Ball von Enzo", gibt Tomiak, der Empfänger der Freistoßvariante, offen zu.
Wichtige 1:0-Führung
Was war in der Zwischenzeit passiert? In der Vorbereitung auf "Die Alte Dame" sei aufgefallen, "dass Hertha relativ früh fällt", sagt der Innenverteidiger. Die Konsequenz: Daraus entstand die Idee, "durch wiederholtes Antäuschen, um die fünf Meter zu gewinnen". Einstudiert, ausgeführt und ein Ball, der dann "perfekt" kam – 1:0 für Hannover und das dritte Saisontor von Tomiak.
Auch Cheftrainer Christian Titz freute sich, weil der Standard "wirklich einstudiert war". Man habe sich bei der Standardausführung im Vorfeld "wirklich Gedanken gemacht zum Gegner und die Jungs haben es gut umgesetzt", ordnet der Coach die einstudierte Variante ein.
lk